Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verkehrsanalysesystem gegen Stau

02.06.2004


800 Taxis als rollende Sensoren



Wissenschaftler vom Wiener Forschungs- und Entwicklungsunternehmen arsenal research haben mit "FLEET" ein Verkehrsanalysesystem zur genauen Berechnung der Reisezeiten entwickelt. Durch das Wissen über aktuelle Verkehrszustände hoffen sie, mit "homöopathischen" Maßnahmen staugeplagten Verkehrsteilnehmer ein wenig Linderung zu verschaffen.



Um eine entsprechende Datensammlung für die computergenerierte Verkehrsanalyse zu bekommen, kooperieren die Verkehrstelematiker mit einem Wiener Taxiunternehmen. Rund 800 Taxis liefern Informationen und erfassen die Wiener Verkehrssituation praktisch flächendeckend. 200 Fahrzeuge dienen via GPS als "rollende Sensoren", die laufend ihre Positionsdaten über den Betriebsfunk an die Leitzentrale melden. Aus diesen "Floating-Car-Daten" (FDC) generiert das Verkehrsanalysesystem FLEET alle 15 Minuten ein aktuelles Verkehrsbild. Dafür werden komplexe mathematische Methoden wie Zeitreihenanalysen, neuronale Netze und Fuzzy Logic eingesetzt.

Experten von arsenal research haben berechnet, dass die hohe Verkehrsbelastung mittlerweile über die Stoßzeiten hinausgeht und alle Wiener Straßen durchschnittlich 7,5 Stunden pro Tag betrifft. Würden Autofahrer ihre Fahrzeiten außerhalb der kritischen Tageszeiten oder auf den optimalen Routen wählen, wäre eine gleichmäßige Auslastung des Straßennetzes gegeben. "In den Stoßzeiten ist an einem durchschnittlichen Werktag die Fahrdauer mehr als doppelt so hoch wie unter optimalen Bedingungen. Auf wichtigen Strecken wie dem Gürtel, der Westeinfahrt oder dem Ring kann die Reisezeit sogar bis auf das 2,5-Fache ansteigen. Das bedeutet, dass man mehr als doppelt so lange für eine Strecke braucht wie unter optimalen Bedingungen", erklärt der Verkehrstelematiker Dietrich Leihs.

Um den täglichen Verkehrsstress zu vermeiden, empfehlen die Forscher einfach ein bisschen früher oder später loszufahren. Fährt man am Freitag um 4.45 Uhr noch mit durchschnittlich 55 km/h, so verringert sich bis 8.15 Uhr die Geschwindigkeit auf schleichende acht Kilometer in der Stunde. Will man den ärgsten Stau umgehen, fährt man am Freitag also besser schon vor 7.45 Uhr oder nach 9.30 Uhr. Eine halbe Stunde früheres Aufstehen bewirkt, dass man statt 30 Minuten nur noch zwölf Minuten für dieselbe Strecke benötigt.

Wilhelm Bauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.arsenal.ac.at

Weitere Berichte zu: Stau Verkehrsanalysesystem Verkehrstelematiker

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Zurück im Depot: AERO-TRAM schließt Messungen ab
13.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie