Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Explosionsschutz für Container

05.12.2006
Künftig sollen Waren noch sicherer als bisher über die Meere reisen – in Containern, die Kollisionen und sogar Explosionen Stand halten. Forscher montieren dazu dünne Dämpfungs- und Verstärkungsschichten auf die Containerwände.

Wer auf der Autobahn dem Hamburger Elbtunnel entgegenfährt, kann sie links und rechts der Straße im Sonnenlicht leuchten sehen: Container, zu haushohen Türmen gestapelt, ragen grün, rot und blau aus dem Hafengelände auf. 20-Fuß-Container sind das weltweit bedeutendste Transportmittel für Waren aller Art. Allein in Hongkong, dem weltgrößten Containerhafen, werden jährlich fast 22 Millionen der großen Stahlboxen verladen. Fachleute schätzen, dass der Container-Frachthandel in den kommenden zehn Jahren jährlich um acht bis zehn Prozent steigen wird – ein riesiger Markt.

Für besonders empfindliche Güter haben Forscher vom Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik Ernst-Mach-Institut EMI jetzt ein Konzept crashsicherer Container entwickelt. Das soll die Transportkisten so widerstandsfähig machen, dass sie starke Stöße von außen und sogar Explosionen in ihrem Innern überstehen. Gewöhnliche Container aus Stahlblech werden dadurch in der Regel verbeult oder ganz zerstört, die Waren beschädigt.

Die Idee der Entwickler aus Efringen-Kirchen: Schutzschichten, die auf die Innen- und Außenseite der Stahlbox montiert werden. Eine Schicht soll extreme Kräfte dämpfen, die andere das Stahlblech stützen. AlsDämpfungswerkstoff setzen die Explosionsspezialisten unter anderem einen selbst entwickelten »Polymerbeton« ein. Das Gemisch aus Epoxydharz, Mais und Naturfasern ist leicht porös und schluckt die Energie einer Explosion oder eines Aufpralls besser als starre Materialien. Die zerstörerischen Druckspitzen lassen sich so abfangen. Enthält der Container explosive Stoffe, wird die Dämpfungsschicht innen eingebaut. Soll der Polymerbeton vor Beschädigungen von außen schützen, wird er auf die Außenhaut geklebt. Die Faserverbundschicht, die das Stahlblech verstärken soll, wird dann auf der anderen Seite der Containerwandung angebracht. Sie kann mehr als fünfmal höhere Zugkräfte als Stahl aufnehmen und widersteht den hohen Drücken, die bei Explosionen erzeugt werden. Dadurch behält der Container seine Form.

»Je nach Wahl des Materials und Mischung der Dämpfungs- und Verstärkungswerkstoffe lassen sich die Sicherheitscontainer für verschiedene Anwendungen maßschneidern«, sagt Dr. Christoph Mayrhofer, Entwickler des Schutzkonzepts am Fraunhofer EMI. »Selbstverständlich lassen sich Container auch nachrüsten«, betont der EMI-Forscher. Damit sollen Waren in Zukunft noch sicherer über die Meere reisen.

Dr. Christoph Mayrhofer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.emi.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Container Entwickler Stahlblech Stahlbox

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Effizient und intelligent: So können Drohnen die Zustellung von Gütern planen
12.07.2017 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

nachricht Hyperloop: Hightech aus dem Nordwesten
10.07.2017 | Hochschule Emden/Leer

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten