Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste deutsche Fernverkehrsstrecke ohne ortsfeste Signale in Betrieb

16.12.2015
  • Siemens-Bahntechnik erhöht Sicherheit und Verkehrsfluss
  • vernetzt Metropolregionen Berlin, Leipzig, Erfurt, Nürnberg und München
  • konkurrenzfähige und umweltschonende Alternative zu Straße und Flugzeug

Im Rahmen des 8. Verkehrsprojektes der Deutschen Einheit (VDE 8) rüstet Siemens derzeit gemeinsam mit dem Konsortialpartner Kapsch CarrierCom Deutschland GmbH die Neubaustrecke von Ebensfeld über Erfurt bis Halle beziehungsweise Leipzig mit Eisenbahnleit-, Sicherungs- und GSM-R-Technik aus.


Mit dem Zug schneller von Berlin nach München als mit dem Flugzeug? Die erste Etappe von Erfurt nach Halle/Leipzig ist geschafft und in Betrieb genommen. Siemens rüstete die rund 230 Kilometer lange Neubaustrecke mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) Level 2 aus. Eine Premiere: Auf der gesamten Strecke wird erstmalig auf konventionelle ortsfeste Außensignale verzichtet und die notwendigen Signale über ein digitales Bahnmobilfunksystem übertragen. Ab 2017 fahren dann Hochgeschwindigkeitszüge die Strecke in nur vier Stunden – mit bis zu 300 km/h.

Nun ging die erste Etappe von Erfurt nach Halle/Leipzig in den Passagierbetrieb. Auf der gesamten Strecke wird erstmalig auf konventionelle ortsfeste Signale verzichtet. Die notwendige Kommunikation zwischen Fahrzeug und Strecke wird über das digitale Bahnmobilfunksystem GSM-R (Global System for Mobile Communications Railway) übertragen. Dies erlaubt Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h und ermöglicht Fahren in kürzeren Abständen, der Durchsatz wird deutlich erhöht.

Der Neu- und Ausbau ist erforderlich, um die wachsenden Verkehrsmengen auch zukünftig zu bewältigen und dem Personenverkehr eine konkurrenzfähige und umweltschonende Alternative zu Straße und Flugzeug zu bieten. Siemens rüstete die gesamte 123 Kilometer lange Neubaustrecke mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS (European Train Control System) in der zweiten Ausbaustufe aus.

Es zeichnet sich durch eine ständige Kommunikation zwischen Fahrzeug und Strecke aus. Lokführer erhalten dabei ihre Fahrbefehle – etwa Geschwindigkeitsbeschränkungen – nicht wie bisher über Signale, sondern von einer Streckenzentrale über das digitale Bahnfunksystem GSM-R übertragen. Die Ermittlung von Position und Richtung des Zuges erfolgt dabei im Fahrzeugrechner, der die Informationen regelmäßig über GSM-R an die Streckenzentrale gibt.

Im Vergleich zu herkömmlichen Zugbeeinflussungsystemen muss der Lokführer so nicht vor jedem Signal zwangsläufig abbremsen um die nötigen Fahrbefehle für den kommenden Streckenabschnitt zu erhalten. Die Vorteile: ETCS Level 2 reduziert nicht nur die Infrastrukturkosten erheblich, sondern steigert durch das vorausschauende Fahren die Streckenkapazität, erhöht die mögliche Geschwindigkeit und verkürzt damit die Reisezeit.

Das Schienenverkehrsprojekt VDE8 umfasst den Neu- und Ausbau von Streckenabschnitten mit einer Gesamtlänge von rund 500 Kilometern zwischen Nürnberg, Erfurt, Halle, Leipzig und Berlin. Dadurch reduziert sich die Fahrzeit zwischen München und Berlin ab 2017 auf unter vier Stunden. Das Bauvorhaben gliedert sich in verschiedene Teilprojekte (VDE 8.1 bis VDE 8.3):

Die Aus- und Neubaustrecke Nürnberg–Erfurt (VDE 8.1) durch den Thüringer Wald verkürzt die Reisezeit zwischen den großen Städten im Süden und Osten gravierend – um bis zu 1 Stunde 40 Minuten. Die Sprintstrecke Erfurt–Leipzig/Halle (VDE 8.2) erhöht das Tempo im Ost-West-Verkehr.

Zum Beispiel wird die Fahrt zwischen Dresden und Frankfurt bis zu einer halben Stunde kürzer. Zwischen Leipzig/Halle und Berlin hat sich schon seit 2006 mit der Inbetriebnahme der Ausbaustrecke (VDE 8.3) die Reisezeit halbiert – auf rund eine Stunde.

Diese Presseinformation sowie Pressebilder finden Sie unter www.siemens.com/presse/vde8

Die Siemens AG (Berlin und München) ist ein führender internationaler Technologiekonzern, der seit mehr als 165 Jahren für technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität steht. Das Unternehmen ist in mehr als 200 Ländern aktiv, und zwar schwerpunktmäßig auf den Gebieten Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung. Siemens ist weltweit einer der größten Hersteller energieeffizienter ressourcenschonender Technologien. Das Unternehmen ist Nummer eins im Offshore-Windanlagenbau, einer der führenden Anbieter von Gas- und Dampfturbinen für die Energieerzeugung sowie von Energieübertragungslösungen, Pionier bei Infrastrukturlösungen sowie bei Automatisierungs-, Antriebs- und Softwarelösungen für die Industrie. Darüber hinaus ist das Unternehmen ein führender Anbieter bildgebender medizinischer Geräte wie Computertomographen und Magnetresonanztomographen sowie in der Labordiagnostik und klinischer IT. Im Geschäftsjahr 2015, das am 30. September 2015 endete, erzielte Siemens einen Umsatz von 75,6 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 7,4 Milliarden Euro. Ende September 2015 hatte das Unternehmen weltweit rund 348.000 Beschäftigte.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com


Reference Number: PR2015120110MODE


Ansprechpartner
Frau Katharina Zoefeld
Division Mobility
Siemens AG

Otto-Hahn-Ring 6

81739 München

Tel: +49 (89) 636-636802

katharina.zoefeld​@siemens.com

Katharina Zoefeld | Siemens Mobility

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Augmented Reality in der Logistik: Packen mit der Datenbrille
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik

nachricht Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie
19.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Abwehrmechanismus gegen Sauerstoffradikale entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umwandlung von nicht-neuronalen Zellen in Nervenzellen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Im Fußballfieber: Rittal Cup verspricht Spannung und Spaß

18.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics