Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Staumeldung: einfach und schnell

02.08.2006
Berliner Verbundprojekt entwickelt neue Technik / 300 Autofahrer befragt

"Verdammt, schon wieder ein Stau, der durch keine Verkehrswarnung gemeldet wurde." Dieser tägliche Fluch von vielen deutschen Autofahrern soll bald der Vergangenheit angehören. Denn die Technik für zuverlässige Warnungen ist eigentlich längst vorhanden. Nur ein praktikables System sei daraus noch nicht entstanden, meint Dr.-Ing. Leon Urbas vom Zentrum Mensch-Maschine-Systeme der Technischen Universität Berlin. Gemeinsam mit Hartmut Wandke von der Humboldt-Universität zu Berlin und Harald Kolrep-Rometsch von der Firma Human-Factors-Consult (HFC) sowie etlichen Kollegen versucht er diesen Mangel zu beheben.

Damit nicht alte Fehler bei der Entwicklung neuer Systeme passieren, starteten sie jetzt eine Befragung von 300 Autofahrern: "Was wünschen Sie sich von einem solchen System?"

Viele Konsumenten sind bereit, ein Zusatzgerät zu kaufen

... mehr zu:
»Stau »Staumeldung

Die Antworten verblüffen nur wenig, konzentrieren sie sich doch auf wenige, aber wichtige Bedürfnisse der Autofahrer. Die Berliner Forscher sind also auf der richtigen Spur, wenn sie eine interaktive Stauwarnung im vernetzten System verfolgen. Der Wunsch der potenziellen Nutzer: Das System soll mit einem Einmalpreis als Zusatzausstattung bezahlt werden, meinten 42 Prozent der Befragten. Damit schafft man nebenbei auch noch Arbeitsplätze, die ein solches System am Laufen halten.

Bisher bekommen herkömmliche Systeme die Situation nicht so recht in den Griff: Der Verkehrshubschrauber steht nur über einem Punkt und übersieht so leicht den Stau andernorts. Das gleiche Problem hat auch ein Kamerasystem, das an bestimmten Kreuzungen oder staubekannten Autobahnabschnitten den Verkehr überwacht: Gibt es einen Unfall an einer anderen Stelle oder putzen Straßenverkehrsarbeiter Leitplanken ohne vorher beim Radiosender anzurufen, entsteht schnell ein Stau, über den kaum jemand informiert ist. Und bis die Situation in die Radionachrichten kommt, löst der Stau sich meist wieder auf.

Die Lösung für dieses Problem ist längst bekannt: Viele Autos haben inzwischen ein Navigationssystem, das mit dem Satellitenortungssystems GPS arbeitet. Mit wenig Zusatztechnik kann man diese Geräte so ausrüsten, dass sie ihre momentane Situation an eine Zentrale senden. Fahren viele Autos mit einem solchen System, erfahren die Mitarbeiter dort rasch, wo der Verkehr rollt und wo viele Autos stehen. Nur eines erfährt die Zentrale nicht: Weshalb die Autos stehen, ob gerade ein paar Wagen auf die nächste Grünphase an der Ampel warten oder ob es auf dieser Kreuzung einen langwierigen Unfall gegeben hat. Beheben ließe sich dieser Mangel, wenn die Autofahrer aus dem Stau heraus melden könnten, was konkret vorgefallen ist. Auch für solche interaktiven, vernetzten Systeme gibt es längst technische Möglichkeiten.

Keine komplizierte Bedienung, wenige Tasten sollen genügen

Die Berliner Forscher arbeiten nun an einem praktikablen Gerät, mit dem solche Nachrichten an eine Zentrale oder an andere Fahrzeuge direkt weiter gegeben werden können. Einfach muss ein solches System sein: Sieht ein Autofahrer einen Stau auf der Gegenfahrbahn, soll er schließlich keine komplizierten Handbücher lesen oder lange Ziffernfolgen eintippen. Für solche Situationen erproben die Forscher zur Zeit ein Testsystem, bei dem die Fahrer nur vier Tasten drücken können, die über die Ursache eines Stillstandes informieren.

"Unfall", "Stau", "Baustelle" und "vorübergehendes Hindernis" genügen erst einmal als Information. Und damit die Fahrer auch eifrig alles melden, gibt es noch eine Funktion, mit der die Zentrale sich an den Autofahrer wendet, der gerade ein Hindernis gemeldet hat. Diese Funktion heißt schlicht "Danke!"

Roland Knauer

Weitere Informationen erteilen Ihnen gerne: Dipl.-Psych. Christiane Steffens, Geschäftsführerin "Zentrum Mensch-Maschine-Systeme" der TU Berlin, Telefon: 030/314-72577, E-Mail: Christiane.Steffens@zmms.tu-berlin.de; das Projekt im Internet: http://www.vernetztes-fahren.de.

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/
http://www.vernetztes-fahren.de
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2006/pi186.htm

Weitere Berichte zu: Stau Staumeldung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen