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Die ersten Passagiere fahren im Weltrekordzug Velaro

22.06.2007
Hochgeschwindigkeitszug von Siemens in Spanien im Einsatz

Mit dem Velaro E bringt Siemens erstmals einen deutschen Hochgeschwindigkeitszug in Spanien auf die Schiene. Heute wird der Betrieb durch die spanische Regierung und die spanische Eisenbahngesellschaft Renfe offiziell aufgenommen.


Der Velaro, der als erster Serienzug Reisegeschwindigkeiten von 350 km/h fahren kann, hat bei Testfahrten in Spanien bereits Spitzenwerte von 404 km/h erreicht. Damit ist er der schnellste Serien-Hochgeschwindigkeitszug der Welt. Nun fahren die ersten Passagiere im Regelbetrieb mit dem in Krefeld und Spanien gefertigten Zug auf den Strecken Madrid-Tarragona und Madrid-Sevilla. Der Auftrag hatte inklusive Service für 14 Jahre für Siemens ein Volumen von über einer Milliarde Euro.

Technologisch basiert der Velaro auf Weiterentwicklungen des erfolgreichen Triebzugkonzepts ICE 3 für die Deutsche Bahn AG. „Wir sind weltweit der einzige Anbieter, der mit dem Velaro im Hochgeschwindigkeitsverkehr über 300 km/h einen Triebzug vorweisen kann und darauf können wir sehr stolz sein“, sagte Hans M. Schabert, Vorsitzender des Bereichsvorstandes von Siemens Transportation Systems. „Mit dem Velaro setzen wir den eingeschlagenen Weg konsequent fort, Hochgeschwindigkeitszüge als Alleinhersteller anzubieten“.

Bereits im September 2006 hatte der Velaro E, bei der spanischen Eisenbahn Renfe „AVE S 103“ genannte Zug, mit 403,7 km/h einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord für Serienzüge aufgestellt. Der Rekord wurde während einer Testfahrt zwischen Madrid und Barcelona erzielt. „Unser Velaro E hat diese Geschwindigkeit als Serienfahrzeug ohne Umbauten aus dem Stand heraus erreicht. Es gibt zwar Züge, die schon schneller gefahren sind, aber dabei handelt es sich immer nur um Prototypen oder speziell ausgestattete Versuchsfahrzeuge“, betonte Schabert.

Der bisherige Weltrekord für Serienzüge lag bei 368 km/h aus dem Jahr 2000 und wurde von einem ICE 3 gehalten. Hintergrundinformation Triebzugkonzept Eine Vorgängerversion des Velaro, der ICE 3, der unter der Systemführerschaft von Siemens hergestellt wurde, fährt bereits seit der Expo im Jahr 2000 auf deutschen Schienen und auch erfolgreich in den Niederlanden. Auf dieses Konzept wollte man beim Velaro nun aufbauen, denn Triebzüge finden aufgrund verschiedener Vorteile gegenüber herkömmlichen Push-and-Pull-Zügen international großes Interesse: Bei einem Triebzug sind die Antriebskomponenten und Technikmodule unterflur über den ganzen Zug verteilt angeordnet und nicht wie beim Push-Pull-Konzept allein in zwei Lokomotiven jeweils nur vorne und am Ende des Zuges.

Bei gleicher Zuglänge bedeutet das etwa 20 Prozent mehr Raum für Sitzplätze, da statt Lokomotive zusätzlich Raum für Fahrgäste bleibt. So finden beispielsweise im chinesischen Velaro über 600 Passagiere Platz. Indem 50 Prozent der Achsen direkt angetrieben werden, kann der Zug aufgrund der besseren Haftwertausnutzung effektiver beschleunigen. Darüber hinaus ermöglicht dieses Antriebskonzept das Befahren von steileren Streckenabschnitten mit einer Steigung bis zu 40 Promille. Nicht zuletzt lastet durch die bessere Gewichtsverteilung über den gesamten Triebzug weniger Gewicht auf dem einzelnen Radsatz, wodurch die internationale Norm (TSI) von maximal 17 Tonnen pro Radsatz eingehalten wird. Die Zuglänge von 200 Metern ermöglicht den Einsatz des Velaro in Doppeltraktion bzw. im Flügelverkehr. Man wählte mit dem Velaro ein Plattform-Konzept, um auf spezielle Kundenwünsche wie unterschiedliche Klassen und betriebliche Anforderungen wie Temperatur- oder Topographieunterschiede weiterhin individuell eingehen zu können. Außer in Spanien hat man sich auch in China und Russland für den Velaro entschieden. Velaro E in Spanien Die 26 Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Velaro E (Kundenbezeichnung AVE S 103) für die Spanische Eisenbahn Renfe waren der erste Auftrag für die Velaro-Plattform von Siemens. Siemens Transportation Systems hat im Juli 2005 den ersten Velaro E in Spanien dem Kunden präsentiert. Von den 26 bestellten Zügen sind bereits 18 an den Kunden ausgeliefert. Mit einer Leistung von 8 800 Kilowatt erreicht der Triebzug eine reguläre Betriebsgeschwindigkeit von 350 Stundenkilometern. Mit einer Länge von 200 Metern bietet der AVE S 103 Platz für 404 Passagiere in drei Klassen: Club, Preferente, Turista. Merkmale des neuen Zugs sind der außergewöhnliche Komfort, das Video- und Audio-Programm sowie das Catering, für das vier Onboard-Galleys eingerichtet wurden. Am Kopf des Zuges befindet sich ein Endwagen der Club-Klasse mit Besprechungs- und VIP-Raum sowie eigener Galley. Die daran anschließende Preferente-Klasse bietet hochwertige Ausstattung und individuellen Service auf Business-Class-Niveau. Den Übergang zur Touristen-Klasse bildet der Cafeteria- Wagen, in dem sich auch Räume für das Kundenbetreuungszentrum, das Zugpersonal und für unbegleitetes Gepäck befinden. Fast alle Sitze des Verlaro E sind drehbar und können somit vor Fahrtbeginn in Fahrtrichtung ausgerichtet werden. In allen Wagenklassen bieten große Video-Displays Unterhaltungsprogramme. Zudem sind an allen Sitzplätzen sechs verschiedene Audioprogramme in Stereoqualität empfangbar.

LED-Innen- und Außendisplays versorgen die Fahrgäste mit aktuellen Informationen in verschiedenen Sprachen. Hinsichtlich des Zugsicherungssystems ist der AVE S 103 bereits mit dem neuen europäischen Standard ETCS (Level 2) ausrüstet, der die Voraussetzung auch für den grenzüberschreitenden Einsatz des Zuges bildet. Parallel zu den ersten Passagierfahrten startet nun auch der für 14 Jahre abgeschlossene Servicevertrag für die spanischen Hochgeschwindigkeitszüge.

Der Siemens-Bereich Transportation Systems (TS) zählt zu den international führenden Anbietern der Bahnindustrie. Als Gesamtanbieter und Systemintegrator vereint TS heute in seinen Segmenten Automation & Power, Rolling Stock, Turnkey Systems und Integrated Services sämtliche Kompetenzen von Betriebsführungssystemen über die Bahnstromversorgung bis hin zu Fahrzeugen für den Nah-, Regional- und Fernverkehr sowie umfassende Erfahrungen im Projektmanagement und zukunftsorientierte Servicekonzepte. Im Geschäftsjahr 2006 (30. September) erzielte TS mit weltweit 18 800 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 4,5 Mrd. EUR nach U.S. GAAP.

Angelika Holtkamp | Siemens TS-Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/transportation

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