Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"NADiS" nimmt U-Bahnunfällen den Schrecken

15.06.2001

Mit "NADiS" (Notfall-Analyse- und Diagnosesystem) planen Bochumer Klimageologen ein System, das bei U-Bahnunfällen schnell die sicheren Wege für Rettung und Evakuierung berechnet und stets die aktuellen Entwicklungen im Tunnel in seine Berechnungen mit einbezieht.



Winde im Tunnel werden berechenbar

... mehr zu:
»Diagnosesystem »U-Bahnunfall

Notfallanalyse- und Diagnosesystem rettet Menschenleben


Dass eine U-Bahn mal im Tunnel stecken bleibt, ist zwar lästig, aber zumeist ungefährlich. Kommt jedoch Rauch oder Gas ins Spiel, können die Tunnel schnell zur tödlichen Falle für die Fahrgäste werden. Katastrophen wie die 1995 in Baku oder der Giftgasanschlag in Tokio haben das überdeutlich gemacht. Mit "NADiS" (Notfall-Analyse- und Diagnosesystem) planen die Bochumer Klimageologen um Dr. Andreas Pflitsch (Arbeitsgruppe Klimaforschung von Prof. Dr. Heribert E. Fleer) nun ein System, das schnell die sicheren Wege für Rettung und Evakuierung berechnet und stets die aktuellen Entwicklungen im Tunnel in seine Berechnungen mit einbezieht.



Die Wege des Rauchs sind unberechenbar
Bei Rauchentwicklung im U-Bahntunnel ist die Panik groß: Welche Richtung soll man einschlagen? Wohin fliehen? Auch die Rettungskräfte müssen schnelle wichtige Entscheidungen treffen. Welche Station ist für die Evakuierung der Fahrgäste am sichersten? Wohin wird der Rauch ziehen? Zurzeit existiert keine Möglichkeit, seinen Weg vorherzuberechnen. Das verzweigte Tunnelsystem mit seinen komplexen Luftströmen eröffnet Rauch und Gas etliche verschiedene Wege. Gehen Rettungsmannschaften nach Standardplänen vor, geht unter Umständen durch Fehlentscheidungen viel Zeit verloren. Das kann Menschenleben kosten.


NADiS misst Temperatur und Wind
Die Bochumer Klimatologen erforschen daher seit 1998 die Tunnelsysteme der Dortmunder Stadtbahn und des New Yorker Subways. Mittels fest installierter Messstationen und Tests mit ungiftigem Rauch ermitteln sie die Luftströmung im System. Dabei machten sie folgenreiche Entdeckungen, z. B. werden die Strömungen nicht nur von den Zügen beeinflusst, sondern auch von der Außenwitterung. Große Temperaturunterschiede zwischen Innen und Außen bewirken etwa eine vielfach schnellere Strömungsgeschwindigkeit. In den Sommermonaten, wenn die Temperaturen innen und außen ähnlich sind, gibt es häufige Richtungswechsel der Strömung. Die Windverhältnisse außen beeinflussen die im Innern der Tunnel jedoch nur geringfügig. All diese Erkenntnisse soll "NADiS" nutzen und Messwerte zu schnellen und präzisen Voraussagen über die Rauchverteilung im Notfall verarbeiten. Das System soll außerdem flexibel auf Änderungen in der Strömung reagieren und seine Notfallplanung daran anpassen. Schon zur Fußballweltmeisterschaft 2006 könnte es Einsatz finden.
RUBIN 1/01 erschienen
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RUBIN 1/01. Dort finden Sie außerdem folgende Themen: Alarm in der U-Bahn: Mit "NADiS" sicher aus dem Tunnel; Krebsgen gegen Nervenleiden; Chemische Tricks mit molekularen Klümpchen; Checkpoint im Gehirn: Jetzt in der Kulturschale; Stoßfrei durch die Nanostruktur; Simulation Intelligenter Netze; Der Islam und die europäische Kultur; Münzen machen Geschichte. RUBIN ist in der Pressestelle der RUB für 5 DM erhältlich.
Weitere Informationen
Dr. Andreas Pflitsch, Arbeitsgruppe Klimaforschung, Geographisches Institut, Fakultät für Geowissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-26707, Fax: 0234/32-14535

Dr. Josef König | idw

Weitere Berichte zu: Diagnosesystem U-Bahnunfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht aCar - Der elektrische „Alleskönner“
21.08.2017 | Technische Universität München

nachricht Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb
21.08.2017 | Technische Universität Hamburg-Harburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen