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"Lastwagen ohne Fahrer" auf der Schiene

24.09.2002


© Siemens Pressebild


Siemens hat eine innovative Lösung zur Verlagerung der Gütertransporte von der Straße auf die Schiene entwickelt, den CargoMover. Dabei handelt es sich um einen Güterwaggon, der sein Ziel von alleine ansteuert - ohne Lokführer. Möglich macht dies das Zusammenspiel ausgefeilter Sensoren mit einer Kommunikationstechnik, die den Einzelwaggon in das Europäische Zugkontrollsystem (ETCS) einbindet. Auf der Messe Innotrans, die vom 24. bis zum 27. September in Berlin stattfindet, stellt Siemens die Neuheit vor. Wie die jüngste Ausgabe des Forschungsmagazins Pictures of the Future berichtet (www.siemens.de/pof), steckt in dem vollautomatischen Schienenfahrzeug das Know-how mehrerer Arbeitsgebiete von Siemens: Forscher in München-Perlach entwickelten die Sensoren, die Mobilfunkexperten das digitale Mobilfunknetz GSM-Rail und die Eisenbahnspezialisten Zugsicherung, Bremsen und Stellwerke. An dem Projekt sind zudem das Institut für Schienenfahrzeugtechnik der RWTH Aachen und die Universität Braunschweig beteiligt.

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Schätzungen zufolge nimmt der Güterverkehr nach dem Beitritt der osteuropäischen Kandidaten zur EU bis 2015 um etwa 60 Prozent zu. Wenn die Staaten nicht gegensteuern, wird ein überwältigender Teil davon auf den Straßen stattfinden. Von 1970 bis 1998 sank der Schienenanteil am Transport-volumen in der EU von mehr als 30 Prozent auf 14 Prozent. Doch bei der entsprechenden politischen Bereitschaft könnte der CargoMover helfen, den Trend umzukehren. Der fahrerlose Güterwaggon ist vor allem für den nahen und regionalen Güterverkehr konzipiert, der rund 80 Prozent des gesamten Lkw-Verkehrs ausmacht. Ein einzelner CargoMover kann so viel laden wie zwei Lkw, ver-wendet die Lücken im Fahrplan, ist rund um die Uhr einsetzbar und macht stillgelegte oder wenig genutzte Nebenstrecken wieder rentabel.

Frachtunternehmen können den autonomen Güterwaggon individuell anfordern. Nach der Eingabe des Fahrtziels klinkt sich das System mit Hilfe von ETCS in den Schienenverkehr ein und findet seinen Weg mit einprogrammierten Streckenkarten. Der Energieverbrauch und die Umweltbelastung sind deutlich geringer als bei vergleichbaren Lkw-Fahrten. Während der Fahrt beschleunigt der Dieselmotor auf 90 Kilometer in der Stunde; Laser-, Video- und Radarsensoren überwachen die Strecke und reagieren bei Hindernissen. Am Ziel rangieren die Sensoren den Waggon zentimetergenau zur Entladerampe. Siemens hat derzeit zwei CargoMover im Test. Die Markteinführung des fahrerlosen Güterwaggons ist nach der Einführung von ETCS in einigen Jahren möglich.

Dr. Norbert Aschenbrenner | idw
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/newsdesk

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