Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gezielte Geistesblitze

15.10.2002


o Der Autofahrer als Ideenfinder
o Fünf mobile Forschungslabors

... mehr zu:
»CRC »Mercedes-Benz

o Erfahrungen schaffen Innovationen


Berlin - Ideen für neue elektronische Assistenzsysteme im Auto zu entwickeln, war bisher ein Privileg der Forschung. Im neuen Customer Research Center (CRC) schlägt DaimlerChrysler jetzt einen anderen Weg ein: Die Wünsche von Kunden sollen neue Entwicklungen anstoßen. Dazu gehen die DaimlerChrysler-Forscher gemeinsam mit Mercedes-Benz Fahrern gezielt auf die Suche nach Geistesblitzen.


Die Kunden tauschen für eine Woche das eigene Auto gegen ein Forschungsfahrzeug, das mit Videokamera und Funk mit den Wissenschaftlern des CRC verbunden ist. Alles was im ganz normalen Autofahrer-Alltag auffällt, sollen die Versuchsfahrer an die Forscher weitergeben, um so neue Ideen für Assistenzsysteme, Fahrerunterstützung und Dienste zu gewinnen. Gleichzeitig wollen die Psychologen aus dem alltäglichen Verhalten ihrer Kunden eigene Ideen entwickeln.

Die Forscher haben dazu das "mobile CBaSE" eingerichtet. Hinter C-BaSE steckt die englische Bezeichung "Customer-Behaviour and Service Engineering" (Kunden-Verhalten und Service-Entwicklung). Das Labor im CRC besteht aus der festen Zentrale und fünf Forschungsfahrzeugen der Mercedes-Benz E-Klasse, die mit GPS-Ortung, Freisprechanlage und zwei Videokameras ausgestattet sind. Sie werden fünf Autofahrern für jeweils eine Woche rund um die Uhr zur Verfügung gestellt. Um die Anregungen der Fahrer zu erfassen, blickt eine Kamera auf die Insassen, die andere auf die Straße. So bekommen die Forscher auch einen Eindruck von der Verkehrssituation, so als wären sie Beifahrer.

Kontakt per Knopfdruck

Wenn dem Fahrer etwas auffällt, kann er per Knopfdruck mit den Wissenschaftlern im Forschungszentrum sprechen und schaltet gleichzeitig die Kameras ein. Die Videoaufnahmen werden auf zwei Bildschirme im Labor übertragen, einer für die Straßensituation, einer mit Blick in den Innenraum des Autos. Ein dritter Monitor zeigt die genaue Position auf der Straßenkarte. Die Psychologen im Customer Research Center sehen, wo sich der Fahrer befindet, können sich mit ihm unterhalten und aus dem Gespräch sowie von den Gesichtszügen seine Stimmung ablesen.

Diese Informationen über die aktuelle Situation der Test-Fahrer sind besonders wichtig. Denn solche Geistesblitze entstehen nicht per Zufall. Meistens löst die Umgebung - etwa die aktuelle Verkehrslage, eine Tiefgarage oder Häuserfronten - gemeinsam mit der aktuellen Gemütslage der Autofahrer neue Ideen aus. Entweder fehlt ihnen gerade etwas, was sie sich wünschen, oder sie erinnern sich an Erfahrungen, die sie mit dem eigenen Wagen gemacht haben.

Im Juli fand die erste große Versuchsreihe statt. Acht Wochen lang nahmen rund 30 Fahrer der Mercedes-Benz S- und E-Klasse an dem Pilotprojekt teil. In dieser Versuchsreihe wurden telematische Dienste getestet und Ideen gesammelt: Zum Beispiel, wie sich das Auto im Stau für kurze Zeit zum rollenden Büro, einem Infotainment-Salon, umgestalten lässt oder wie die Elektronik den Fahrer an aktuelle Verkehrsregeln erinnern könnte.

Patricia Piekenbrock | DaimlerChrysler

Weitere Berichte zu: CRC Mercedes-Benz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften