Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gute "Aussichten" für nachhaltige Mobilität in Europas Metropolen

28.01.2003


Das EU-Projekt "PROSPECTS" kann dem Verkehrschaos in den Großstädten ein Ende bereiten. Wenn die EntscheidungsträgerInnen mitspielen.



Die Organisation der Mobilität in den Metropolen entwickelt sich für die Europäischen Stadtverwaltungen immer mehr zum Alptraum. Obwohl die Option "Nicht-Handeln" immer unannehmbarer wird, mangelt es den Städten an einer geeigneten Anleitung um effektive Strategien zu entwickelt. Verkehrslösungen allein reichen nicht mehr aus. Wenn keine Einbindung in die Raumplanung erfolgt, geht ihr Nutzen schnell durch zunehmende Zersiedlung verloren.



Das Institute for Transport Sudies der Universität Leeds leitete das drei Jahre dauernde Forschungsprojekt PROSPECTS (übersetzt bedeutet das Akronym "Aussichten", in der Langform Procedures for Recommending Optimal Sustainable Planning of European City Transport Systems). Thema war die Frage: Wie können die besten Flächennutzungs- und Verkehrstrategien entwickelt werden? PROSPECTS liefert einen Beitrag zur gemeinsamen Verkehrspolitik der EU. Diese zielt darauf ab, die Umweltauswirkungen der steigenden Autonutzung, des steigenden Autobesitzes und der Dezentralisierung der städtischen Gebiete zu verringern. PROSPECTS wurde von der EU im Rahmen der Key Action "City of Tomorrow and Cultural Heritage" gefördert.

Mithilfe einer Befragung von 60 Europäischen Städten und einer Reihe von Fallstudien (Edinburgh, Helsinki, Madrid, Oslo, Stockholm und Wien) wurden drei Handbücher entwickelt:

1. Das Handbuch für EntscheidungsträgerInnen beschreibt einen logischen Prozess der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Flächennutzungs- und Verkehrsstrategien. Die Hauptadressaten sind PolitikerInnen und alle BürgerInnen, die an der Entwicklung von Strategien mitwirken. Dieses Handbuch ist in den sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Schwedisch) verfügbar.

2. Das Methodenhandbuch gibt PlanerInnen eine detaillierte Anleitung welche Werkzeuge zur Entscheidungsfindung vorhanden sind und wie sie angewendet werden. In jedem Abschnitt wird ein Querbezug zu den entsprechenden Anwendungsgebieten im Handbuch für EntscheidungsträgerInnen hergestellt. Dieses Handbuch ist nur in Englischer Sprache verfügbar.

3. Das Maßnahmenhandbuch gibt eine Anleitung über die Anwendbarkeit einer breiten Palette an Maßnahmen in der Verkehrs- und Raumplanung. Der potentielle Nutzen der Maßnahmen alleine oder in einem Paket wird abgeschätzt. Zielgruppe sind all jene, die in verkehrspolitische Entscheidungen eingebunden sind. Verfügbar ist dieses Handbuch in Form einer internetbasierten Datensammlung namens KonSULT. Diese wird kontinuierlich aktualisiert.

Alle drei Handbücher wurden der Öffentlichkeit im Rahmen einer internationalen Tagung mit 40 WissenschafterInnen aus 20 Ländern am 24. Jänner 2002 an der Technischen Universität (TU) Wien vorgestellt.

Projektkoordinator Professor Tony May: "Die europäischen Städte weisen einen Reichtum an kultureller und geschichtlicher Vielfalt auf. Auch ihre Herangehensweise an die Herausforderungen der Zukunft ist vielfältig. Aber sie sehen sich alle einer gemeinsamen Gefahr gegenüber: der ständigen Zunahme der Verkehrsprobleme. Wir haben unsere Handbücher entworfen, um den Städten bei der Überwindung dieser Bedrohung zu helfen. Unabhängig von der spezifischen Situation können sie mit deren Hilfe auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Lösungen finden und effektiv umsetzen. Wir hoffen, dass sie sich sowohl für PolitikerInnen und PlanerInnen als auch die Öffentlichkeit als nützlich erweisen und einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Städte liefern."

Der zuständige Project Officer der EU, Eric Ponthieu: "Städte welche an einer nachhaltigen Entwicklung ihrer Mobilität interessiert waren, fehlte es an Informationen, wie effektive Strategien entwickelt, beurteilt und umgesetzt werden können. Mit den in PROSPECTS entwickelten Handbücher beginnt für europäische Städte eine neue Zeitrechnung: sie können sachlich begründete Entscheidungen treffen und damit den Nutzen für ihre EinwohnerInnen, Betriebe und andere Interessensgruppen optimieren."

Gastgeber der Abschlusstagung war Hermann Knoflacher (TU Wien): "So wie man den Verkehr in den Städten organisiert und über ihn entscheidet, so wird die Stadtentwicklung in Zukunft gestaltet werden. Die zunehmenden Verkehrsprobleme in Europas Städten von heute sind das Ergebnis sehr häufig sektoraler Entscheidungen der Vergangenheit. Um in diesem komplexen System von Verkehr, Stadtwirtschaft und Stadtentwicklung einigermaßen richtige Entscheidungen zu treffen, ist ein Mindestmaß an Systematik und Sachkenntnis erforderlich. Die PROSPECTS-Handbücher konnten nur deshalb entstehen, weil durch die EU-Kommission ein Forschungsprogramm für das für die Zukunft entscheidende Thema Stadtverkehr und Stadtentwicklung gefördert wurde. Im derzeit anlaufenden 6. Rahmenprogramm ist dieser Themenbereich nicht mehr vorgesehen. Ohne Beibehaltung und Förderung einer längerfristigen Forschungsstrategie sind praktische Ergebnisse im Bereich des Verkehrs nicht zu erzielen."

Projektpartner:
* Institute for Transport Studies, University of Leeds, Großbritannien
* Kungl Tekniska Högskolan, Stockholm, Schweden
* Institute of Transport Economics, Oslo, Norwegen
* Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik, TU Wien, Österreich
* VTT Building and Transport, Espoo, Finnland
* Universidad Politecnico de Madrid, Spanien
* David Simmonds Consultancy, Cambridge, Großbritannien
* MVA Limited, Woking, Großbritannien

Rückfragehinweis:
Univ. Ass. Dipl. Ing. Paul C. Pfaffenbichler
Tel. +43/1/58801-23114
Fax 43/1/58801-23199
E-Mail: paul.pfaffenbichler@tuwien.ac.at

Werner Sommer | îdw
Weitere Informationen:
http://www.ivv.tuwien.ac.at/projects/prospects.html

Weitere Berichte zu: Metropole PROSPECT Stadtentwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Effizient und intelligent: So können Drohnen die Zustellung von Gütern planen
12.07.2017 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

nachricht Hyperloop: Hightech aus dem Nordwesten
10.07.2017 | Hochschule Emden/Leer

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie