Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Unternehmen starten Forschungsinitiative INVENT

18.09.2001


  • Verkehr soll effizienter und sicherer werden
  • 76 Mio. Euro für Mobilität der Zukunft

Den Verkehr der Zukunft sicherer und flüssiger machen, Staus reduzieren und Unfälle vermeiden: Diese Ziele hat sich die Forschungsinitiative INVENT (Intelligenter Verkehr und nutzergerechte Technik) auf die Fahne geschrieben. 23 Unternehmen aus der Automobil-, Zuliefer-, Elektronik- und IT-Industrie, Softwarehäuser sowie Forschungsinstitute haben sich dazu jetzt im Rahmen des Programms "Mobilität und Verkehr" der Bundesregierung zusammengefunden. INVENT verfügt insgesamt über 76 Mio. Euro für die Entwicklung neuer Fahrerassistenzsysteme und Informationstechnologien bis Mitte 2005. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Kooperation zu 45 Prozent. Die Initiative stützt sich auf Erfahrungen aus früheren Verbundprojekten wie PROMETHEUS und MOTIV. Mit der kontinuierlichen Forschung im Bereich Verkehr und Verkehrssicherheit soll die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie gestärkt werden.

Parallel zur Entwicklung innovativer Produkte wollen die Kooperationspartner neue technologische Standards gemeinsam vorbereiten und durchsetzen. Um die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, arbeiten sie von Anfang an eng mit verantwortlichen Behörden zusammen. Einige der Unternehmen sind darüber hinaus an internationalen Projekten zu Verkehrsthemen beteiligt. Am Ende der kommenden vier Jahre wollen die INVENT-Teilnehmer anhand von Demonstrationsfahrzeugen und Simulationen zeigen, wie das intelligente Auto und das Verkehrsnetz der Zukunft aussehen könnten. Mehr Sicherheit und Effizienz trotz des steigenden Verkehrsaufkommens stehen dabei an vorderster Stelle, aber die neuen Lösungen sollen auch für mehr Umweltfreundlichkeit und Komfort sorgen.

Autos lernen sehen, denken und sprechen Ein Schwerpunkt d er Forschungsinitiative liegt auf neuen Fahrerassistenzsystemen, die bekannte Funktionen wie Tempomat und Abstandsregelung weiterentwickeln. So soll im Projekt "Fahrerassistenz, Aktive Sicherheit" ein Stau-Assistent entstehen, der automatisch den Abstand zum Vordermann regelt, die Geschwindigkeit anpasst und den Fahrer so im Stop-and-go-Verkehr entlastet. Sicherheitssysteme, die die Straße voll im Blick haben, sollen in Zukunft Unfälle vermeiden oder zumindest abschwächen - und etwa an Kreuzungen auch für den Schutz von Fußgängern und Fahrradfahrern sorgen. Sie erfassen gefährliche Situationen, können den Fahrer rechtzeitig warnen und im Notfall auch eingreifen.

Im zweiten Projekt, "Verkehrsmanagement 2010", wollen die INVENT-Partner das Problem Stau in den Griff bekommen und die Verkehrssituation in Ballungsgebieten entzerren. Dabei setzen sie auf zwei Lösungen: Zum einen auf Fahrerassistenten, die die optimalen Geschwindigkeiten, Abstände und Spurwechsel so berechnen, dass der Verkehr flüssiger wird, zum anderen auf Navigationssysteme, die in Zukunft auch den kleinsten Stau oder die gerade errichtete Baustelle in der Stadt kennen und dem Fahrer die beste alternative Route vorschlagen. Eine Basis für beide Entwicklungen sind Autos, die untereinander automatisch kommunizieren. So kann beispielsweise der Vordermann den nachkommenden Fahrzeugen rechtzeitig eine Gefahrensituation melden.

Ein Großteil des Verkehrs in Ballungsräumen - rund 40 Prozent - wird durch Zuliefer- und Abholverkehr verursacht. Wie sich die Routen für die Lieferwagen unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrszustände am besten planen lassen, will ein drittes Projekt - "Verkehrsmanagement in Transport und Logistik" - untersuchen. Es wird zur Zeit beim BMBF beantragt.

Die Fahrassistenten der Zukunft sollen jedoch nicht nur intelligent, sondern auch einfach und intuitiv zu benutzen sein. Deshalb befassen sich die Wissenschaftler intensiv mit den Themen Mensch-Maschine-Interaktion, Akzeptanz durch die Nutzer und Wirkung im Verkehr bis h in zu rechtlichen Fragen.

An der Forschungsinitiative INVENT beteiligt sind die Unternehmen Audi, BMW, Bosch, DaimlerChrysler, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Ericsson, fka, Ford, Hella, Hermes, IBM, IFAK, MAN Nutzfahrzeuge, NavTech, Opel, PTV, die Siemens AG, Siemens Restraint Systems, Siemens VDO, Transver, der TÜV Rheinland, die Universität Köln und Volkswagen. Als Unterauftragnehmer werden an den Projekten auch viele Universitäts-Institute sowie eine große Zahl kleinerer und mittelständischer Unternehmen mitarbeiten.

Walter Scholl | Presseinformation
Weitere Informationen:
http://www.invent-online.de

Weitere Berichte zu: INVENT Luft- und Raumfahrt Stau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wie E-Autos effizient genutzt werden
16.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland
26.09.2017 | Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz