Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fördertechniker erfanden Allround-Container

04.07.2003


Billigere Transporte, keine Leerfahrten, variable Beladung: Dies ermöglicht ein multifunktionaler Container, den Wissenschaftler des Instituts für Fördertechnik- und Konstruktionslehre der österreichischen Montanuniversität Leoben entwickelten.


Variabel beladbar und wesentlich leichter: der neue von Leobener Fördertechnikern entwickelte Container



Im Gütertransport ist es nur schwer möglich, unterschiedliche Güter wie z. B. Paletten oder lose Schüttgüter (Agrarprodukte) bei Hin- und Retourfahrten im selben Container zu transportieren. Fahrten, welche die Container unbeladen zurückführen und damit die Transporte verteuern, sind die Folge.



Innovative Konstruktion

Auf Initiative des Geschäftsführers der Montan Spedition Kapfenberg, Karl Thaller, entwickelte das Institut für Fördertechnik und Konstruktionslehre der Montanuniversität Leoben einen multifunktionalen Container, der sich zum Transport von Stückgütern wie auch von Schüttgütern bestens eignet. "Der neue Container-Typ erfüllt", so Institutsvorstand Professor Dr. Franz Kessler, "zahlreiche Anforderungen: Die Beladung mit Stückgut (Paletten, Langgut) ist von der Seite durch Türen und von oben durch das Dach möglich und genauso zum Entladen von Schüttgut durch Klappen geeignet. Die Innenwände des Containers sind glatt ausgeführt, um ein vollständiges Entleeren zu gewährleisten. Alle beweglichen Teile und Verschlüsse sind leicht zu bedienen und entsprechen den Zollbestimmungen. Zum Umschlagen des Containers sind Greifkanten vorhanden." Neben der innovativen Konstruktion kam es auch beim Containermaterial zu einer Neuerung: Durch den Einsatz eines neuen, hochfesten Werkstoffes konnte das Gewicht des Containers um beinahe eine Tonne bei einem Gesamtgewicht von 4,2 Tonnen reduziert werden.

Vor der Entwicklung des Containers erarbeitete das Institut für Fördertechnik eine Studie über Be- und Entlademöglichkeiten von Containern in Österreich und Deutschland im Bereich der Futter- und Düngemittelbranche, um die Lade- und Entladeöffnungen des Containers an alle Gegebenheiten anpassen zu können. Die Leobener Fördertechniker gingen von einem 30-Fuß-Standardcontainer aus. Nach der Vielfalt an Möglichkeiten, den Container zu be- und entladen, entstanden unzählige Varianten, die mit Hilfe eine Computer-Simulation hinsichtlich Festigkeit und Steifheit überprüft wurden.

Prämiertes Projekt

"Logistik Austria Plus", ein Schwerpunkt des Impulsprogrammes "move - Mobilität und Verkehrstechnologie" des Verkehrsministeriums, förderte und prämierte die voran gegangenen Studien des Fördertechnik-Institutes. Der Innovations- und Technologiefonds des Verkehrsministeriums stellte Fördermittel für die konstruktive Umsetzung zur Verfügung.

Einer Serienfertigung des multifunktionalen Containers stehe, so Professor Kessler, nichts mehr im Wege: "Der Prototyp dieses Containers wurde vom Germanischen Lloyd - eine dem TÜV vergleichbare Kontrollinstanz - bereits geprüft und hat alle Tests bestens bestanden."

Weitere Informationen:

Univ.-Prof. Dr. Franz Kessler, Institut für Fördertechnik und Konstruktionslehre, Tel. 03842 402-250, E-Mail: foerder@unileoben.ac.at

Mag. Thomas Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.unileoben.ac.at/institute/foetwww.htm

Weitere Berichte zu: Fördertechnik Konstruktionslehre Verkehrsministerium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Auf dem Gipfel der Evolution – Flechten bei der Artbildung zugeschaut

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Elektroimpulse säubern Industriewässer und Lacke

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

ZMP 2017 – Latenzzeitmesseinrichtung für moderne elektronische Zähler

27.04.2017 | Messenachrichten