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Neue Wege zur Verkehrssicherheit

19.02.2004


"AVACS" entwickelt Methoden zur Überprüfung sicherheitskritischer Steuerungssysteme



Automatische Fehlerdiagnose bei modernen Verkehrsmitteln im Mittelpunkt des Sonderforschungsprojektes der DFG



Die DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) finanziert seit dem
1. Januar 2004 den neuen Sonderforschungsbereich AVACS (Auto-matic Verification and Analysis of Complex Systems). Das von den Universitäten Freiburg, Oldenburg und Saarbrücken transregional getragene Projekt treibt gezielt die Entwicklung neuer Methoden zur Validierung von Sicherheitssystemen im Automobil-, Bahn- und Luftverkehr voran.


Konkrete Anwendungszenarien sind automatische Abstandskontrol-len und Bremsassistenten im Automobil, Zugsicherungssysteme im europaweiten ETCS-Standard (European Train Control System) sowie Flugleitsysteme im Avionics-Bereich. In Freiburg ist das Projekt am Institut für Informatik angesiedelt. Die Bewilligung des SFB für zunächst vier Jahre ist ein Beleg für die international hervorragende Forschungsarbeit der Informatikwissenschaftler aus Freiburg, Oldenburg und Saarbrücken.

Sicherheit in der Luft, auf der Schiene und der Straße

Die Validierung sicherheitskritischer Systeme in Flugzeugen, Autos und Zügen hat eine zentrale Bedeutung, Fehler in einzelnen Abläufen bedeuten oft eine große Gefahr für Leib und Leben. Die derzeitigen technischen Möglichkeiten beschränken sich dabei auf die automatische Überprüfung und Analyse von einzelnen Aspekten solcher Systeme wie zum Beispiel der Stabilität, Pünktlichkeit und Korrektheit. AVACS realisiert zum ersten Mal eine umfassende und ganzheitliche Überprüfung komplexer Systeme mit Garantieen ihrer Verlässlichkeit. Erfasst werden dabei alle technischen und physikalischen Parameter einzelner Systeme. Die verantwortlichen Systemingenieure können das Systemverhalten per Knopfdruck überprüfen.

Bei der Entwicklung elektronischer Systeme für den Straßen-, Schienen- und insbesondere dem Luftverkehr werden zwar bereits umfangreiche Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit getroffen. Die ständig wachsende Anzahl und ständig steigende Komplexität dieser Systeme verhindert jedoch die vollständige Überprüfung solcher Systeme mit bestehenden Techniken.

Die bedauerlicherweise immer wieder vorkommenden tragischen Unfälle mit Personenschaden oder Sachschäden sowie kostspielige Rückrufaktionen sollen mit den in AVACS entwickelten Techniken durch eine genaue Betrachtung und Analyse aller für den Betrieb erheblichen Daten weitestgehend ausgeschlossen werden. AVACS wird all diese Informationen einer genauen Prüfung unterziehen und soll den zuständigen Entwicklern eine schnelle und zuverlässige Einschätzung möglicher Gefährdungspotenziale ermöglichen.

Länderübergreifende Forschung

AVACS ist ein transregionaler Forschungsbereich und wird von den drei Universitäten Oldenburg, Freiburg und Saarbrücken sowie dem Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken getragen. Der Zusammenschluss der einzelnen Standorte und der dort gebündelten Expertise im Rahmen eines sogenannten "Transregio" ermöglicht einen schnellen Austausch neuer Erkenntnisse und damit ein schnelles Fortschreiten des Projekts. Einen wesentlichen Vorteil stellt darüber hinaus der enge Kontakt zu Industrieunternehmen dar, der die schnelle Umsetzung der Forschungsergebnisse in den für die zukünftige Verwendung vorgesehenen Szenarien garantiert.


Kontakt:

Prof.Dr. Bernd Becker

Institut für Informatik
- Rechnerarchitektur -
Tel.: 0761 / 203-8141
E-mail: becker@informatik.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw

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