Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hessen und Rhein-Main als Testregion für SIM-TD ausgewählt

25.05.2007
Mit Fahrzeugkommunikation in die mobile Zukunft

"Hessen und die Rhein-Main-Region haben sich gegenüber dem Saarland, der Region Hannover/Braunschweig, der Region Bayerischer Untermain und der Bundeshauptstadt Berlin in einem harten Wettbewerb als Testregion für das Projekt 'Sichere Intelligente Mobilität - Testfeld Deutschland (SIM-TD)' durchgesetzt. Die Fahrzeug-zu-Fahrzeug- und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation soll nun hier erprobt werden." Mit dieser Botschaft haben der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Prof. Dr. Bernd Gottschalk, der Hessische Ministerpräsident Roland Koch und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Andreas Storm, Perspektiven für eine Zukunftstechnologie aufgezeigt, die die weltweite Technologieführerschaft der deutschen Automobilindustrie in eine neue Dimension führen soll. Die Möglichkeiten dieser Technologie sind vielfältig: In erster Linie soll damit die Verkehrssicherheit erheblich verbessert und damit indirekt Staus und Unfälle vermieden werden. "Dies wird eine wegweisende Innovation in der Fahrzeugtechnik. Fahrzeuge, die miteinander und mit der Infrastruktur sprechen, sind dadurch noch sicherer, noch komfortabler und noch umweltfreundlicher. Weniger Staus und flüssiger Verkehr bedeuten letztlich auch weniger CO2-Ausstoß", so Gottschalk.

Staatssekretär Storm betonte: "Die Bundesregierung unterstützt seit Jahren Forschung im Bereich der Fahrzeugkommunikation und hat dafür 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Nun ist es an der Zeit, durch einen industriegeführten Feldversuch die Forschungsergebnisse in die Anwendung zu bringen. Das ist ein Paradebeispiel für die Ziele der Hightech-Strategie der Bundesregierung: von der Forschung in die praktische Anwendung, vom Labor auf die Straße."

Im Mittelpunkt des Projektes "Sichere Intelligente Mobilität - Testfeld Deutschland (SIM-TD)" steht die Fahrzeugkommunikation. Mit ihr wird erstmals der Datenaustausch zwischen Fahrzeugen untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur unter Alltagsbedingungen getestet. Durch die rechtzeitige Warnung können Fahrer in Zukunft potenzielle Gefahrensituationen wie Unfälle, Staus oder Fahrbahnglätte vermeiden. Dazu werden Testfahrzeuge mit Kommunikationseinheiten ("Car Communication Units") ausgestattet. Sie kommunizieren über Funk (W-LAN bzw. UMTS) miteinander bzw. über entsprechende Kommunikationseinheiten ("Road Side Units") an ausgewählten Verkehrsinfrastrukturpunkten wie Ampeln oder Hinweistafeln mit den Verkehrszentralen.

Die so gewonnenen sekundenaktuellen Verkehrsinformationen werden dort ausgewertet und an potenziell betroffene Fahrzeuge übermittelt: Jeder teilnehmende Fahrer erhält damit individuelle Informationen über den weiteren Verkehrsverlauf auf "seiner" Strecke. So wird ihm das nicht einsehbare Stauende in der vor ihm liegenden Kurve durch einen Warnhinweis ebenso deutlich vor Augen geführt wie ein sich erst wenige Sekunden zuvor ereigneter Unfall, für den Einsatzfahrzeuge von Polizei, Ambulanz oder Feuerwehr von der Verkehrszentrale eine "Grün-Phasen-Schaltung" an Ampelkreuzungen bekommen.

Hessen hat sich mit seinen infrastrukturellen Vorteilen, den besonders anspruchsvollen Verkehrsbedingungen im Rhein-Main-Gebiet (Flughafen, Messe, Stadion) sowie mit seinem besonders hohen Verkehrsaufkommen als eine allen Anforderungen entsprechende Testregion gegenüber den übrigen Mitbewerbern durchgesetzt. Ministerpräsident Koch betonte: "Wir betrachten es als Auszeichnung, dass wir als Testregion einer Technologie ausgewählt wurden, die einen Meilenstein auf dem Weg zum Verkehr der Zukunft ist. Damit sind wir unserem Ziel, Hessen als Testfeld für moderne Technologien dauerhaft zu etablieren, einen großen Schritt näher gekommen." Hessen biete mit seiner hohen Fachkompetenz im Verkehrsmanagement und einer hervorragenden Infrastrukturausrüstung alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Erprobung dieser Technologie.

Übereinstimmend hoben Ministerpräsident Koch, Staatssekretär Storm und VDA-Präsident Gottschalk hervor, dass hier in den nächsten Jahren durch die Vernetzung zwischen Fahrzeugen untereinander und der Verkehrsinfrastruktur unter Wahrung der Verkehrssicherheit der gesamte Verkehrsablauf revolutioniert werde. Die damit einhergehende Verbesserung der Verkehrssicherheit wird die Tendenz zu rückläufigen Unfallzahlen weiter positiv beeinflussen. Ministerpräsident Koch: "Diese Technologie ist eine Investition in die Verkehrssicherheit und Verkehrseffizienz. Damit wird die deutsche Automobilindustrie ihren Innovationsvorsprung ausbauen und gleichzeitig wichtige Impulse für den Standort Deutschland liefern." Storm ergänzte: "Angesichts der wegweisenden Bedeutung des Projekts werden wir die finanzielle Förderung prüfen."

Im Rahmen des auf vier Jahre angelegten Projektes SIM-TD wird eine PKW-Flotte von bis zu 500 Fahrzeugen ausgestattet. Neben einer eigenen Testflotte sollen auch weitere Einsatz-Fahrzeuge, z.B. Polizei, Ambulanz und Feuerwehr, sowie Kommunalfahrzeuge und kommerziell genutzte Fahrzeuge wie Taxen und Paketdienstfahrzeuge mit der Kommunikationstechnologie einbezogen werden. Die Unternehmen DaimlerChrysler, BMW, Volkswagen, Opel, Ford, Audi, Bosch, Continental und Siemens sind federführend an dem Projekt beteiligt, für das die drei Ministerien BMBF, BMWi und BMVBS seitens des Bundes Ansprechpartner sind. Darüber hinaus sind die Deutsche Telekom, das Land Hessen - vertreten durch das Hessische Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen - sowie die Stadt Frankfurt am Main Projektpartner. Nach erfolgreicher Testphase ist geplant, das Projekt auf eine breitere Basis zu stellen.

Ansprechpartner:

Eckehart Rotter
VDA
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0 69 - 9 75 07-2 66
Fax: 0 69 - 9 75 07-3 20
Dirk Metz
Sprecher der Hessischen
Landesregierung
Tel.: 06 11 - 32 39 18
Fax: 06 11 - 32 38 00
Dr. Viola Klamroth
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Pressestelle
Tel.: 0 30 - 18 57- 50 58
Fax: 0 30 - 18 57- 55 51

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Ostfalia forscht an Ultraleichtflugzeug mit Elektroantrieb
19.10.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften – Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel

nachricht Wie E-Autos effizient genutzt werden
16.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise