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Müdigkeitswarnsystem AWAKE - Schlaftrunken auf der simulierten Autobahn

19.01.2004


Äußerlich betrachtet steht das Fahrzeug still. Rast der Fahrer jedoch über eine künstliche Autobahn, beobachten mehrere Sensoren sein Verhalten.


Vier Uhr morgens auf der Autobahn. Schon seit Stunden ist der übermüdete Fahrer des Kleinwagens unterwegs. Immer wieder fallen ihm die Augen zu. Doch bevor er in den gefährlichen Sekundenschlaf fällt, erklingt ein Warnton. Gleichzeitig vibriert der Gurt, im Spiegel blinkt ein Warndreieck auf und eine Computerstimme informiert: »Müdigkeitswarnung. Halten Sie bei der nächsten Rastmöglichkeit an und machen Sie eine Pause!« Dann geht das Licht im Raum an und die Projektion der Autobahn stoppt. Im Vehicle Interaction Lab testen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und der Universität Stuttgart das neue Müdigkeitswarnsystem AWAKE. Ziel des gleichnamigen EU-Projekts ist ein Assistenzsystem, das gemeinsam mit Automobilherstellern entwickelt wird.


Unterschiedliche Sensoren liefern Informationen über das Fahrverhalten und den Zustand des Fahrers. Alle Daten fließen in einem zentralen Rechner zusammen. Er registriert beispielsweise, wenn der Wagen von der Spur abkommt, dem Fahrer die Augen zufallen oder das Risiko einer Kollision bei zu kurzem Abstand zum Vordermann zu groß wird. Erst dann schlägt er Alarm.

Doch wie reagieren Autofahrer auf die Warnungen? Werden sie überhaupt verstanden? Diese und andere Fragen haben die Forscher ebenfalls untersucht. Dazu mussten verschiedene Testpersonen in einen immersiven Fahrsimulator steigen. Hier sitzt der Fahrer in einem realen Auto. Die Straße mit Verkehr wird von hinten auf mehrere Leinwände projiziert. Klare Sicht bei Sonnenschein kann leicht durch Nebelsuppe und andere Situationen ersetzt werden. Neigungen in Kurvenfahrten und Bodenunebenheiten werden durch elektromechanische Bewegungselemente an den Radaufhängungen simuliert. Vibrationen am Sitz und am Chassis erzeugen ein natürlicheres Fahrgefühl.


Wie müssen die neuen Assistenzsysteme gestaltet werden, damit der Fahrer sie einfach bedienen und nutzen kann? »Das sind wesentliche Punkte, die möglichst früh im Entwicklungsprozess angegangen werden müssen«, betont Dr. Manfred Dangelmaier, Leiter des Competence Center Virtual Environments am IAO. »Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine haben wir von Anfang an parallel zu den anderen Komponenten entwickelt. Wer dies vernachlässigt, riskiert teure Fehlentwicklungen.« Denn nur, wenn die neuen elektronischen Systeme optimal auf den Nutzer zugeschnitten sind, helfen sie auch wirklich, Unfälle zu vermeiden.

Dr. Manfred Dangelmaier | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iao.fraunhofer.de

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