Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fahrzeugtechnik: die AutoTram® fährt kostengünstig und schadstoffarm

19.07.2006
Wissenschaftsstadt Dresden - Aktuelles aus der Forschung: Energie 2020

Eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Verkehrsmitteln ist die AutoTram®, die in Zukunft auch durch Sachsens Städte fahren soll. Entwickelt von Forschern des Dresdner Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme ist das Gefährt eine Kombination aus Bus und Straßenbahn: Es fährt wie ein Bus auf Gummireifen, wird aber durch elektronische Sensorsysteme in Kombination mit mehreren gelenkten Achsen auf einer virtuellen Fahrspur gehalten und kann somit auch als langer straßenbahnähnlicher Zug nahezu schleppkurvenfrei fahren. Optische Systeme unterstützen den Fahrer bei der Fahrzeugführung. Ins Steuer greifen braucht er nur, wenn ein Hindernis den Weg versperrt oder ein Kind plötzlich auf die Straße läuft. Da auf Schienen und Oberleitungen verzichtet werden kann, reduzieren sich die Gesamtkosten im Vergleich zur klassischen Straßenbahn um 30 bis 50 Prozent.

Gegenwärtig werden in einem Versuchsfahrzeug mehrere Antriebssysteme erprobt. Möglich ist sowohl ein hybrides Brennstoffzellen- und Energiespeichersystem als auch ein diesel-elektrischer Hybridantrieb. Lokal emissionsfrei ist die Variante, bei der die AutoTram® an Dockingstationen so aufgeladen wird, dass sie bis zur nächsten Ladestation ohne Treibstoff auskommt.

Für den Pilotbetrieb im öffentlichen Personennahverkehr ist eine Kombination aus Dieselmotor und Schwungradspeicher geplant. Dabei wird die überschüssige Motorleistung bei Fahrt mit kon-stanter Geschwindigkeit dazu genutzt, um das Schwungrad aufzuladen. Danach kann die Auto-Tram bis zu zwei Kilometer mit abgestelltem Motor weiter betrieben werden und auch ohne lästige Dieselabgase und Geräusche an den Haltestellen an- und abfahren. Durch die Rückspeicherung der Bremsenergie können Dieselverbrauch und Schadstoffausstoß wesentlich reduziert werden. Vorgestellt wird ein Modell des in Kooperation mit der Hübner GmbH weiterentwickelten Verkehrs-systems auf der Internationalen Automobilausstellung, die vom 21. bis 28. September 2006 in Hannover stattfindet.

Kontakt:
Dr. Matthias Klingner,
Martin Wiel
Fraunhofer-Institut für
Verkehrs- und Infrastruktursysteme
Zeunerstraße 38
01069 Dresden
Tel: 0351 - 4640 640
E-mail: matthias.klinger@ivi.fraunhofer.de
martin.wiel@ivi.fraunhofer.de
Im Jahr seines 800. Jubiläums ist Dresden vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als "Stadt der Wissenschaft 2006" ausgezeichnet worden. Als vielfältigste Wissenschaftslandschaft im Osten Deutschlands verfügt Dresden über eine Infrastruktur von zehn Hochschulen, drei Max-Planck-, fünf Leibniz- und elf Fraunhofer-Instituten. Hinzu kommen zahlreiche Transfereinrichtungen, Netzwerke, Kompetenzzentren sowie forschende Unter-nehmen. Mit der Reihe "Aktuelles aus der Forschung" möchte das Projektbüro "Stadt der Wissenschaft 2006" herausragende Projekte aus den Dresdner Wissenschaftseinrichtungen vorstellen und Ansprechpartner für die weitere Recherche bieten.

Susann Pfeiffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dresden-wissenschaft.de

Weitere Berichte zu: AutoTram Fahrzeugtechnik Straßenbahn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Hubschrauberflüge unter Extrembedingungen simulieren
27.12.2016 | Technische Universität München

nachricht HS Trier stellt neues Elektrofahrzeug für Nahverkehr vor – Weltneuheit im Bereich Mobilität
23.12.2016 | Hochschule Trier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie