Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Piloten halten Abstand

17.09.2007
Übernimmt die Crew bei der Landung Aufgaben der Fluglotsen, spart das Kerosin und erhöht die Sicherheit

Die Vorteile sind enorm: Nicht nur, dass in einer dreiviertel Stunde ein oder zwei Flugzeuge mehr landen könnten, was den Flughäfen mehr Einnahmen brächte, auch ein bis zwei Prozent Kerosin könnten eingespart werden. Dementsprechend weniger des Treibhausgases Kohlendioxid würde in die Luft geblasen.

Voraussetzung wäre, dass ein neues Konzept der europäischen Flugsicherungsorganisation Eurocontrol umgesetzt werden würde.

Dieses neue Konzept sieht vor, dass nicht mehr wie bisher der Fluglotse den Piloten beim Landeanflug ständig mitteilt, welcher Abstand zu einem ihm vorauslandenden Jet zu halten ist, sondern dass der Pilot einmal eine Angabe erhält und dann selbstständig den Abstand kontrolliert.

Getestet und für gut befunden

Ob der Pilot jedoch zuverlässig das Einhalten des Sicherheitsabstandes übernehmen kann, wurde nun an der TU Berlin untersucht. Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Gerhard Hüttig haben Dr.-Ing. Oliver Lehmann und Dipl.-Ing. Thomas Pütz am Institut für Luft- und Raumfahrt /Fachgebiet Flugführung und Luftverkehr zusammen mit Piloten der Fluggesellschaften Lufthansa, Air France und LTU sowie Airbus-Testpiloten das neue Konzept von Eurocontrol auf Herz und Nieren getestet. Möglich ist das, weil die TU Berlin über einen Flugsimulator verfügt, mit dem die Verhältnisse zwischen einem echten Flugzeug-Cockpit und der Flugsicherung zuverlässig simuliert werden können. Zwölf Piloten haben die Tests absolviert und waren von dem neuen System überzeugt.

Im neuen Verfahren sagt der Lotse dem Piloten beim Einfädeln, er solle einen bestimmten Abstand von zum Beispiel 90 Sekunden einhalten. Je nach Geschwindigkeit entspricht das zwischen vier und acht nautischen Meilen oder sieben bis 15 Kilometern. Da die laufenden Funksprüche zum Beschleunigen oder Abbremsen entfallen, hat der Pilot mehr Zeit, sich um den Flug und den richtigen Sicherheitsabstand zu kümmern.

Trotzdem behält der Lotse die Verantwortung: Auf seinem Radarschirm sieht er, ob die Abstände richtig eingehalten werden. Ist das nicht der Fall, mahnt er den Piloten. Das passiert logischerweise erheblich seltener als die bisherigen laufenden Kursanweisungen. Das neue Verfahren aber bietet neben dieser Entlastung des Lotsen weitere Vorteile: Statt des Lotsen allein kontrolliert nun auch der Pilot den Abstand. Das erhöht die Sicherheit. Der Paketdienst UPS jedenfalls testet ein ähnliches System bereits in den USA.

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Dr.-Ing. Oliver Lehmann, Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin, Marchstr. 12, 10587 Berlin, Tel.: 030/314-24372, E-Mail: oliver.lehmann@tu-berlin.de, Thomas Pütz, Tel.: 030/314-24872, E-Mail: thomas.puetz@tu-berlin.de

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal

Weitere Berichte zu: Lotsen Luft- und Raumfahrt Pilot Raumfahrt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht aCar - Der elektrische „Alleskönner“
21.08.2017 | Technische Universität München

nachricht Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb
21.08.2017 | Technische Universität Hamburg-Harburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen