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Leise rieselt der Beton / Brückenexperten von DEKRA schlagen Alarm

06.10.2004


Die Brückenexperten der DEKRA Real Estate Expertise GmbH (DEKRA REE), in der die Bausachverständigen der DEKRA Gruppe konzentriert sind, führen jährlich einige hundert Brückenprüfungen durch. Eine umfangreiche Auswertung der Prüfberichte zeigt eine katastrophale Entwicklung auf. Im Vergleich der Ergebnisse von 2003 auf 2004 haben die Brückenprüfer von DEKRA im Schnitt eine Verschlechterung der Bauwerke um eine Note ermittelt. Bei ca. 16 Prozent oder fast 20.000 Brücken sind umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich, bei ca. 14.000 Brücken ist die Verkehrs- und Standsicherheit so gefährdet, dass sie sofort gesperrt werden sollten.

Zu den Bauwerken, ohne die in Deutschland der Verkehr nicht laufen würde, zählen rund 120.000 Straßenbrücken (Straßenbaubericht NRW). Sie entsprechen einem volkswirtschaftlichen Vermögen von rund 80 Mrd. Euro. Um diese Bauwerke zu erhalten, müssen sie gepflegt und gewartet werden. Dies geschieht nach anerkannten technischen Normen. Die DIN 1076 schreibt zur Erhaltung der Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit sowie zur Reduzierung der Instandhaltungskosten für Brücken und ähnliche Ingenieurbauwerke Kontrolluntersuchungen im 3jährigen Abstand vor, jeweils im Wechsel eine einfache Prüfung und eine Hauptprüfung.

Die Brücken erhalten in diesen Prüfungen Zustandsnoten von 1 bis 4. Hierbei wird ein sehr guter Zustand mit der Note 1 gekennzeichnet. An einem Bauwerk mit der Zustandsnote 2 - befriedigender Zustand - sind für die Gewährleistung der Dauerhaftigkeit bereits mittelfristige Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Die Zustandsnote 3 signalisiert einen kritischen Bauwerkszustand: Umfangreiche und kostenintensive Erneuerungsarbeiten müssen kurzfristig durchgeführt werden, eventuell werden Verkehrsbeschränkungen erforderlich. Ab Zustandsnote 3,5 sind die Standsicherheit und/oder Verkehrssicherheit und/oder Dauerhaftigkeit nicht mehr gegeben. Umgehende Sanierungsarbeiten sind einzuleiten.

Um das volkswirtschaftliche Vermögen zu erhalten, sind jährlich Instandhaltungsarbeiten in Milliardenhöhe erforderlich. Es werden momentan jedoch nur ca. 60 % der notwendigen Maßnahmen aufgewandt. Die Schere öffnet sich also immer weiter. "Wir werden spätestens 2006 ca. 50 Prozent der Brücken mit der Zustandsnote 3 und schlechter bewerten", prognostiziert Dr. Rainer Kunterding, stellvertretender Geschäftsführer der DEKRA REE. "Die Baulastträger - in der Regel Bund, Länder und Gemeinden - vernachlässigen die routinemäßigen Brückenprüfungen in einer schon fast fahrlässigen Art und Weise." Dies werde immer wieder mit den leeren Kassen begründet. Dass damit nur eine vereinfachte Sichtweise darstellt werde, ergebe sich aus zwei wesentlichen Punkten. Zum einen sei der Baulastträger für die Sicherheit des Bauwerks verantwortlich und müsse für Schäden, die aus vernachlässigtem Unterhalt- bzw. fehlender Prüfleistung entstehen, voll haften. Zum anderen könne mit dem Prüfbericht frühzeitig Bauschäden festgestellt und dann kostengünstig beseitigt werden. "Für den pflichtbewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern bilden Brückenprüfungen die Grundvoraussetzung", erläutert Bauexperte Dr. Kunterding.

Nur mit regelmäßigen Brückenprüfungen kann die Verkehrs- und Standsicherheit der Bauwerke gewährleistet oder ökonomisch vernünftige Sanierungen durchgeführt werden.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.dekra.com

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