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Mit Schulheftcomics für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

29.09.2006
Greifswalder und ungarische Unfallforscher starteten Aufklärungskampagne in Nordvietnam

Greifswalder und ungarische Unfallforscher haben im September offiziell den Startschuss für eine Aufklärungskampagne für mehr Sicherheit im vietnamesischen Straßenverkehr gegeben. Dafür wurden an allen Grundschulen in der nördlichen Provinz Thai Binh kostenlos Schulhefte mit dem Logo der Initiative und kleinen Comicgeschichten verteilt.

Parallel dazu wurden am dortigen Universitätsklinikum erstmals Notfallkurse mit europäischen Medizinern angeboten, die jetzt regelmäßig stattfinden. Bereits im Frühjahr wurde mit der standardisierten Erfassung der Unfalldaten begonnen. Im kommenden Jahr ist geplant, vier jungen vietnamesischen Ärzten ein praktisches Forschungsjahr am Universitätsklinikum Greifswald zu ermöglichen.

Durch den Aufbau einer modernen Unfallversorgung, in Verbindung mit einer umfassenden Verkehrserziehung, soll den verheerenden Verletzungszahlen und Todesfällen im vietnamesischen Straßenverkehr entgegengewirkt werden. Das Vorhaben mit dem Titel SAVE (Study and prevention measures on Accidents in Vietnam and Europe) mit einem finanziellen Gesamtvolumen von 400.000 Euro wird durch das ASIA-Link-Programm der Europäischen Kommission gefördert.

Das Projekt unter Federführung von Prof. Axel Ekkernkamp, Inhaber des Erwin-Payr-Lehrstuhles in Greifswald und Direktor des Unfallkrankenhauses Berlin, und in Kooperation mit der Universität Pecs sowie der Universität Thai Binh soll perspektivisch auf ganz Vietnam ausgedehnt werden. Ganz maßgeblich wir hierbei auf das Know-how der Unfallforschung Greifswald zurückgegriffen.

Das Gesamtprojekt orientiert sich an einer gewissen Nachhaltigkeit. "Wir wollen kein Strohfeuer entfachen, sondern eine langfristige Wirkung erzielen", unterstrich der Greifswalder Unfallforscher und Chirurg Dr. Gerrit Matthes. Deshalb wird jeder Schritt mit den vietnamesischen Partnern vor Ort akribisch vorbereitet. Gemeinsam mit Werbestrategen aus dem aufstrebenden asiatischen Land wurde eine Comicserie für Schulhefte sowie ein spezielles SAVE-Logo entwickelt. Während das Logo als personifizierter Helm überall auftaucht, sollen Schülern anhand des populären Comic-Formats Verhaltensregeln für den Straßenverkehr vermittelt werden. Zusätzlich wurden erstmals in Vietnam T-Shirts und Basecaps mit Leuchtstreifen verteilt. "Über die Aktionen an den Grundschulen, die durch Verkehrsunterricht ergänzt werden, wollen wir auch die in der Regel noch sehr jungen Eltern erreichen." Nach Auswertung einer repräsentativen Befragung zum Medienverhalten jüngerer Zielgruppen werden die Aufklärungsmaßnahmen nochmals spezifischer intensiviert. "Es geht darum, über die am häufigsten genutzten Informationskanäle wie Straßenlautsprecher, Fernsehen oder Internet vor allem die Hauptgruppe der jugendlichen Zweiradfahrer zu erreichen und für das Tragen von Helmen im Straßenverkehr zu werben", so Matthes weiter.

Ein zweiter wesentlicher Schwerpunkt liegt in der Entwicklung der Notfall- und Intensivmedizin. "Hier stehen wir in Vietnam ganz am Anfang und wollen unser europäisches Wissen der Unfallforschung einbringen." Das umfasst die sowohl allgemeine vorklinische Unfallkurse mit dem Grundwissen der ersten Hilfe als auch die Erstversorgung am Unfallort, den zügigen Transport von Unfallverletzten sowie die fachgerechte notärztliche Aufnahme und Behandlung im Krankenhaus. "Ein effektives Unfallversorgungssystem ist die Grundvoraussetzung, um Menschenleben zu retten."

Bei dem letzten Vor-Ort-Besuch des Ärztlichen Direktors und Vorstandsvorsitzenden des Uniklinikums Greifswald, Prof. Dr. med. Claus Bartels, Mitte September wurde zudem eine Zusatzvereinbarung zwischen den Universitätsklinika Thai Binh und Greifswald abgeschlossen. Anfang des kommenden Jahres werden vier vietnamesische Ärzte am Ryck erwartet, die in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald wissenschaftlich arbeiten können. "Mit dieser Eigeninitiative wollen wir unsere traditionsreichen Verbindungen nach Vietnam ausbauen und einen verstärkten wissenschaftlichen Austausch anregen", erklärte Bartels.

Ansprechpartner
Universitätsklinikum Greifswald
Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
Dr. Gerrit Matthes
Neubau/Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-61 01
F +49 3834 86-61 02
E gerrit.matthes@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.euproject-save.org
http://www.klinikum.uni-greifswald.de

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