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SkySails fliegt / Revolutionärer Antrieb für die Schiffahrt kurz vor der Markteinführung

17.10.2005


In Zukunft wird es möglich sein, Frachtschiffe mit einem zusätzlichen Zugdrachen-Antrieb umweltschonend und ressourcensparend über die Meere zu bewegen. Das ist das Ergebnis der fast vierjährigen Entwicklungsarbeit des Hamburger Unternehmens SkySails, das auf einem 15 Meter langen Versuchsschiff auf der Ostsee erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Mit dem vollautomatischen Zugdrachensystem können Frachtschiffe bis zu 50% Treibstoffkosten einsparen oder schneller ans Ziel kommen. Damit hat der Hamburger Unternehmer Stephan Wrage (32) geschafft, was jahrzehntelang immer wieder vergeblich versucht wurde. Die wirtschaftliche und nachhaltige Nutzung der Windkraft für die Frachtschifffahrt ist ein signifikanter Beitrag zum globalen Klimaschutz. Durch den konsequenten Einsatz der SkySails-Technologie wäre es möglich, jährlich bis zu 150 Millionen Tonnen CO2 einzusparen. Dies entspräche 1-2% der globalen Menge an ausgestoßenen Treibhausgasen.


Reeder müssen klimaschädliche Emissionen künftig vermeiden

Sparsame und umweltfreundliche Antriebstechnologien in der Schifffahrt werden nach den neuesten Vorschriften der International Maritime Organization (IMO) und in Anbetracht steigender Ölpreise für die Reeder immer lukrativer. Emissionen von Frachtschiffen, die mit zu den Hauptverursachern klimaschädlicher Gase zählen, sollen ab dem 19. Mai 2005 drastisch reduziert werden, anderenfalls müssen die Reeder für vermeidbaren Schwefel- und CO2- Ausstoß tief in die Tasche greifen.


Erste Praxistests erfolgreich

Auf dem 15 Meter langen und 18 Tonnen schweren Testschiff "Jan Luiken" werden derzeit Zugdrachen mit einer Größe zwischen 20 und 40 Quadratmetern erprobt, dabei konnten mit Windkraft höhere Geschwindigkeiten erreicht werden als mit dem herkömmlichen Diesel-Schiffsantrieb. "Mit dem weltweit ersten Beweis, dass der Zugdrachen vom Testschiff gestartet und wieder erfolgreich gelandet werden kann, ist uns einer der wichtigsten Entwicklungsschritte gelungen", so Wirtschaftsingenieur und SkySails Gründer Stephan Wrage. Während des Fluges übernimmt ein Autopilot die automatische Steuerung des Drachens, der in bis zu 500 Metern Flughöhe meist optimale und stabile Windbedingungen vorfindet.

Ab 2006 erste Superyachten mit SkySails

Bereits 2006 sollen die ersten Superyachten (größer als 24 Meter) mit dem innovativen und bereits mehrfach ausgezeichneten Drachensystem mit Segelflächen zwischen 40 und 160 Quadratmetern ausgerüstet werden. Das kleinste SkySails-System mit Steuergondel sowie Start- und Landsystemen für Luxusyachten ist ab 150.000 Euro erhältlich. Die Investition für Frachtschiffe amortisiert sich bereits binnen drei bis fünf Jahren, so Stephan Brabeck (43), technischer Leiter bei SkySails.

Wachstumsmarkt der Zukunft

Die Entwicklung von ressourceneffizienten Technologien ist einer der Wachstumsmärkte der Zukunft. SkySails wurde als erstes Unternehmen durch den IdeenFONDS der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert. Zusätzlich wird das Unternehmen durch Fördermittel der Innovationsstiftung der Hansestadt Hamburg und seit Januar 2004 durch Fördermittel der Wirtschaftsbehörde der Hansestadt Hamburg unterstützt. Die Finanzierung wird mit Unterstützung und Beteiligung der Oltmann Gruppe aus Leer, einem renommierten Schiffsfinanzierer, realisiert. SkySails rechnet damit, dass weltweit 40.000 Handelsschiffe mit dem System ausgerüstet werden können. Bis zum Jahr 2013 will das Hamburger Unternehmen mindestens 1,5% der Welthandelsflotte und etwa 250 Superyachten mit dem imageträchtigen und zukunftsfähigen Windantrieb ausgerüstet haben.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.skysails.de

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