Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Studie: Den Verkehrsfluss an Einmündungen sicher vorhersagen

14.01.2002


Beschilderung und Ausbau eines Knotens beeinflussen seine Kapazität


Verkehrsfluss sicher vorhersagen
RUB-Forscherin ermittelt Kapazitäten von Einmündungen

... mehr zu:
»Verkehrsfluss

Ob Stoppschild, Ampel oder Kreisverkehr nutzen

Sichere Vorhersagen über die Kapazität von Kreuzungen und Einmündungen ermöglichen die Ergebnisse der Dissertation "Grenz- und Folgezeitlücken an Knotenpunkten ohne Lichtsignalanlagen" von Dr.-Ing. Antje Weinert (Lehrstuhl für Verkehrswesen, Prof. Dr.-Ing. Werner Brilon). Sie untersuchte 35 solcher Knotenpunkte in ganz Deutschland und ermittelte durchschnittliche Wartezeiten und Rückstaus. Sie fand eine Abhängigkeit von bestimmten Faktoren, die schon bei der Planung einer Einmündung berücksichtigt werden können. Aus ihrer Arbeit entstand ein leicht zu handhabendes, übersichtliches Regelwerk.

Damit sich der Verkehr nicht staut

Wenn sich der Verkehr an der Einmündung auf eine viel befahrene Landstraße täglich staut und die Autofahrer beim langen Warten allmählich aggressiv werden, dann ist das Kind in den Brunnen gefallen: Der Knotenpunkt ist nicht in der Lage, das Verkehrsaufkommen abzuwickeln. Um solche Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen, versuchen Verkehrsplaner, die Kapazitäten von Kreuzungen und Einmündungen schon vor deren Bau zu ermitteln. Antje Weinert hat dazu ein übersichtliches Regelwerk erarbeitet, das auf der Kenntnis von so genannten Grenz- und Folgezeitlücken basiert.

In die Lücke einfädeln

Als Grenzzeitlücke bezeichnen die Forscher die Zeitlücke zwischen passierenden Fahrzeugen auf der Vorfahrtsstraße, die ein Autofahrer mindestens braucht, um sich in den laufenden Verkehr einzufädeln. Die Folgezeitlücke ist der kurze Zeitabstand zwischen zwei Fahrzeugen, die hintereinander in dieselbe Lücke des Verkehrs auf der Vorfahrtsstraße einbiegen. Aus den Werten der Grenz- und Folgezeitlücken und der Verteilung der angebotenen Lücken zwischen den bevorrechtigten Fahrzeugen lässt sich die Kapazität des Verkehrsknotenpunkts ermitteln.

Beschilderung und Ausbau beeinflussen die Kapazität

Antje Weinert hat für ihre Arbeit den Verkehrsfluss an 35 Knotenpunkten in NRW, Hessen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern auf Video aufgezeichnet und per Computer analysiert. Die Folgezeitlücken konnte sie direkt beobachten. Die Grenzzeitlücken ermittelte sie mit einem statistischen Schätzverfahren aus den angenommenen und abgelehnten Lücken im fließenden Verkehr. Es zeigte sich, dass die Zeitlücken von drei Einflüssen abhängen: Bedeutend sind die Lage des Knotenpunkts in ländlichem Gebiet oder im Ballungsraum, die Art der Beschilderung ("Vorfahrt achten" oder "Stop!") und der Ausbau der Einmündung mit oder ohne Dreiecksinsel für Rechtsabbieger von der Vorfahrtsstraße.

Wenn nichts mehr geht: Ampel oder Kreisverkehr

Die Ergebnisse der Arbeit, die von der Bundesanstalt für Straßenwesen gefördert wurde, lassen sich in vorhandene Modelle zur Kapazitätsschätzung von Knotenpunkten einbauen. Resultat der Arbeit ist ein richtlinienreifes Verfahren. Mit seiner Hilfe können Verkehrsplaner im Vorhinein die Qualität des Verkehrsflusses abschätzen. Überschreiten die so ermittelten Werte vorgegebene Höchstwerte, müssen die Planer eine andere Lösung für den Knotenpunkt finden, z. B. eine Ampel oder einen Kreisverkehr.

Weitere Informationen

Dr.-Ing. Antje Weinert, Fakultät für Bauingenieurwesen der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27571, Fax: 0234/32-14151, E-Mail: antje.weinert@ruhr-uni-bochum.de

Titelaufnahme

Weinert, Antje: Grenz- und Folgezeitlücken an Knotenpunkten ohne Lichtsignalanlagen. Schriftenreihe Lehrstuhl für Verkehrswesen der Ruhr-Universität Bochum, Heft 23, Bochum, 2001. zu bestellen bei (s.u.)

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.verkehr.bi.ruhr-uni-bochum.de/vk/deutsch/Formulare/Schriftenreihe.pdf

Weitere Berichte zu: Verkehrsfluss

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Lasersystem zur Rettung bei schweren Unfällen
29.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Autonomer Stadtbus: Sicher und zuverlässig unterwegs im Nahverkehr
28.11.2016 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie