Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verteilerwege kurz und gebündelt

05.07.2001


Distributionsnetze für Europa. Wenn sie fusioniert und optimiert werden, treten deutlich kürzere und weniger Verbindungen zwischen Händlern und Depots auf (unten).
© Fraunhofer IML



Die Fusion des deutschen Automobilherstellers Daimler-Benz mit dem US-amerikanischen Chrysler-Jeep-Konzern zur DaimlerChrysler AG vor zwei Jahren sorgte weltweit für großes Aufsehen. Für die beiden Automobilgiganten stellte der Zusammenschluss in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung dar. Ein wesentlicher Punkt war dabei, zwei bis dahin völlig unabhängig voneinander bestehende Distributionsnetze für alle Fahrzeugtypen des Konzerns EU-weit zusammenzuführen. Im Zuge der Reorganisation sollten die Logistikstrukturen gleichzeitig so optimiert werden, dass die DaimlerChrysler AG auf europäischer und globaler Ebene ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern kann.

Hier waren nun die Experten vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund gefragt. Im Mai 1999 nahmen Vertreter des Konzerns erste Kontakte mit den Informatikern der Abteilung Verkehrslogistik auf, und bereits im Sommer liefen die Analysen auf Hochtouren. »Die Eingangsdaten für das neue Transportnetz waren durch zwei Faktoren vorgegeben: Zum einen durch die Produktionsstätten, Import-Export-Häfen und Händlerstandorte und zum anderen durch das Auswerten der Fahrzeugbewegungen während etwa eines Jahres«, erklärt Giovanni Prestifilippo vom IML. »Wir optimierten die Lage und die Anzahl der Depotstandorte möglichst kostengünstig. Dabei sollten Serviceleistungen für Kunden nicht beeinträchtigt werden.«

In einem ersten Arbeitsschritt wurden das Verkehrsaufkommen, die Serviceleistungen und die Transportkosten analysiert. Danach errechneten die Experten in einem computerunterstützten Modell sowohl die günstigsten Standorte für die neuen Depots als auch deren optimale Zuordnung zu den Händlern, Produktionsanlagen und Häfen. Besonders vorteilhaft schlägt im neuen Modell zu Buche, dass Leerfahrten von den Produktionsorten oder Importhäfen bis hin zu den Depots kaum noch vorkommen. Als weiteres Highlight stellte sich heraus, dass heute in der EU bei der Wahl der Standorte Ländergrenzen nicht mehr beachtet werden müssen. Dadurch lassen sich ebenfalls beträchtliche Kosten einsparen. Nur acht Monate nach Beginn der Analysen konnten die Fraunhofer-Informatiker den Auftraggebern das neue Distributionsnetz vorstellen. Es wurde im August vergangenen Jahres zunächst in Deutschland, den Beneluxländern, Österreich und der Schweiz in die Praxis umgesetzt. Inzwischen ist die neue Verteilerstruktur europaweit realisiert worden.

Prof. Dr. Alex Vastag | Mediendienst

Weitere Berichte zu: DaimlerChrysler Distributionsnetz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Verkehrsmanagement in Ballungsgebieten
08.12.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Projekt RadVerS – Welcher Radfahrtyp sind Sie?
24.11.2017 | Technische Universität Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik