Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effiziente Güterströme: Das World Wide Web als Vorbild der Logistik

24.02.2014
TU Graz federführend im internationalen Projekt „MODULUSHCA“ der Initiative „Physical Internet“

Ein Logistik-System nach dem Vorbild des World Wide Web: Die Vision des sogenannten „Physical Internet“ ist es, statt digitaler Datenpakete reale Güter um den Globus zu schicken, in genormten modularen Behältersystemen, gemeinsam genutzten Transportmitteln und über offene Netze. Im ersten physischen Beitrag zum „physischen“ Internet, dem EU-Projekt „MODULUSHCA“, spielt die TU Graz mit der Entwicklung der modularen Transportboxen eine federführende Rolle. Der erste Prototyp aus dem 3D-Drucker ist fertig und wird nun umfassenden Belastungs- und Funktionstests unterzogen.


Effiziente Güterströme: Im EU-Projekt MODULUSHCA wird das Internet zum Vorbild der weltweiten Logistik.

Modulushca

Güterströme weltweit effizienter, flexibler und nachhaltiger machen will die internationale Initiative „Physical Internet“: So wie im World Wide Web Informationen als Datenpakete durch weit verzweigte, offene Routen geschickt werden, sollen auch Güter in einem weltweiten Logistik-Verbund nahtlos, schnell und flexibel an ihren Bestimmungsort gelangen. Ein genormtes, modulares Behältersystem, synchronisierte Lieferungen, ein gemeinsames Transportnetz und schließlich die gemeinsame Nutzung von Ladekapazitäten sollen das „Physical Internet“ wahr werden lassen. „Die physische, digitale und operative Vernetzung der weltweiten Logistikbranche ist ein Kraftakt. Bis 2030 wollen wir das Ziel des globalen physischen Internets aber erreichen“, sagt Christian Landschützer vom Institut für Technische Logistik der TU Graz. 

Eine Box für alle Fälle

Bislang sind große Warenhändler logistische Einzelkämpfer: Sie betreiben riesige Distributionszentren nur für den eigenen Zweck, haben eine eigene Flotte an Transportmitteln und ein eigenes System der Warenlieferung. „Diese Individualität der Logistikbranche ist der Grund, warum das System trotz vieler Bemühungen relativ unflexibel, ineffizient und wenig umweltfreundlich ist“, schildert Landschützer. LKW und Container sind selten voll genutzt und reisen oftmals völlig leer oder nur halbvoll um die Welt. „So zielen alle Bemühungen, die CO2-Belastung im Warenverkehr durch verbesserte Transport-Technologien zu reduzieren, ins Leere. Dem soll das ‚Physical Internet‘ entgegenwirken“, unterstreicht Landschützer.

Das EU-Projekt „MODULUSHCA“ ist ein erster konkreter Schritt. Am Beispiel Konsumgüter wollen die Logistikexperten das Konzept des physischen Internet erstmals in die Praxis umsetzen. Mit der Entwicklung der modularen Transportboxen hat das Team der TU Graz eine maßgebliche Rolle im Projekt: „Wir brauchen standardisierte und flexible Transportbehälter, die über 30 verschiedene Kriterien erfüllen müssen“, betont Landschützer. Die modularen Boxen müssen dabei wahre Alleskönner sein: Sie sollten sich unter anderem recyceln, stapeln und untereinander verbinden lassen, in sämtliche Transportmittel passen, ISO-genormt in verschiedenen Größen nach Bedarf kombinierbar sein, zudem einheitlich gekennzeichnet und identifizierbar und wenig CO2¬ in der Herstellung verbrauchen.

Prototyp aus dem 3D-Drucker

Der erste physische Beitrag auf dem Weg zum physischen Internet ist dem Grazer Expertenteam geglückt: Nach umfassenden Vorentwicklungen haben sie mittels „Rapid Prototyping Technology“ Einzelteile aus dem 3D-Drucker zum ersten Prototypen der Transportbox zusammengesetzt. Der Prototyp der Transportbox muss nun verschiedene Labortests absolvieren und wird unter anderem auf Zuverlässigkeit der Mechanismen, Festigkeit, Verschleiß und mögliche Fehlerquellen überprüft. Ab Ende Mai 2014 sollen mit insgesamt bis zu 40 weiterentwickelten Prototypen in zwei verschiedenen Größen erste Tests im realen Warenumlauf stattfinden, konkret mit einem großen Konsumgüter-Produzenten, der Supermärkte mit Waren wie Körperpflegeprodukte, Reinigungsmittel und Co. beliefert.

MODULUSHCA ist im Oktober 2012 gestartet und hat eine Projektlaufzeit von drei Jahren. Neben der TU Graz sind weitere Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Logistikunternehmen und Warenhändler aus ganz Europa Teil des Projekt-Konsortiums.

Nähere Informationen: http://www.modulushca.eu

Bildmaterial bei Nennung der angeführten Quellen honorarfrei verfügbar unter http://www.presse.tugraz.at/webgalleryBDR/data/Modulushca/index.htm

Rückfragen:
Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Christian Landschützer
Institut für Technische Logistik
E-Mail: landschuetzer@tugraz.at
Tel.: +43 (0) 316 873 7325
Mobil: +43 664 3549554

Alice Senarclens de Grancy | Technische Universität Graz
Weitere Informationen:
http://www.tugraz.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie
19.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht HyperloopTeam aus Oldenburg und Emden in die dritte Runde gestartet
27.03.2018 | Hochschule Emden/Leer

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics