Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni Kiel und Funkwerk IT kooperieren: Damit Automatisierung auch im Regionalbahnverkehr Einzug hält

27.07.2007
Im regionalen Schienenverkehr gibt es bislang fast ausschließlich alte mechanische oder elektromechanische Stellwerke. In einem von Land Schleswig-Holstein und Innovationsstiftung Schleswig-Holstein (ISH) geförderten Kooperationsprojekt des Instituts für Informatik der Uni Kiel mit der Kieler Firma Funkwerk Information Technologies wird jetzt daran geforscht, wie elektronische Regional-Stellwerke der neuen Generation möglichst schnell und kostengünstig auf den Regionalbahnstrecken in Schleswig-Holstein eingesetzt werden können.

Im Mittelpunkt steht dabei in einem ersten Schritt die so genannte Projektierung der Eisenbahninfrastruktur, für die die Kieler Wissenschaftler computergestützte Werkzeuge auf der Basis der international standardisierten Beschreibungssprache railML entwickeln. Am Ende soll auch dieser bisher überwiegend manuell durchgeführte Projektierungsprozess automatisiert werden.

Das Projekt wird mit 100 T€ aus dem Programm "Hochschule - Wirtschaft - Transfer" (HWT) gefördert und läuft bis zum Frühjahr 2009. Den Förderbescheid übergaben am 24. Juli in Kiel Wissenschaftsminister Dietrich Austermann und ISH-Vorstand Prof. Dr. Hans-Jürgen Block an den Antragsteller, Prof. Dr.-Ing Norbert Luttenberger, Direktor des Instituts für Informatik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die Funkwerk Information Technologies (Funkwerk IT) übernimmt mit 85 T€ fast die Hälfte der Gesamtkosten des Projekts. Das Unternehmen ist ein führender Anbieter von hoch automatisierten Informations- und Kommunikationstechnologien für den Schienenverkehr in Europa. In einem Pilotbetrieb auf der Regionalbahnstrecke Kiel - Flensburg wird seit Ende 2006 ein erstes elektronisches Stellwerk für Regionalstrecken in Lindaunis (Kreis Schleswig-Flensburg, Schleswig-Holstein) gebaut.

"Angewandte Forschung und Entwicklung hat für die kleinen und mittleren Unternehmen in Schleswig-Holstein eine große Bedeutung. Deshalb setzt das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr hier mit Programmen wie HWT oder dem Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein einen Förderschwerpunkt. Das aktuelle Projekt wird dazu beitragen, den Schienenverkehr in Schleswig-Holstein attraktiver zu machen und damit Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern", sagte Austermann.

Reinholdt Hundt, Geschäftsführer von Funkwerk IT, äußert sich außerordentlich positiv über das HWT-Förderprogramm: " Es gibt uns als mittelständischem Unternehmen die Möglichkeit, Entwicklungsthemen aufzugreifen und im Rahmen unserer Produktentwicklungen innovative Ansätze auf wirtschaftliche Machbarkeit zu überprüfen. So steigern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft und können damit den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein stärken."

"Mit unserem Förderprogramm HWT ermöglichen wir Wissenschaftlern aus allen Fachgebieten, anwendungsnah mit Unternehmen aus Schleswig-Holstein zusammenzuarbeiten. Schwerpunkte der Förderung liegen bisher in der Medizintechnik, der Bildverarbeitung und den Materialwissenschaften. Erfreulich, dass jetzt wieder einmal ein spannendes Projekt aus dem Bereich I+K realisiert wird. Welches wirtschaftliche Potenzial in diesem Thema steckt, zeigt das überdurchschnittlich hohe finanzielle Engagement des Unternehmens. In der Regel liegt der Unternehmensanteil an den Projektkosten im HWT-Programm bei rd. 20 Prozent", sagte Prof. Dr. Hans-Jürgen Block.

Sabine Recupero | idw
Weitere Informationen:
http://www.i-sh.org/hwt
http://www.informatik.uni-kiel.de/ifi/
http://www.funkwerk-it.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Urbane Logistik der Zukunft
06.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Unfälle vermeiden und den Verkehrsfluss verbessern - Pilotanlage zum Automatisierten Fahren in Ulm
26.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie