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Mobilitätsmanagement für Bonn

07.11.2001


Mit dem System City-Traffic lassen sich Verkehrsströme vorhersagen und planen
© Fraunhofer AIS


Wie wirkt sich die Umgestaltung eines wichtigen Verkehrsknotenpunktes einer Stadt auf den gesamten Verkehr der Region aus? Wie verändert eine Baustelle das Verkehrsgeschehen in der Stadt? Jedes beliebige Verkehrsszenario kann mit dem System City-Traffic simuliert werden.


Mit dieser Technologie, die von den Fraunhofer-Instituten für Autonome Intelligente Systeme AIS und Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Kooperation mit der Stadt Bonn entwickelt wird, entsteht bis zum Jahr 2004 ein integriertes Verkehrsmanagementsystem für den Raum Bonn. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium, der Bundesstadt Bonn und der Fraunhofer-Gesellschaft gefördert.

City-Traffic berücksichtigt alle verkehrsrelevanten Daten: Verkehrszeichen, Einbahnstraßen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und einzelne Verkehrsteilnehmer mit ihrem Verhalten. Es enthält ein Informationssystem für die Verkehrsteilnehmer, das nicht nur das aktuelle Verkehrsgeschehen beschreibt, sondern hochrechnet wie sich die Lage demnächst entwickeln wird. Dies ist eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Frage, ob es sich lohnt, eine andere Strecke zu fahren oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Das umfassende individuelle Informationssystem macht alle Beteiligten zu aktiven, eigenverantwortlichen Verkehrsteilnehmern.


Voraussetzung dafür ist, dass die Künstliche Realität direkt mit dem realen Verkehr verknüpft ist. Für die aktuellen Verkehrsdaten sorgt ein echtzeitfähiges, sensorgestütztes Verkehrsüberwachungssystem. Durch diese Kombination schafft City-Traffic erstmals die Möglichkeit, ein flächendeckendes, maßstabs- und funktionsgetreues elektronisches Abbild des realen Verkehrsgeschehens einer ganzen Region in Echtzeit nachzubilden. Die Verkehrsteilnehmer werden durch Hunderttausende von Softwareagenten simuliert, die sich nach vorgegebenen Regeln selbstständig in der Stadt bewegen. Sie werden ständig durch sehr viele im Verkehrsraum verteilte Sensoren mit der Realität synchronisiert. Auf dieser Basis sind 20-Minuten-Vorhersagen möglich, die per Laptop oder Handy abgerufen werden können.

Neben Verkehrsüberwachung und -steuerung, Parkleit- und Informationssystem wird City-Traffic in Bonn auch als Instrument zur Stadt- und Verkehrsplanung eingesetzt werden. Schon jetzt beginnt für die alte Bundeshauptstadt ein Doppelleben im Computer. Ein Schritt, der demonstriert, was moderne Informationstechnologie zu leisten vermag, um die Mobilität der Bürger aufrecht zu erhalten.

Uwe Beyer | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ais.fhg.de/

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