Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Abgehängt: Die Straßenbahn ist besser als Bus und U-Bahn

05.04.2004


In dem internationalen Forschungsprojekt "Safetram" arbeiten TU-Wissenschaftler daran, die Tram sowohl für Insassen als auch für Fußgänger sicherer zu machen



"Leistungsfähiger als der Bus, billiger in den Investitionskosten als die U-Bahn und so gut wie kein CO2-Ausstoß - das sind", so Markus Hecht, Professor für Schienenfahrzeuge am Institut für Land- und Seeverkehr der Technischen Universität Berlin, "die markantesten Vorteile der Straßenbahn als öffentliches Nahverkehrsmittel." Die wiederum erklärten, weshalb die Straßenbahn etwa seit 15 Jahren eine Renaissance nicht nur in europäischen Städten erlebe, sondern auch in Metropolen wie Sydney und Shanghai.



Für die Pariser Verkehrsbetriebe jedenfalls sind die Vorteile des umweltfreundlichen Verkehrsmittels so überzeugend, dass sie die Tram in den nächsten Jahren in der Stadt etablieren wollen. Da dort die Straßenbahn streckenweise auf den Gleisen der Eisenbahn fahren wird, sind wichtige Sicherheitsfragen zu klären u.a., was passiert, wenn Straßenbahn und Eisenbahn kollidieren. Diesen Fragen geht das internationale Forschungsprojekt "Safetram" nach, an dem TU-Professor Markus Hecht mit seinem Fachgebiet Schienenfahrzeuge beteiligt ist.

In der ersten Phase (2001 bis 2004) des Forschungsvorhabens sollen alle relevanten Sicherheitsfragen für die Passagiere und den Straßenbahnfahrer geklärt werden. Dabei geht es um die Innengestaltung der Tram-Waggons und die Konstruktion einer Knautschzone für den Fahrer. Dafür liefern die TU-Wissenschaftler wichtige Daten. Der optimale Insassenschutz ist Ziel der Untersuchungen. Verletzungen des Fahrers und der Passagiere, besonders der stehenden, sollen im Unglücksfall so gering wie möglich sein. Die Auswirkung der Innenausstattung in Interaktion mit den Passagieren im Falle eines Crashs untersuchen die TU-Wissenschaftler mit Hilfe von rechnerischen Menschenmodellen.

Für das Forschungsprojekt erstellte das Team von Prof. Hecht zudem eine Datenbank über alle Unfallarten der Straßenbahn mit Fahrzeugen und Fußgängern. Anhand dieser Datenbank konnten verschiedene Unfallszenarien für Crashtests ausgearbeitet werden wie etwa die Kollision einer Tram mit einem zehn Tonnen schweren feststehenden Hindernis oder der Zusammenstoß von zwei gleichen Bahnen bei einer Geschwindigkeit von 14 kmh. Auf Grundlage rechnergestützter Daten gab das Team um Professor Hecht Empfehlungen für die Konstruktion einer Knautschzone um die Fahrerkabine. Die errechneten Daten im Kollisionsfall gaben u. a. Auskunft über die Kräfte, die bei einem Zusammenstoß eingeleitet werden, welche Verformungswege zur Verfügung stehen und welche Widerstandskräfte von den Deformationselementen aufzubringen sind.

In einer zweiten Phase des Projektes sollen die Sicherheitsbelange von Fußgängern sowie Auto- und LkW-Fahrern untersucht werden.

An dem von der EU geförderten Projekt beteiligen sich 13 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Frankreich, Polen, Großbritannien, Portugal, Italien, Schweiz und Deutschland. Die Technische Universität Berlin vertritt in diesem Projekt die Berliner Verkehrsbetriebe.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr.-Ing. Markus Hecht, Fachgebiet Schienenfahr-zeuge am Institut für Land- und Seeverkehr der TU Berlin, Tel.: 030/314-25195, E-Mail: Markus.Hecht@tu-berlin.de

Ramona Ehret | TU Berlin
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2004/pi77.htm
http://www.tu-berlin.de/~schienenfahrzeuge

Weitere Berichte zu: Straßenbahn TU-Wissenschaftler Tram U-Bahn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Lasersystem zur Rettung bei schweren Unfällen
29.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Autonomer Stadtbus: Sicher und zuverlässig unterwegs im Nahverkehr
28.11.2016 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten