Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit einer Datenbrille Autoteile kommissionieren

13.12.2013
Das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen und das Bremer Unternehmen xCon Partners entwickeln eine neuartige Lösung, die Mitarbeitern alle Infos visuell über Head-Mounted-Display oder Tablet-PC zur Verfügung stellt. Das Resultat: schnelleres Finden der Teile bei reduzierter Fehlerrate. Ein Praxistest läuft dazu bei Daimler in Bremen.

Google Glass ist in aller Munde – eine leichte Datenbrille, mit deren Hilfe die Nutzer Fotos und Videos machen, Infos zu Orten abrufen oder sich navigieren lassen können.


Datenbrille für die Kommissionierung
"TZI"

Google wendet sich mit diesem Head-Mounted Display an Verbraucher – doch es gibt jetzt auch Datenbrillen anderer Hersteller, die ebenso leicht und zudem robust genug sind für den industriellen Einsatz. Ein mögliches Einsatzfeld ist die Kommissionierung in der Produktionslogistik.

Hierfür entwickeln das TZI der Universität Bremen und xCon Partners GmbH im Rahmen des von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen geförderten einjährigen Transferprojekts „xPick“ eine innovative Lösung zur Marktreife, die den Mitarbeiter erstmals über eine visuelle Darstellung zu den richtigen Regalen und Fächern für die jeweils gesuchten Teile führt.

Eine Lösung, die parallel im Pilotprojekt bei Daimler im Mercedes-Benz Werk Bremen zunächst mit einem am Wagen angehängten Tablet-PC auf Herz und Nieren getestet wird. „Wir rechnen mit einer konkreten Leistungssteigerung in den operativen Prozessen, die uns diese flexible Low-Cost-Lösung bringen wird“, sagt Thorsten Schmidt, der im Bremer Werk für das Arbeitsgebiet Abgriffüberwachung und Kommissioniertechnologie im Bereich Montage und Logistikplanung zuständig ist.

Die xPick-Lösung bietet Mitarbeitern alle relevanten Informationen, die grafisch auf einem mobilen Endgerät, etwa einer Datenbrille oder einem Tablet-PC, dargestellt werden. „Das Visuelle prägt sich besser und leichter ein. Das führt zu einer Kommissionierung, die schneller ist und geringere Fehlerraten aufweist als die zumeist verwendeten Picklisten auf Papier oder Audiolösungen, die Mitarbeiter über eine Sprachsteuerung zu den Regalen führen“, erläutert Professor Michael Lawo, Projektleiter am TZI. Schnelligkeit und Fehlerrate sind die zentralen Stellschrauben, um Kosten zu sparen. „Denn je nach Branche entfallen auf die Kommissionierung zwischen 55 und 70 Prozent der gesamten Lagerhallenkosten“, sagt Dr. Hannes Baumann, xPick-Produktleiter bei xCon Partners.

Darüber hinaus arbeiten die Partner im Rahmen des Transferprojekts an einer intelligenten Fehlererkennung für die visuelle Lösung mit der Datenbrille. Mit einem Plausibilitäts-Wiegeverfahren soll ermittelt werden, ob der Werker tatsächlich das richtige Teil im Regal entnommen und in die richtige Sammelbox gelegt hat. „Wir messen das Gewicht und entspricht es nicht dem benötigten Teil, erhält der Kommissionierer eine Fehlermeldung im Display. So wird etwa auch bemerkt, ob er die richtige Anzahl pro Teil entnommen hat“, sagt Lawo.

Datenbrillen und ihre vielfältigen Anwendungen in unterschiedlichen Bereichen von der Arztvisite über den Notfalleinsatz der Feuerwehr bis hin zur Qualitätskontrolle in der Automobilindustrie oder Wartungsarbeiten an Flugzeugen gehören zum Forschungsbereich Wearable Computing, in dem das TZI seit über zehn Jahren Know-how aufgebaut hat. „Das ist schon eine Alleinstellung. Es gibt wenig Wissen im Markt der Wearables“, sagt Dr. Hendrik Witt, Geschäftsführer von xCon Partners, der am TZI in diesem Forschungsbereich promoviert hat. In Transferprojekten mit Industriepartnern, wie „wearIT@work“ und „SiWear“, legten TZI-Forscher die Grundlagen für heute mögliche marktreife Lösungen. Damals entstanden die Kooperationen mit Daimler und mit dem SAP Kompetenzzentrum, in dem aktuell an Anbindungen der mobilen Lösungen an ERP-Software gearbeitet wird.

Diese Kompetenz hat auch die Bremer Wirtschaftsförderung überzeugt. „In xPick erkennen wir innovatives Potenzial für die regionale Wirtschaft und fördern das Projekt nicht zuletzt, weil wir uns von der Forschungskooperation mit dem TZI einen erheblichen Mehrwert für zahlreiche hiesige Unternehmen versprechen, die im Bereich Logistik tätig sind“, berichtet Dr. Norbert Möllerbernd, Innovationsmanager im Cluster „Maritime Wirtschaft und Logistik“.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI)
www.xpick.de und www.head-mounted-display.info
Knut Köstergarten
Tel. 0421 3800353 oder mobil 0176 28059267

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.xpick.de
http://www.head-mounted-display.info
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen
26.06.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive