Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fertigung der "Leichter-als-Luft"-Transportmittel angelaufen

28.09.2001


Fertigstellung des ersten "fliegenden Krans" Ende 2003 geplant

Die CargoLifter AG hat einen weiteren Meilenstein in der Realisierung ihrer Schlüssel-Technologie erreicht: Der brandenburgische Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Fürniß startete am 27. September 2001 symbolisch die Produktion der "Leichter-als-Luft"-Transportmittel des Logistik-Unternehmens. Auf dem Werftgelände in Briesen-Brand werden die CargoLifter Ingenieure gemeinsam mit Spezialisten-Teams der Zuliefer- und Entwicklungspartner das 260 Meter lange Transport-Luftschiff CargoLifter CL 160 sowie den Transport-Ballon CL 75 AirCrane mit 61 Metern Durchmesser zur Produktionsreife entwickeln und fertigen. "Wir haben hier in Brand innerhalb von rund drei Jahren einen kompletten Produktionsstandort samt erforderlicher Infrastruktur für "Leichter-als-Luft"-Transportmittel sowie ein Team mit weltweit führendem Know-how geschaffen", erklärte Dr. Carl von Gablenz, Vorstandsvorsitzender der CargoLifter AG. "Innovation erfordert Mut und breite Unterstützung - dies haben unsere Mitarbeiter und Aktionäre in den vergangenen Jahren bewiesen."

Von Beginn an sei CargoLifter als offenes System ausgelegt, an dessen Fortschritt sich neben Investoren auch potenzielle Nutzer sowie Entwicklungs- und Zulieferunternehmen beteiligen können. "Die Produktion unserer "Leichter-als-Luft"-Transportmittel bietet die Chance, eine einzigartige Schlüssel-Technologie nicht nur am Standort Deutschland zu entwickeln, sondern diese auch hier umzusetzen."

Luftschiff-Produktion in sechs Schritten

Mit dem Start der Produktion ist in Brand die Umsetzungsphase angelaufen. "Den Produktionsbeginn darf man sich nicht so vorstellen, dass bereits in einigen Wochen ein fertiges Luftschiff in der Werfthalle steht", erklärte von Gablenz. "Die Fertigung vieler Einzelteile des CL 160 übernehmen zunächst externe Partnerunternehmen, während die Ingenieure in Brand Produktionsmittel und Montageeinrichtungen vorbereiten sowie zur Produktion nötige Tests durchführen." Bei der Produktion des CL 160 konzentrierten sich sämtliche Beteiligten auf ihre Kernkompetenzen. "In unserem Fall ist das in erster Linie die Luftschiff-Hülle - für diesen Schlüsselbereich der "Leichter-als-Luft"-Technologie haben wir sämtliche erforderlichen Voraussetzungen wie Fertigungseinrichtungen, Heliumlogistik und "Gas Management" geschaffen sowie uns weltweit einzigartiges Know-how erarbeitet."

Bis zum Beginn der Serienfertigung des Transport-Luftschiffes CL 160 im Geschäftsjahr 2004/2005 wird CargoLifter sechs Produktionsphasen durchlaufen: Produktionsplanung, Materialbeschaffung, Fertigung von Einzelkomponenten wie Bugkappe, Kiel, Gondel, Laderahmen, Hülle und Leitwerke, Gruppen- und anschließend Strukturmontage der Einzelteile samt Ausrüstung mit Systemen, Endmontage sowie Boden- und Flugtests. Der erste Prototyp des CL 160 soll Ende 2003 fertiggestellt sein und 2004 erste Testflüge aufnehmen.

Kapitalmaßnahme noch in diesem Jahr

"Die Vorbereitungen für den nächsten Kapitalschritt laufen auf Hochtouren", erklärte Karl Bangert, für Finanzen zuständiges Vorstandsmitglied von CargoLifter. "Von strategischen Investoren gibt es bereits erste Zusagen, sich daran zu beteiligen." Neben Eigenkapital- würden auch Fremdkapitalmaßnahmen geprüft. Durch vorbörsliche Privatplatzierungen, Fördermittel des Landes Brandenburg und den Börsengang im Mai 2000 hatte das Unternehmen 270 Millionen Euro Eigenkapital eingeworben. Die bis zum Beginn der Serienproduktion noch fehlenden 320 Millionen Euro soll zunächst eine Kapitalmaßnahme noch in diesem Jahr sowie eine weitere Kapitalmaßnahme 2002 einbringen. Zusätzliche Einnahmen soll das erste CargoLifter Produkt einbringen: Der Prototyp des Transport-Ballons CL 75 AirCrane ist seit Januar 2001 in der Werfthalle aufgebaut und soll bereits im Geschäftsjahr 2002/2003 - vor der Markteinführung des CL 160 - im kommerziellen Einsatz Lasten von bis zu 75 Tonnen transportieren.

***

Die CargoLifter AG mit Sitz in Berlin entwickelt ein 260 Meter langes und 65 Meter dickes Luftschiff zum Transport überdimensional großer und schwerer Güter von bis zu 160 Tonnen Gewicht: den CargoLifter CL 160. Der "fliegende Kran" soll künftig aufwändige Schwerlast-Transporte schneller, einfacher und kosteneffizienter durchführen - ohne zu landen und nahezu unabhängig von der bestehenden Infrastruktur. Als zweite Produktlinie des Logistik-Unternehmens soll der Transport-Ballon CL 75 AirCrane mit 61 Meter Durchmesser bereits vor Fertigstellung des CL 160 Lasten von bis zu 75 Tonnen Gewicht transportieren. Um eine marktnahe Entwicklung der "Leichter-als-Luft"-Transportmittel zu gewährleisten, kooperiert CargoLifter im Rahmen des "Lead-User"-Konzeptes bereits heute mit verschiedenen Industrie-Unternehmen. Seit Mai 2000 ist das Unternehmen am Amtlichen Handel der Frankfurter Wertpapierbörse notiert (WKN 540 261, Kürzel CLA), seit Dezember 2000 im MDAX.

Der CargoLifter Konzern beschäftigt derzeit über 460 Mitarbeiter, rund 253 davon in der Luftschiff-Entwicklung der CargoLifter Development GmbH am Werftstandort Briesen-Brand (Brandenburg). Brand ist derzeit der Dreh- und Angelpunkt des Unternehmens: Ende 2000 wurde hier die Produktionshalle für den CL 160 fertig gestellt - mit 107 Metern Höhe, 210 Metern Breite und 360 Metern Länge die größte stützenfrei erbaute Halle der Welt. Um Interessenten die Möglichkeit zu geben, die Luftschiff-Entwicklung "live" zu verfolgen, hat das Unternehmen dort den Themenpark CargoLifter World eingerichtet, der seit der Eröffnung im Juni 2000 auf großen Zuspruch gestoßen ist.

Silke Rösser | ots

Weitere Berichte zu: AirCrane Luftschiff-Entwicklung Transport-Ballon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Lasersystem zur Rettung bei schweren Unfällen
29.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Autonomer Stadtbus: Sicher und zuverlässig unterwegs im Nahverkehr
28.11.2016 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie