Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bosch und Fraunhofer lassen das Internet der Dinge Wirklichkeit werden

17.03.2016
  • Intelligenter Behälter »TraQ« und smarter Luftfrachtcontainer »iCon« öffnen die Tür zur selbststeuernden Logistik 4.0
  • Premiere der ersten Hardware für den »Industrial Data Space«

Die Selbstorganisation in der Logistik kommt. Cyberphysische Systeme in Form intelligenter Container und Behälter sowie ihre Vernetzung auf Basis des »Industrial Data Space« sind auf der CeBIT erstmals im Zusammenspiel zu sehen. Die Entwicklungen, mit denen sich Produktion und Logistik in Zukunft selbst organisieren, erfolgten in einer Kooperation der Robert Bosch GmbH, Stuttgart, und des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund.


Intelligentes Display für den smarten Luftrachtcontainer "iCon".

Fraunhofer

»Die Hochzeit cyberphysischer Systeme mit dem ‚Industrial Data Space‘ lassen das Internet der Dinge nicht nur in der Theorie Wirklichkeit werden. Sie öffnen das Tor zur selbstorganisierenden Logistik«, ist sich Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, sicher. Erstmals wurde nun in der Kooperation zwischen Bosch und dem Fraunhofer IML zielgerichtet Hardware direkt mit Blick auf den derzeit entstehenden sicheren Datenraum »Industrial Data Space« entwickelt. Diese stellt die erforderliche Datensicherheit auch mit der Datenübergabe an den »Industrial Data Space« sicher – sowohl im Austausch zwischen cyberphysischen Systemen als auch vom einzelnen Behälter in den »Industrial Data Space«.

Das Internet der Dinge wird Wirklichkeit

»Gemeinsam mit Unternehmen wie Sick und Bosch sind wir auf der Hardware-Seite auf gutem Wege, De-facto-Standards für Industrie 4.0 und Logistik 4.0 zu setzen. Das ist eine wichtige Initialzündung für das Internet der Dinge«, urteilt ten Hompel. Dem Prinzip seien keine Grenzen gesetzt. Jeder Ladungsträger, jedes Transportmittel, jedes Ding in der Logistik könne mit dieser Technologie ausgerüstet zum cyberphysischen System werden. Doch ten Hompel denkt dabei schon einen Schritt weiter: »Heute organisieren sich die Behälter selbst, auf der nächsten CeBIT werden wir selbstorganisierende Läger sehen.« Ähnliches prognostiziert auch Andreas Reutter, Executive Vice President Logistics bei der Robert Bosch GmbH: »Grundlage für die von uns angestrebte ‚Connected Supply Chain‘ ist die Digitalisierung logistischer Objekte. Ihre Vernetzung schafft neue Vorraussetzungen für die Weiterentwicklung der Logistik.« Gemeinsam gehen die Kooperationspartner daher rasch voran: »Unsere Arbeit an der ‚Conected Supply Chain‘ und die des Fraunhofer IML am Internet der Dinge ergänzen sich sowohl in der Vision als auch in den technologischen Ansätzen hervorragend«, ergänzt Reutter.

Marktreife Hardware für die Logistik 4.0

Als erstes Produkt will Bosch in 2017 den intelligenten Behälter »TraQ« auf den Markt bringen. Er verfügt über Sensoren und ist in der Lage, sich sicher über das Internet mit anderen cyberphysischen Systemen auszutauschen. Die Sensorplattform speichert und analysiert Umgebungsvariablen.


Als Fraunhofer-Entwicklung auf gleicher technischer Basis ist der in Dortmund entstandene autonome Luftfrachtcontainer »iCon« zu sehen. Er versorgt sich über Solarzellen mit Strom und verfügt über ein integriertes, hochauflösendes ePaper-Display.

GPS zum weltweiten Tracking ist ebenso an Bord wie eine 4G-Datenübertragung ohne SIM-Karte und Sensoren für die Erfassung von Temperatur und Beschleunigung, zum Beispiel zur Unfallerkennung, aber auch zur Analyse des Flug- und Bodentransports.

Damit ist er in der Lage, jederzeit Daten über seinen Zustand an andere cyberphysische Systeme zu kommunizieren und ermöglicht entlang der Supply Chain entsprechende Reaktionen auf Verpätungen, Temperaturerhöhungen etc.

Interessant ist die Technologie unter anderem für Logistikdienstleister: »iCon« kann Transportdokumente speichern und über das integrierte ePaper-Display anzeigen. Damit werden beispielsweise Papierdokumente, die heute noch tonnenweise um den Erdball geflogen werden, künftig überflüssig.

Der Luftfrachtcontainer »iCon« und der Behälter »TraQ« sind noch bis zum 18. März 2016 live zu sehen auf dem CeBIT-Stand der Fraunhofer-Gesellschaft in Halle 6, Stand B36.

Über den »Industrial Data Space«:
Die Digitalisierung ist gleichzeitig Treiber und Befähiger innovativer Geschäftsmodelle. Voraussetzung für smarte Services, innovative Leistungsangebote und automatisierte Geschäftsprozesse sind der sichere Austausch und die einfache Kombination von Daten in Wertschöpfungsnetzwerken – ohne dabei die Souveränität über die eigenen Daten zu verlieren. Die Initiative »Industrial Data Space« der Fraunhofer-Gesellschaft zielt darauf ab, einen sicheren Datenraum zu schaffen, der Unternehmen die souveräne Bewirtschaftung ihrer Datengüter ermöglicht. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF, erarbeiten 12 Fraunhofer-Institute gemeinsam mit Vertretern namhafter Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Größen ein Konzept für eine umfassende, branchenübergreifende Vernetzung in einem offenen Datenraum. Die Koordination des Forschungsprojekts »Industrial Data Space« liegt beim Fraunhofer IML.

Weitere Informationen:

http://www.iml.fraunhofer.de/de/presse_medien/pressemitteilungen/bosch-und-fraun...
http://www.fraunhofer.de/de/forschung/fraunhofer-initiativen/industrial-data-spa...

Dipl.-Kffr Bettina von Janczewski | Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Urbane Logistik der Zukunft
06.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Unfälle vermeiden und den Verkehrsfluss verbessern - Pilotanlage zum Automatisierten Fahren in Ulm
26.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte