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Rasendes Gepäck im Bauch des Drachen

13.06.2007
Siemens errichtet derzeit im neuen Terminal des Pekinger Flughafens eine der modernsten Gepäckbeförderungsanlagen der Welt. Sie kann pro Stunde mehr als 19.000 Gepäckstücke sortieren und transportieren. Herzstück ist eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, auf der Koffer elf Meter pro Sekunde zurücklegen. Insgesamt benötigt die Anlage weniger als 25 Minuten, um ein Gepäckstück vom Check-in das am weitesten entfernt geparkte Flugzeug zu befördern. Das System geht im Frühjahr 2008 in Betrieb – rechtzeitig vor Beginn der Olympischen Spiele im August.

Mit dem neuen Terminal wird der Flughafen zu den größten der Welt gehören. 60 Millionen Passagiere, 1,8 Millionen Tonnen Fracht und insgesamt 500.000 Flugzeuge sollen pro Jahr bewegt werden. Ein Superlativ ist auch die Architektur. Sie ist einem Drachen aus der chinesischen Sage nachempfunden. Im Kopf befinden sich die Eingangshalle, insgesamt 330 Check-in-Schalter und das Inlandsterminal. Durch den Rumpf fahren die Passagiere mit einer Bahn zum internationalen Terminal in den hinteren Teil des Fabeltieres.


Für den Fluggast unsichtbar, aber für die Abwicklung von bis zu zwei Flugzeugen pro Minute unverzichtbar, ist die Gepäckbeförderungsanlage, die Siemens Industrial Solutions and Services (I&S) in den Katakomben installiert. Mit etwa 50 Kilometern Fördertechnik und einer Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde ist sie eine der größten und schnellsten der Welt. Durch einen 2,5 Kilometer langen Tunnel, der beide Terminals verbindet, rasen die Koffer buchstäblich unter den Füßen der Fluggäste dahin.

Damit die Gepäckstücke bei dem Tempo nicht vom Band fallen, verfrachtet sie das System nach dem Check-in auf kleine, mit RFID-Chips ausgestattete Kastenwagen. Bevor die Wagen das Gepäck durch die Anlage sicher zum richtigen Abflugterminal verfrachten, bekommen die Chips den Inhaber und Zielflughafen des Koffers im Bruchteil einer Sekunde per Funk einprogrammiert.

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Bereits vor der Inbetriebnahme hat Siemens die Software der Anlage ausgiebig getestet – an einer der komplexesten Beförderungsanlagen Deutschlands im Siemens Airport-Center in Fürth, dem Simulations-Flughafen des Unternehmens. So konnten die Experten die Ausfallrisiken des Systems schon im Vorfeld minimieren. Mit Erfolg: die erste Abnahme der Anlage durch den Auftraggeber, dem Beijing Capital International Airport, wird bereits im Juli dieses Jahres erfolgen. (IN 2007.06.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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