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Management von Mobilität erhält durch Gesamtbetrachtung neue Impulse

27.06.2003


Weniger Verspätungen und Staus, mehr Sicherheit und Entlastung der Umwelt durch flexible Steuerung des Straßenverkehrs



Ampeln für Straßenkreuzungen und einzelne Leitsysteme reichen künftig nicht mehr aus, das wachsende Verkehrsaufkommen in den Ballungsräumen zu beherrschen. „Unsere Straßen müssen immer mehr Autos aufnehmen und gleichzeitig leistungsfähiger und sicherer werden“, erklärte Frank Stelzner am Donnerstag auf dem Fachforum „Verkehrstelematik“ der Siemens AG in Leipzig. Technische Systeme zur Verkehrsregelung und Einzelmaßnahmen alleine könnten dies künftig kaum mehr leisten. Um Mobilität zu managen, sagte Stelzner, sei eine Gesamtbetrachung aller Verkehrsbewegungen rund um die Uhr erforderlich. Nur dann könne man rechtzeitig die Verkehrsteilnehmer vor Staus und Verzögerungen warnen, die Verkehrssicherheit durch Hinweise erhöhen und auch die Umweltbelastung in den Städten durch effizientere Nutzung der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur senken.



Die meisten größeren Städte sind heute mit einem ständig steigenden Verkehrsaufkommen konfrontiert. Durch die zunehmende räumliche Trennung von Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeitgestaltung entstehen zusätzliche Verkehrsströme, die die städtische Infrastruktur an ihre Grenzen bringen, denn Verkehrswege und Parkflächen können nicht beliebig erweitert werden. Die Folgen sind Staus und Parksuchverkehr, die damit verbundene Lärm- und Abgasbelastung sowie Zeitverlust für die Autofahrer. Darüber hinaus stellen Pendler- und Einkaufsverkehr oder auch Großveranstaltungen das Verkehrsnetz abhängig von Wochentag und Tageszeit vor stark unterschiedliche Anforderungen. Mit Einzellösungen für die Ampelsteuerung oder statischen Parkleitsystemen lassen sich diese Anforderungen oft nicht mehr erfüllen. Gefragt ist ein umfassendes und flexibles Verkehrsmanagement, das beispielsweise auch den öffentlichen Nahverkehr und Park&Ride-Angebote berücksichtigt.

Immer häufiger übernehmen daher sogenannte Verkehrsmanagementzentralen (VMZ) in den Städten die Aufgabe, Informationen über den individuellen und öffentlichen Nah- und Fernverkehr zu sammeln, aufzubereiten und dann mit Hinweisen über Rundfunk oder elektronischen Tafeln an der Straße das Verkehrsaufkommen zu managen. „Auf der einen Seite sind geringere Reisezeiten, weniger Verspätungen und geringere Kosten beim Flotten- und Frachtmanagement auch bei einem steigenden Verkehrsaufkommen möglich“, sagte Stelzner. Auf der anderen Seite ist er auch davon überzeugt, dass durch innovatives Mobilitätsmanagement sowohl die Zahl der Unfalltoten wie auch die Luftverschmutzung in den Städten weiter deutlich gesenkt werden könne.

Zur besseren Nutzung der bestehenden Straßenkapazitäten bietet das Siemens-Geschäftsgebiet Intelligent Traffic Systems (ITS) mit seinem Verkehrsmanagementsystem Kommunen eine Lösung zur umfassenden und flexiblen Steuerung des Straßenverkehrs. Das System sammelt aktuelle Verkehrsdaten, bereitet sie auf und stellt sie öffentlichen oder privaten Nutzern zur Verfügung. Dabei wird nicht nur die aktuelle Verkehrslage berücksichtigt, sondern beispielsweise auch die Auslastung von Parkflächen, Großveranstaltungen oder Baustellen. Die Anbindung von Betriebsleitsystemen für den öffentlichen Personennahverkehr oder der Verkehrsteuerung auf stadtnahen Autobahnabschnitten ist ebenfalls möglich. Verkehrsmodelle prognostizieren auf dieser Basis auch die voraussichtliche Entwicklung des Verkehrsaufkommens. „Damit lassen sich die Verkehrsflüsse in und um die Kommune effizienter steuern“, betonte Stelzner. Verkehrsteilnehmer würden ihre Ziele schneller erreichen, die Staugefahr werde verringert und die Lärm- und Abgasbelastung sinke.

Die Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) von Siemens bietet diese Möglichkeiten. Das System sammelt Daten zum Verkehrsgeschehen, bereitet sie auf und stellt sie öffentlichen und privaten Nutzern zur Verfügung. Damit wird es möglich, sowohl den Verkehrsfluss zu verbessern – beispielsweise mit einer der Situation angepassten Ampelschaltung – als auch durch detaillierte Information Autofahrer zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Eine wichtige Voraussetzung ist die Vernetzung aller Systeme zur Verkehrsdatenerfassung, wie Verkehrs- und Witterungssensoren, und der Betriebssteuerung von Ampelanlagen. Außerdem können Parkleitsysteme angeschlossen sowie Informationen zu aktuellen Baustellen oder Großveranstaltungen berücksichtigt werden. Bei Bedarf lassen sich auch die Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf stadtnahen Autobahnabschnitten integrieren. Die Einbindung der Betriebsleitsysteme des ÖPNV bietet zudem die Möglichkeit, beispielsweise durch abgestimmte Ampelschaltungen für Busse, auch den öffentlichen Nahverkehr schneller und effizienter zu machen.

In der VMZ stehen sämtliche Verkehrsinformationen auf einer gemeinsamen Datenbasis zur Verfügung. Dabei sind alle angeschlossenen Systeme über eine einheitliche Bedien- und Beobachtungsoberfläche zugänglich. Disponenten der städtischen Straßen- oder Verkehrsämter können sämtliche Systeme bedienen, ohne deren teilweise kryptischen Befehle kennen zu müssen. Die VMZ unterstützt Behörden wie Polizei, Feuerwehr oder den Planungsämter sowie die ÖPNV- und Parkraumbetreiber. Services für einzelne Verkehrsteilnehmer können über die von der Kommune oder der Polizei betriebenen Verkehrsinformationszentralen oder private Dienstleister angeboten werden. Autofahrer erhalten Informationen zur aktuellen Verkehrslage beispielsweise über den Rundfunk. Denkbar ist auch, diese Daten über das Internet oder individuell per SMS (Short Message Service) verfügbar zu machen.

Dr. Rainer Schulze | Siemens NewsDesk
Weitere Informationen:
http://www.is.siemens.de
http://www.is.siemens.de/traffic

Weitere Berichte zu: Stau VMZ Verkehrsaufkommen Verkehrsteilnehmer

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