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Zugstärkste dieselelektrische Frachtlokomotive in Europa

05.10.2007
ER 20 CF für die Litauischen Bahnen wurde feierlich am Hauptbahnhof in Vilnius enthüllt

Die erste Frachtlokomotive des Typs ER 20 CF von Siemens Transportation Systems ist jetzt offiziell in Litauen in Empfang genommen worden. Neben dem litauischen Bahnvorstand Stasys Dailydka sowie Verkehrsminister Algirdas Butkevièius und Siemens-Bereichsvorstand Hans M. Schabert ließ es sich auch der litauische Premierminister Gediminas Kirkilas nicht nehmen, eine erste Probefahrt zu absolvieren. Die neue Frachtlokomotive ist mit 138 Tonnen eine der schwersten Lokomotiven in Europa und kann in Zweifachtraktion bis zu 6000 Tonnen schwere Züge ziehen. So transportiert sie 50 Prozent mehr Fracht pro Fahrt als vorher.

Die sechsachsigen Lokomotiven des Typs ER 20 basieren auf der von Siemens entwickelten Eurorunner-Familie für Diesellokomotiven und sind die ersten Loks mit moderner Drehstromantriebstechnik für den Breitspurmarkt mit 1520 mm. Die Dieselmotoren der litauischen Variante entwickeln bis zu 2000 Kilo¬watt Leistung und ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Aufgrund des hohen Gewichtes und einer Anfahrzugkraft von 450 kN kann die Lok in Zweifachtraktion Züge mit einem Gewicht bis zu 6000 Tonnen ziehen. Damit ist die ER 20 CF effizienter als bisherige Frachtlokomotiven in Litauen, die ein Gewicht von maximal 4000 Tonnen befördern konnten, und sie gehört zu den Stärksten auf dem europäischen Markt. Die Lokomotive ist mit einem Bordcomputer und einem Diagnosesystem ausgestattet, sodass sie auch in Mehrfachtraktion problemlos von einem Lokführer allein bedient werden kann. Außerdem wurde besonderer Wert auf eine geringe Lärmemission gelegt. Der Eurorunner für Litauen ist der erste, der mit neuem Frontend ausgestattet ist, das wesentlich sicherer und einfacher demontierbar ist.

Stasys Dailydka, CEO der litauischen Eisenbahn, sagte, es handele sich um einen Meilenstein in der Geschichte der bahntechnischen Entwicklung des Landes: „Die Einführung des Eurorunner ER 20 CF bei der litauischen Bahn ist ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Fahrzeugflotte. Mit diesen 34 Lokomotiven unterhält die litauische Eisenbahn die stärkste Lokomotivflotte in Osteuropa.“

34 dieselelektrische Lokomotiven dieser Bauart im Wert von 123 Millionen Euro haben die Litauischen Eisenbahnen im Jahr 2005 bestellt. Alle bestellten Fahrzeuge werden im Siemens-Lokomotivenwerk in München produziert. Momentan befindet sich die zweite Lokomotive auf dem Weg nach Litauen. Bis 2009 werden alle Loks ausgeliefert sein. Sie werden vor allem im Korridorverkehr zwischen Russland und den Ostseehäfen Klaipeda und Kaliningrad zum Einsatz kommen.

Die Loks der Eurorunner-Familie gibt es als vier- oder sechsachsige Variante. Der Eurorunner ist eine Plattform für Diesellokomotiven, die an die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden kann. So ist der Eurorunner je nach Wunsch auch mit bis zu 3500 Kilowatt, einer Anfahrzugkraft von bis zu 550kN, Zugstromversorgung, in Breit- und Normalspur und mit einer Geschwindigkeit bis zu 160 km/h zu erhalten. Der vierachsige Eurorunner kommt bereits bei der Österreichischen Bundesbahn, bei Kowloon-Canton-Railways in Hongkong, bei Mitsui sowie bei mehreren weiteren privaten Bahnbetreibern in Deutschland und Österreich zum Einsatz.

Der Siemens-Bereich Transportation Systems (TS) zählt zu den international führenden Anbietern der Bahnindustrie. Als Gesamtanbieter und Systemintegrator vereint TS heute in seinen Segmenten Automation & Power, Rolling Stock, Turnkey Systems und Integrated Services sämtliche Kompetenzen von Betriebsführungssystemen über die Bahnstromversorgung bis hin zu Fahrzeugen für den Nah-, Regional- und Fernverkehr sowie umfassende Erfahrungen im Projektmanagement und zukunftsorientierte Servicekonzepte. Im Geschäftsjahr 2006 (30. September) erzielte TS mit weltweit 18800 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 4,5 Mrd. EUR nach U.S. GAAP.

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Weitere Informationen:
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