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Fahrerassistenzsysteme machen Autofahren zu einer neuen Erfahrung

29.11.2002


Europäische Autofahrer können sich auf ein neues Phänomen freuen - stressfreies Autofahren. Ausschlaggebend für diese erstaunliche Entwicklung im Bereich intelligenter Beförderungssysteme ist die wachsende Implementierung von Driver Assistance Systems (DAS). Mit ihrer Hilfe wird das Autofahren eine immer einfachere, sicherere und letztlich sehr befriedigende Tätigkeit.



DAS-Technologien definieren schon jetzt das Fahrerlebnis neu, indem sie die nächste Umgebung des Fahrzeugs überwachen und diese Daten in Echtzeit an den Fahrer weitergeben. DAS-Technologien wie UPA (Ultrasonic Park Assist; ,Parkhilfe per Ultrasonarlenkung’), ACC (Adaptive Cruise Control; ,Automatische Geschwindigkeits- und Abstandsregelung’), NV (Night Vision; , Nachtsichtunterstützung’), Straßenmanagement, automatische Anpassung von Auf- und Abblendlichtern und HUD (Head-Up Display; ,Informationseinblendung auf die Windschutzscheibe’) rationalisieren Fahr- und Parkfunktionen. Gleichzeitig schaffen sie ein generelles Plus an Komfort, Nutzen und Sicherheit. "So reduzieren beispielsweise NV-Systeme die Belastung für die Augen und verbessern somit die Nachtfahrtüchtigkeit. HUDs hingegen melden Informationen an den Fahrer weiter und gleichzeitig kann er sich völlig auf die Strasse konzentrieren. UPA erleichtert das Rückwärtsfahren und ACC macht das Fahren auf der Autobahn angenehmer. So machen diese DAS-Technologien das Lenken eines Fahrzeugs wieder zu einem erfreulichen Erlebnis - und sorgen für erhöhte Umsatzzahlen", erläutert Christian Müller, Research Analyst bei der Unternehmensberatung Frost & Sullivan.



Europamarkt für DAS-Technologien steckt in den Kinderschuhen - Prognosen sind dennoch hervorragend

Der europäische DAS-Markt befindet sich allerdings noch in einem Frühstadium. Zurzeit ist lediglich der Marktbereich für UPA-Technologien zur Einparkhilfe gut entwickelt und beherrscht daher das gesamte Marktgeschehen. Für das Jahr 2002 geht man davon aus, dass dieses Segment 99 Prozent des DAS-Marktvolumens umfasst. Jedoch wird erwartet, dass auch die anderen Marktbereiche in Schwung kommen werden. Insbesondere ACC, sprich die Automatische Geschwindigkeits- und Abstandsregelung, greift mit Wachstumszahlen in das Marktgeschehen ein, die kräftig nach oben zeigen. Hierfür zeichnen vor allem die Einführung neuer Funktionen wie beispielsweise Stop-and-Go verantwortlich, die ab 2005 in der Nachfolgegeneration zu finden sein werden. ACC wird mit großer Wahrscheinlichkeit zur Schlüsselkomponente von intelligenten Fahrzeugunterstützungssystemen der Zukunft. Während ACC den Kunden gegenwärtig nur als zusätzliche Bequemlichkeitsfunktion angeboten wird, soll diese Technologie auch erhöhte Sicherheitsaspekte liefern. Diese basieren auf dem Potenzial, die Geschwindigkeit des Fahrzeugs automatisch anzupassen, wenn die Gefahr eines Auffahrunfalls entstehen könnte. In der Tat könnte der Einsatz von ACC die Aussicht auf ein automatisiertes und kontrolliertes Autobahnsystem erheblich beschleunigen. NV- und HUD-Technologien, also Nachtsichtunterstützung und Informationseinblendung auf die Windschutzscheibe, werden für 2006 auf dem europäischen Markt erwartet. Ihre Funktionen sollen dem Fahrer die Möglichkeit geben, ihre nächste Umgebung besser und schneller wahrzunehmen. Gleichzeitig machen sie das Fahren sicherer und angenehmer. Für das Jahr 2010 wird der Europamarkt für Fahrerassistenzsysteme auf beachtliche 1,38 Milliarden Euro geschätzt. Nach der Analyse von Frost & Sullivan stammen hierbei 89 Prozent aus dem Umsatz der UPA-Technologie und zehn Prozent aus dem ACC-Markt. NV und HUD steuern zusammen lediglich 1,5 Prozent des Marktumsatzes bei.

Intelligente Eingreifsysteme sorgen für Paradigmenwechsel in der Verkehrsicherheit

Verkehrssicherheit ist das Topthema für Autohersteller, staatliche Einrichtungen und Käufer, wobei sich der Schwerpunkt vom Fahrerschutz bzw. passiven Sicherheitsmodellen zugunsten Unfall vorbeugender Strategien verschoben hat - ein Trend, der den DAS-Systemen sehr entgegen kommt. So verhindern Technologien wie ACC und NV das Entstehen gefährlicher Verkehrssituationen, indem sie dem Fahrer frühzeitig entsprechende Warnmeldungen zukommen lassen. "DAS-Technologien erhöhen die Sicherheit, indem sie eine aktive Rolle einnehmen, um Zusammenstöße zu vermeiden oder dem Fahrer in gefährlichen Verkehrssituationen mehr Reaktionszeit geben. So mindern sie einerseits die Stressbelastung des Fahrers und sorgen andererseits für höhere Verkehrssicherheit", erklärt Müller.

Autoindustrie erkennt die Marktchance durch DAS-Technologien

Autohersteller wie BMW, DaimlerChrysler, Fiat Gruppe, Ford Gruppe (v.a. Jaguar), Renault (v.a. Nissan) und Volkswagen Gruppe bieten ACC schon heute in einigen Modellen an. Integrierte UPA-Technik zur Einparkhilfe wird von GM Saab, Daewoo, MG, Peugeot und Citroen zur Verfügung gestellt. Diese Unternehmen schaffen sich einen Wettbewerbsvorteil, indem sie das Potenzial der Fahrerassistenzsysteme als Instrument zur Produktdiversifizierung erkannt und wegbereitend bei verschiedenen Modelle eingeführt haben. Denn: DAS wird als entscheidender Vergleichsfaktor im Produktwettbewerb eingeschätzt, wobei der zunehmende Einsatz von intelligenten Systemen das Kaufinteresse anreizen soll. Gestiegene Verkaufszahlen werden durch sinkende Preise für DAS-Technologien und die Markterschließung der Mittel- und Kleinwagenklasse voraussichtlich weiterhin bekräftigt. Schon jetzt wird UPA eingesetzt und genießt hohe Wachstumszahlen. NV- und HUD-Systeme sind vermutlich anfangs noch teuer und ihre Installation bleibt auf die Luxusklasse begrenzt. Die hohen Preise für ACC bilden gegenwärtig den Hemmschuh für einen umfangreichen Einsatz. Die Nachfolgegeneration soll jedoch konkurrenzfähiger sein, was die Voraussetzung für eine breite Anwendung in der Mittel- und Kleinwagenklasse schafft. "Die Idee, verfügbare Radar-basierte ACC-Technologie in einem Auto zu verwenden, ist noch sehr neu für die Hersteller - und die hohen Anfangsinvestitionen verhindern derzeit eine schnelle Erschließung der niedrigeren Fahrzeugklassen. Aller Voraussicht nach werden aber die kostengünstigeren Laser-basierten Systeme, die momentan in Entwicklung sind, den Markt für ACC-Systeme in Gang bringen", fügt Müller hinzu.

DAS-Technologien bieten noch vielfältige Entwicklungschancen für das Auto von morgen

Ähnliche technische Fortschritte werden entscheidend sein, um das DAS-Potenzial vollständig ausschöpfen zu können. So lassen beispielsweise Weiterentwicklungen der Sensor-Technologie die Stop-and-Go-Funktionen und die Hinderniserkennung ausreifen. Höher entwickelte Software-Programme werden zusätzliche Funktionalitäten voranbringen und die Leistungsstandards ausbauen. Indem sie den Synergieeffekt zwischen DAS und anderen intelligenten Fahrsystemen identifizieren und verwerten, schaffen fortgeschrittene Telematik-Systeme wie auch x-by-wire-Technologien vielfältige Marktchancen und unterstützen gleichzeitig den Aufschwung.

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.transportation.frost.com
http://www.frost.com

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