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Strategische Ampelschaltungen nicht immer sinnvoll

30.05.2003


Taiwanesische Forscher für Rot und Grün per Zufall in der Rushhour



Zumeist sind strategische Ampelschaltungen sinnlos. Der Verkehr würde flüssiger sein, erschienen Rot und Grün zufällig, behaupten Forscher der Chung Yuan Christian University in Chung-li/Taiwan. Geht es nach Ding-wei Huang und Wei-neng Huang sollten Verkehrsplaner zumindest in morgendlichen und abendlichen Staustunden auf den Zufall setzen, denn diesen Stau könnten selbst ausgeklügelte Ampelschaltungen nicht verhindern. Die Ergebnisse erscheinen in "Physical Review E" (Vol. 67, 056124).

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Verkehrsplaner müssen die Sache systematischer angehen, argumentiert das Duo, das mit Hilfe eines geläufigen Computermodells das Beispiel einer langen geraden Straße mit zehn Ampelanlagen und steigendem Verkehr simulierte. Es zeigte sich, dass sich nur bei geringem Verkehrsaufkommen eine kluge Ampelschaltung im Vergleich zum Zufallsprinzip auszahlt. Nur bei freier Fahrt für alle ist es sogar möglich, mit einer intelligent geschalteten Grünwelle den Verkehr so flüssig fließen zu lassen als sei gar keine Ampel vorhanden. Eine nicht optimale Synchronisierung der Ampeln allerdings lähmt den Verkehr. Es wäre den Forschern nach daher besser, Rot und Grün ganz zufällig aufleuchten zu lassen.

Ab einer gewissen Verkehrsdichte, wenn Rücksicht genommen und gebremst werden muss, ist egal welche Schaltstrategie sinnlos. In dieser Verkehrssituation kann eine Grünphase in keinem Fall eine ganze Schlange auflösen. Im Durchschnitt konnten die tüftelnden Forscher die Ampeln nie so steuern, dass sich der Verkehr flüssiger als auf der Parallelstraße mit zufälliger Ampelschaltung bewegte.

Bei sehr starkem Verkehr wiederum ist eine sorgsam geplante Schaltung nützlich, heißt es in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature. Gefordert ist in dieser Situation allerdings jeder einzelne, denn wer sich nicht ganz genau in den zähen Verkehrsfluss begibt, bringt das anfällige System sofort wieder durcheinander. Zögerndes Verhalten könne eine zufällige Veränderung der Verkehrsdichte auslösen. Diesem ist laut Huang und Huang keine noch so intelligente Ampelanlage gewachsen. Die Folge ist ein Stop-and-go und das Gefühl, die Ampeln seien gegen einen.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cycu.edu.tw/index_e.htm
http://link.aps.org/abstract/PRE/v67/e056124
http://pre.aps.org

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