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Sensor steuert Verkehrsfluss

27.11.2006
Nicht selten werden Verkehrsteilnehmer durch verstopfte Straßen, lange Staus an Verkehrsknotenpunkten und Autokolonnen an roten Ampeln auf eine harte Geduldsprobe gestellt – auch die Suche nach einem freien Parkplatz zu Spitzenzeiten wird zum Glücksspiel für viele.

Verkehrssituationen dieser Art gehören im Saarland bald der Vergangenheit an, denn Wissenschaftler an der Saar-Uni machen dem Verkehrschaos auf saarländischen Straßen ein Ende.

Magnetsensoren, die von dem Experimentalphysiker Professor Uwe Hartmann und seinem Forscherteam entwickelt wurden, messen und steuern den Verkehrsfluss im Innenstadtbereich und auf der Autobahn. Im Boden eingelassen, erfassen sie Fahrzeuge jeder Art: vom PKW über LKW bis hin zum Motorrad. Sie erkennen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die Spur auf der sie stehen und die Richtung in die sie weiterfahren wollen. Aufgrund der gewonnenen Daten errechnet das System, in welchen Abständen die Ampelanlage geschaltet werden muss, um Staus zu vermeiden. Damit kann sich die Ampel dem individuellen Verkehrsaufkommen anpassen. Auf der Autobahn funktioniert das System nach dem selben Prinzip. Bahnt sich dort ein Stau an, werden die Daten an ein Verkehrsleitsystem übertragen, das die Umleitung berechnet und ausschildert.

Die hochsensiblen, nur wenige Zentimeter kleinen Messgeräte können allerdings noch mehr: Bei der Suche nach einem freien Parkplatz sind sie unschlagbar. Während der Autofahrer bislang in einem Parkhaus die Reihen nach einem der noch verfügbaren Plätze absuchen musste, zeigt ihm künftig ein Leitsystem nicht nur die Anzahl der freien Plätze, sondern auch den genauen Standort.

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Testmessungen in einem Saarbrücker Parkhaus, in dem auf einem Parkdeck ein komplettes Demonstrationszentrum installiert wurde, haben gezeigt, dass die Magnetsensoren die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge sicher und reibungslos leiten, indem die angebrachten Sensoren alle Fahrzeuge erfassen und die freien Parkplätze an ein intelligentes Leitsystem melden. Der einfahrende Autofahrer bekommt auf einem Display am Eingang des Parkhauses einen Lageplan angezeigt, auf dem sein eigener Standort mit einem Punkt gekennzeichnet ist. Außerdem sieht man die belegten Parkplätze, die rot markiert sind und die freien, die grün gekennzeichnet sind. Auf diese Weise erkennt der Parkhausbenutzer auf einen Blick, wo sich die verfügbaren Stellplätze befinden. Das ist aber noch nicht alles: Pfeile weisen den schnellsten Weg zu dem am nächsten gelegenen Parkplatz.

Die Vorteile, die das System für den Nutzer bringt, haben inzwischen auch andere Parkhausbetreiber erkannt, von denen bereits einige Interesse an dem Verfahren bekundet haben.

Kontakt:
Professor Dr. Uwe Hartmann
Universität des Saarlandes
Fachrichtung Experimentalphysik
Im Stadtwald
66123 Saarbrücken
Tel. (06 81) 3 02-37 99
E-Mail: u.hartmann@mx.uni-saarland.de

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/fak7/hartmann/
http://www.innovation.saarland.de

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