Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitalisierung im Seehafen der Zukunft mit Cloud als Basis für Industrie-4.0-Standards

26.11.2015

„Prozessinnovation durch digitale Dienstleistungen für den Seehafen der Zukunft“ (ProDiS) | BIBA initiiert und leitet Verbundprojekt für maritime Wirtschaft | 1,9 Millionen Euro aus Berlin für richtungsweisende Forschung aus Bremen | Thema Hafenlogistik: Container-Umschlag und besonders Offshore-Windindustrie im Fokus

Das Land Bremen zählt zu den weltweit leistungsstärksten Hafen- und Logistikstandorten. Zudem gilt es auf diesem Feld als international herausragendes Kompetenzzentrum. Unter anderem die disziplinen- und institutionenübergreifende Zusammenarbeit mit einem regen Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schaffen hier ein anerkannt gutes Klima für Innovationen und ermöglichen immer wieder wegweisende Forschungen.


Digitale Dienstleistungen können die Planung und den Umschlag in Seehäfen wie hier am Containerterminal in Bremerhaven unterstützen.

Foto: Sabine Nollmann

Ein Beispiel dafür ist das neue Projekt „Prozessinnovation durch digitale Dienstleistungen für den Seehafen der Zukunft“ (ProDiS) mit sechs bremischen Partnern unter der Leitung des BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen.

Das dreieinhalbjährige Verbundprojekt beschäftigt sich mit der Optimierung von Prozessen im Seehafen. Es hat ein Volumen von 2,4 Millionen Euro, wird vom Bundesforschungsministerium mit rund 1,9 Millionen Euro gefördert und vom Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreut.

Forschungspartner des BIBA ist das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL, Bremen). Als Anwendungspartner arbeiten die Unternehmen Container-Service Friedrich Tiemann (Bremen) sowie Kronschnabel und Franke Schwerlast Spedition (Bremerhaven) mit. Als Servicedienstleister agieren der IT-Spezialist für Cloud-Lösungen Axtrion (Bremen) und die Logistik Service Agentur (Bremerhaven).

Darüber hinaus engagieren sich das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN), VIA Bremen, die Bremische Hafenvertretung (BHV) und die Deutsche GVZ-Gesellschaft in dem Vorhaben. Heute am 26.11.2015 treffen sich die ProDiS-Akteure zum Projektauftakt im BIBA.

„Das Projekt ist für Bremen eine gute Möglichkeit, unsere Spitzenposition in Wirtschaft und Wissenschaft auszubauen und ein Beleg für die Arbeit des Maritimen Clusters Norddeutschland“, sagt der zuständige Innovationsmanager Andreas Born von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen.

„Hohes Innovations- und Optimierungspotenzial durch digitale Dienstleistungen“

Die Optimierung entlang der Wertschöpfungsketten spielt in der logistischen Prozessgestaltung eine für den wirtschaftlichen Erfolg entscheidende Rolle. Die globalen Vernetzungen und permanent wachsenden Anforderungen sowie stetig neue technische Möglichkeiten fordern die Branche enorm.

Prozesse werden immer komplexer und unübersichtlicher, es bedarf der Digitalisierung sowie der besseren Einbindung von Dienstleistungen und der intensiveren Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Die ProDiS-Forschungen sollen hier helfen und die Innovationskraft auch kleiner und mittlerer Unternehmen steigern.

„Die Prozesse rund um den Güterumschlag in den Seehäfen bergen ein hohes Innovations- und Optimierungspotenzial, das durch neue digitale Dienstleistungen sowie deren intelligente Verknüpfung miteinander genutzt werden kann“, sagt BIBA-Leiter Professor Dr.-Ing Klaus-Dieter Thoben.

„Zum Beispiel Kosten und Terminabweichungen können zumeist nur noch durch Prozessoptimierung reduziert werden – durch die Unterstützung mittels überbetrieblicher digitaler Dienstleistungen für die Planung und Durchführung“. Das Projekt ProDiS konzentriert sich auf dieses Optimierungspotenzial und hat dabei den Seehafen-Umschlag von standardisierten Einheiten (Container), besonders aber den Umschlag für die Offshore-Windindustrie im Fokus.

Verbesserung der Planung und Unterstützung der Operationen im Seehafen

Unter anderem Güter, Equipment und Beschäftigte, so das Projektziel, werden drahtlos miteinander vernetzt automatisch Informationen an eine sogenannte Datenwolke liefern und diese übergeordnete Datensammlung (Cloud) anfüttern. Die gesammelten Informationen und Daten aus bisher nicht untereinander verbundenen Systemen in einer unternehmensübergreifenden, hafenbezogenen Cloud bilden die Grundlage zur Generierung digitaler Dienstleistungen in den Bereichen Information, Planung und Unterstützung des Umschlags.

Alle Beteiligten können daraus je nach Bedarf Informationen beziehen. Auf der Basis dieser Cloud können dann digitale Dienstleistungen konfiguriert und zeitnah zur Verbesserung der Planung und der Unterstützung der Operationen im Seehafen zur Verfügung gestellt werden.

ProDiS erarbeitet ein Konzept für die Entwicklung und Integration modularisierter und skalierbarer digitaler Dienste (hybride Leistungsbündel) für in der Hafenlogistik tätige Unternehmen und erprobt sie im betrieblichen Umfeld. Die Forschungen des BIBA und des ISL werden begleitet von betrieblichen Anwendern, Dienstleistern und assoziierten Partnern.

So sind ein steter Anwendungsbezug und eine Umsetzung der Forschungsergebnisse entsprechend der Anforderungen neuester Industrie-4.0-Standards in reale Umgebungen gewährleistet. Darüber hinaus, heben die BIBA-Wissenschaftler hervor, werde bei den Forschungen auch eine spätere, mögliche Übertragbarkeit der Projektergebnisse auf verwandte Branchen angestrebt.

Infos zur Logistik-Branche:
Mit einem Umsatz von 235 Milliarden Euro (2014) ist die Logistikbranche nach der Automobil-Wirtschaft und dem Handel die drittgrößte Branche in Deutschland. Sie beschäftigt mehr als 2,9 Millionen Menschen. Im europäischen Logistik-Markt, der auf 930 Milliarden Euro (2013) geschätzt wird, hat Deutschland mit mehr als 20 Prozent einen europaweit einzigartig hohen Anteil und nimmt darüber hinaus eine internationale Spitzenposition in Infrastrukturqualität und Logistiktechnologie ein. (Quellen: Statistica und Bundesvereinigung Logistik – BVL)

Achtung Redaktionen:
Fotos zur Pressemitteilung finden Sie unter http://www.biba.uni-bremen.de/press2015.html oder erhalten sie über Sabine Nollmann (E-Mail: mail@kontexta, Mobil: 0170 904 11 67)

Ihre Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Klaus-Dieter Thoben, Telefon: 0421 218-500 05, E-Mail: tho@biba.uni-bremen.de
Christian Gorldt, Telefon: 0421 218-501 00, E-Mail: gor@biba.uni-bremen.de
Dipl.-Inform. Heiko Duin,Telefon: 0421 218-500 91, E-Mail: du@biba.uni-bremen.de

Weitere Informationen:

http://www.biba.uni-bremen.de

Sabine Nollmann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Effizient und intelligent: So können Drohnen die Zustellung von Gütern planen
12.07.2017 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

nachricht Hyperloop: Hightech aus dem Nordwesten
10.07.2017 | Hochschule Emden/Leer

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet

20.07.2017 | Wirtschaft Finanzen