Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit dem sprechenden Fahrplan zum Oktoberfest

15.09.2006
Verkehrsbetriebe setzen auf automatisierte Auskunftsdienste

Ob vom Marienplatz, dem Sendlinger Tor oder dem Englischen Garten: alle wollen zur Münchener Theresienweise, wo das Oktoberfest stattfindet, und irgendwann in bierseliger Festlaune auch wieder nach Haus. Weil komplizierte Fahrpläne nicht jedermanns Sache sind, hat der Münchner Verkehrsverbund eine sprachgesteuerte Fahrplanauskunft eingerichtet. Dort gibt es Informationen zu allen 3.500 Haltestellen des ÖPNV in München, auf Wunsch werden die Ergebnisse auch als Fax oder SMS mitgeteilt: "In vielen Bereichen ist die automatisierte Selbstbedienung im Sprachportal nicht mehr wegzudenken", so Christoph Pause, Redakteur der Fachzeitschrift Teletalk Nach Angaben des Münchner Verkehrsverbundes können über den sprechenden Fahrplan 75 Prozent aller Anrufe abschließend behandelt werden. Mit einer einfachen "Weiter"-Eingabe kann der Anrufer sich aber auch ins Call Center durchstellen lassen. Gestartet ist das Projekt pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft und es wird mittlerweile von rund 50.000 Kunden täglich genutzt.

Auch andere Verkehrsbetriebe und Behörden haben die Attraktivität der Sprachportale entdeckt. Die Westfälische Verkehrsgesellschaft www.wvg-online.de gibt im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen und aller Verkehrsbetriebe Anrufern ebenfalls Auskünfte zu den Fahrplänen an Rhein und Ruhr. Anrufer können sogar Verbindungen der Deutschen Bahn mit abfragen, weitere Leistungsmerkmale sind ein kostenloser SMS-Versand der Verbindungen für Mobilfunk-Anrufer oder die Integration mehrerer Fahrplanauskunftssysteme. Für die beteiligten Betreiber von Fahrplanauskünften in NRW ebenso wie für die Verbraucher bringt das System Qualitätsverbesserungen, weil ihre Anrufe bei Verkehrsgesellschaften bei "besetzt" automatisch auf Sprachplattformen umgeschaltet werden, Wartezeiten werden vermieden. Die Fahrplanauskunft des Hamburger Verkehrsverbunds http://hvv.de informiert Anrufer über alle Verbindungen in der Metropolregion zwischen Ost- und Nordsee. Zur Fußball-WM war dieses System in Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch verfügbar. Die einfach zu nutzende Anwendung bietet 1.000 bis 5.000 Anrufern am Tag auch durch die integrierte Fahrpreisauskunft Mehrwert.

In Hamm in Westfalen ist man bei der Stadtverwaltung sogar noch einen Schritt weiter. Über eine konvergente Netzwerkinfrastruktur wurde hier ein sprachgesteuertes Informations- und Alarmierungssystem verwirklicht. Bildlich gesprochen handelt es sich um eine synthetische Stimme, die einen festgelegten Empfängerkreis ereignisbezogen mit Informationen versorgt. Der Fachbegriff dazu lautet Interactive Voice Response (IVR). Für Hamm wurde ein automatisierter Notification Service entwickelt, für den die Alarmierung des Winterdienstes der erste Anwendungsfall ist. Je nach Jahreszeit und Wettervorhersage werden Schulhausmeister, deren Rufnummern in einer Datenbank hinterlegt sind, in Bereitschaft versetzt. Muss am Wochenende Schnee geräumt werden, werden ebenfalls die zuständigen Mitarbeiter informiert, statt sie wie bislang einzeln abzutelefonieren. Dazu wählt ein Mitarbeiter eine bestimmte Nummer, das System authentifiziert den Anrufer und ruft der Reihe nach alle zuständigen Mitarbeiter an, die den Anruf quittieren. Weil die Reaktion der Angerufenen sofort ablesbar ist, ist auch sofort ersichtlich, ob und wo ein Anruf nicht positiv empfangen wurde. Im Prinzip dürfte sich dieses Modell für jeden Fall nicht polizeilicher Schadensabwehr und für Katastrophenfälle eignen, vom Hochwasser bis zum Großbrand. Die Benachrichtigungsprozeduren können alle vorher definiert werden. Weil Zeit überlebenswichtig sein kann, können die Systeme bis zu 60 Anrufe gleichzeitig abarbeiten. Selbst Ersatzkräfte für den Reinigungsdienst von über 60 Schulen und 40 Verwaltungsstandorten werden mittlerweile auf dieser Basis gesucht. Die Nutzerfreundlichkeit der Sprachanwendungen sei nach Analysen von Bernhard Steimel, Sprecher der Voice Business Initiative, die in diesem Jahr zum dritten Mal die Bonner Voice Days http://www.voicedays.de durchführt, deutlich besser geworden. Zu den in der Voice Days-Kategorie "Best Practice Award" Nominierten gehört unter anderem die Auskunft des Hamburger Verkehrsverbundes.

Gunnar Sohn | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.mvv-muenchen.de
http://www.teletalk.de .

Weitere Berichte zu: Fahrplan Oktoberfest Verkehrsbetrieb Voice

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten