Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachtsichtsystem Night Vision kleiner und leistungsfähiger

15.08.2001


  • System wird in Chrysler Jeep Grand Cherokee getestet

  • Präzisere Bilddarstellung, weniger Lichtleistung nötig

  • Bessere Sicht erhöht Verkehrssicherheit bei Nacht

DaimlerChrysler hat das aktive Nachtsichtsystem Night Vision weiter verbessert: Erstmals wurde die in Ulm entwickelte Lösung jetzt in einem Chrysler Jeep Grand Cherokee eingebaut. Sie ist wesentlich kleiner, bietet ein mit zwanzig mal zehn Zentimeter deutlich größeres Fahrer-Display und stellt Details noch präziser dar als die zuvor in einem Setra-Bus getestete Version. Eine lichtempfindliche Kamera sowie ein hoch auflösendes Display sorgen für eine schärfere und extrem rauscharme Abbildung. Die benötigte Lichtleistung der Scheinwerfer wurde in der neuen Version auf insgesamt drei Watt im Mittel halbiert. Mit diesen Fortschritten ist DaimlerChrysler dem kommerziellen Einsatz des Nachtsichtsystems im Pkw deutlich näher gekommen.

Zur Bildaufnahme nutzt Night Vision zwei an der Fahrzeugfront angebrachte Laserscheinwerfer. Sie leuchten mit einem für den Menschen unsichtbaren Infrarot-Lichtbündel die Straße aus. Eine Videokamera hinter dem Innenspiegel nimmt das reflektierte Bild der Straßenszene auf und erzeugt daraus auf dem Fahrer-Display eine Schwarz-Weiß-Abbildung. Das Pulsen des Infrarotlichts verhindert, dass die Kamera von den Scheinwerfern entgegenkommender Fahrzeuge geblendet wird: Ein exakt synchronisierter, elektronischer Kameraverschluss ist nur während des zehn Millisekunden langen Lichtimpulses geöffnet. Im Anschluss bleibt der Verschluss 30 Millisekunden lang geschlossen. Dieses variierbare Pulsen stellt störungsfreie Aufnahmen auch dann sicher, wenn künftig viele Fahrzeuge mit Night Vision unterwegs sein sollten. Zusätzlich ist die Kamera durch schmalbandige Lichtfilter geschützt. Sie lassen nur Licht genau der Wellenlänge durch, die das System für die Bildaufnahme nutzt.

Als aktives System mit eigener Lichtquelle nimmt Night Vision - im Gegensatz zu passiven Systemen, die in der Regel nur Wärmestrahlung erkennen - alle Objekte im Sichtfeld wahr. Das Nachtsichtsystem zeigt Straßenverlauf, Hindernisse oder dunkel gekleidete Fußgänger und Radfahrer bereits in etwa 150 Meter Entfernung. Auch Markierungen auf der Fahrbahn oder am Straßenrand werden differenziert dargestellt. Darüber hinaus bietet das System deutlich größere Sichtweite auch bei Regen, Nebel oder Gegenlicht - ein wesentlicher Beitrag für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Mit konventionellem Abblendlicht beträgt die nächtliche Sichtweite nur rund 40 Meter. Dies ist einer der Gründe für überdurchschnittlich viele schwere Unfälle bei Dunkelheit. Bei besserer Sicht ermüdet der Fahrer zudem weniger schnell. Night Vision ist eines der künftigen Fahrerassistenzsysteme, mit denen DaimlerChrysler seine Vision des "Unfallfreien Fahrens" vorantreibt. Solche Systeme sollen dazu beitragen, die Zahl der Toten und Verletzten im Straßenverkehr in den nächsten 15 bis 20 Jahren drastisch zu reduzieren.

Patricia Schmiechen | Presse-Information
Weitere Informationen:
http://www.media.daimlerchrysler.com/technologie

Weitere Berichte zu: Nachtsichtsystem Straßenverkehr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Intelligente Planung und Steuerung für mehr Effektivität und Effizienz bei Autoumschlag in Häfen
14.09.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Umweltfreundliches Segway toppt Rad und Auto bei kurzen Strecken
08.09.2017 | Hochschule Heilbronn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie