Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Logistikprozesse auf dem Prüfstand

19.12.2002


Simulationsmethoden für komplexe logistische Prozesse sind meist kosten- und zeitaufwändig und setzen umfangreiches Expertenwissen in Sachen Logistik und Simulation voraus. Der »Logistik-Prüfstand (LOP)« des Fraunhofer IPA ist ein einfach zu bedienendes Werkzeug, das alle wesentlichen Logistikaspekte eines Produktionsstandorts oder -netzes abbildet und innerhalb weniger Tage zuverlässige Ergebnisse auch turbulenter Vorgänge liefert.



Die »Digitale Fabrik« nimmt von Tag zu Tag mehr Gestalt an. Produkte und ganze Produktionsanlagen entstehen bereits am Rechner, werden dort entworfen und erprobt. Weitgehend realisiert sind Werkzeuge zur Gestaltung von Produktions-, Logistik- und Geschäftsprozessen, die auf statischen Methoden basieren. Dynamische Vorgänge – beispielsweise in der Auftragsabwicklung – blieben bislang weitgehend ausgeklammert. »Die Abbildung des Auftragsabwicklungsprozesses vom Auftragseingang bis zur Anlieferung beim Kunden ist in der Regel extrem kosten- und zeitintensiv. Insbesondere dann, wenn Kapazitätsflexibilität, mehrstufige Montageprozesse oder Bevorratungsstrategien zu berücksichtigen sind«, erklärt Benno Löffler vom Fraunhofer IPA. Für diese Konstellationen entwickelte er mit seinem Team den »Logistik-Prüfstand (LOP)«. Die meisten Simulationsmethoden für logistische Prozesse sind sehr kosten- und zeitwaufwändig und setzen umfangreiches Expertenwissen voraus. Dies gilt insbesondere für komplexe, skalierbare Simulationen, die das Marktverhalten ebenso berücksichtigen wie die Produktionsplanung und -steuerung mehrerer Produktionsstandorte. Viele kleine und mittelständische Unternehmen (kmU) verzichten daher auf meist umfangreiche Simulationsprojekte.

... mehr zu:
»LOP »Logistikaspekt


Ziel bei der Entwicklung des LOP war ein einfach zu bedienendes Werkzeug, das die Logistikaspekte eines Produktionsstandorts oder -netzes transparent und damit gestaltbar macht. Ohne umfangreiches Simulationswissen kann der Benutzer innerhalb weniger Tage komplexe Planungs- und Steuerungsprozesse von der Ebene der Supply Chain bis zur Ebene des Arbeitssystems modellieren, simulieren und bewerten. Dafür reduziert der Logistik-Prüfstand die realen Prozesse auf das Wesentliche. »Die Aussagesicherheit bleibt trotzdem erhalten«, versichert Löffler. Der LOP eignet sich besonders für den Einsatz im turbulenten Umfeld. Hier versagt das auf Mittelwertbetrachtung basierende, traditionelle PPS-Gestaltungsvorgehen in der Regel. Mit dem LOP lässt sich der gesamte Auftragsabwicklungsprozess szenarienhaft modellieren und bewerten. Die Analyse und Bewertung basiert auf logistischen und monetären Kennzahlen und wird durch zahlreiche Portfolios unterstützt. Der Anwender kann die dynamischen Wechselwirkungen
zwischen Marktverhalten, Produktionskapazitäten sowie Planungs- bzw. Steuerungsmethoden und -parameter und die daraus

resultierende logistische Leistungsfähigkeit seines Produktionssystems untersuchen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Simulationsprojekten konnten die Kosten einer Fabriksimulation mit dem LOP um bis zu 80 Prozent gesenkt werden – je nach Aufwand bei der Datenerfassung und Modellvalidierung. Die Ergebnisse liegen bereits nach ca. zwei Wochen vor, Modelländerungen sind innerhalb weniger Stunden durchführbar. Der Logistik-Prüfstand hat sich bereits in mehreren Industrieprojekten des Fraunhofer IPA bewährt. »Wir haben sowohl die vorhergesagte Kosten- als auch die Zeitersparnis erzielt«, berichtet Benno Löffler. »Gerade für kmU eröffnet der LOP damit neue Möglichkeiten und Chancen, logistische Problemstellungen simulativ schnell und sicher zu lösen«, betont er.

Der LOP eignet sich in der Fabrikneu- oder -umplanung für die Gestaltung von Prozessen, Kapazitäten und Auftragsmanagementstrategien sowie bei der Supply-Chain-Konfiguration für die Auswahl von Standorten, Transportkapazitäten, Dispositionsstrategien und Produktions- und Lagerkapazitäten unter den Gesichtspunkten »Kosten« und »logistische Leistungsfähigkeit«. Im laufenden realen Betrieb kann der Planer anhand von simulativ bewerteten Szenarien mittelfristig Kapazitäten und Planungsparameter korrigieren und so das Erreichen der Unternehmensziele sicherstellen. Darüber hinaus ist es möglich, die Bevorratungsebene szenarienhaft zu positionieren und zu dimensionieren sowie die Machbarkeit veränderter Marketing-Vorgaben für das Produktionsprogramm zu überprüfen.


Ansprechpartner:

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Benno Löffler
Telefon: 0711/970-1411
E-Mail: benno.loeffler@ipa.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Benno Löffler | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: LOP Logistikaspekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie
19.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht HyperloopTeam aus Oldenburg und Emden in die dritte Runde gestartet
27.03.2018 | Hochschule Emden/Leer

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics