Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

22.01.2002


Neues Verfahren zur Erfassung der Verkehrslage aus der Luft

Wer kennt sie nicht, die fliegenden Reporter, die allmorgendlich Autofahrer per Radio über die momentane Verkehrssituation aufklären. Diese Aktivitäten dienen jedoch mehr Werbezwecken als einem flächendeckenden Verkehrsmanagement. Davon ist Deutschland weit entfernt. Vor allem fehlt es an geeigneten Ausrüstungen zur schnellen Datenauswertung. Nach mehrjähriger Forschung stellte jetzt Prof. Dr. Frithjof Voss vom Institut für Geographie der TU Berlin ein neuartiges Verfahren zur Erfassung der Verkehrslage aus der Luft vor, das auf einer Thermal-Infrarot Technik basiert.

"Fließender, aber auch ruhender Verkehr kann mit dem Verfahren beinahe in Echtzeit an beliebigen Orten analysiert werden", berichtet Professor Voss. "Wir haben die Thermal-Infrarot Technik gewählt, um unabhängig von Wetter und Tageslicht Beobachtungsflüge durchführen zu können." Das Forschungsprojekt ist im Auftrag und in Kooperation mit der von Bernhard Grüber geleiteten BMW Group Verkehrskonzepte Berlin entstanden. Die konventionelle Erfassungstechnologie von Automobilen im Straßenverkehr beruht in den meisten Fällen auf der automatischen Zählung von Fahrzeugen an bestimmten Schnittpunkten. Je nach Technologie kann dabei auch die kollektive Geschwindigkeit des Verkehrs an diesem Punkt erfasst werden. Dieses Verfahren hat sich zur Erfassung der Verkehrslage auf Autobahnen als geeignet herausgestellt, auf anderen Straßennetzen sowie in Ballungsräumen ist das jedoch zu aufwändig. Abhilfe soll hier das Floating-Car-Data-Verfahren (FCD) schaffen, bei dem aus dem Fahrtverlauf weniger Fahrzeuge auf den Verkehrszustand im Umfeld der detektierten Fahrzeuge geschlossen wird. Allerdings müsste dafür ein großer Anteil der Fahrzeuge mit entsprechenden Erfassungsgeräten ausgestattet werden. Außerdem fehlt es für flächige Verkehrsnetze zur Zeit noch an den Algorithmen zur Datenauswertung. In jedem Fall, so Frithjof Voss, werde auf absehbare Zeit die Verkehrssituation eines Ballungsraumes nur rudimentär abgebildet.

Ein umfassender Überblick ist prinzipiell aus der Luft möglich: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Bei dem neuen Verfahren aus dem Institut für Geographie werden mit einer digitalen Thermal-Infrarot-Kamera synoptisch vom Flugzeug aus der Luft (aus verschiedenen Höhen) mehrere Bilder pro Sekunde aufgenommen, zu einer Bodenstation gesendet und - in weniger als 0,5 Sekunden je Bild - die Zahlen der Automobile genau aufgelistet. Unterschieden werden dabei drei Fahrzeugklassen: Personenwagen, Transporter und Lastwagen oder Busse. Kern des Verfahrens ist der Algorithmus zur Bildauswertung. Die Software erkennt die Fahrzeuge anhand ihrer spezifischen Eigenschaften wie Größe, Rechteckigkeit oder Thermalabstrahlung. Ein geplantes Pilotprojekt "Entwicklung und Erprobung eines luftgestützten Systems zum flächendeckenden Echtzeit-Verkehrsmonitoring" der BMW Group und dem FAV Berlin (Anwendungszentrum intermodale Verkehrstelematik), soll demnächst Aufschluss unter anderem über die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens für umfangreichere Anwendungen geben.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Frithjof Voss vom Institut für Geographie, Tel.: 030/314-22148, Fax: -25194, E-Mail: voss0739@mailszrz.zrz.tu-berlin.de

Ramona Ehret | idw

Weitere Berichte zu: Verkehrslage Verkehrssituation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Fit2Load – umweltfreundliches Mobilitätskonzept für Filiallieferverkehr
15.02.2018 | Fachhochschule Bielefeld

nachricht Lösungen für die begrenzte Reichweite von Elektrobussen
02.02.2018 | Universität zu Lübeck

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics