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Mobil und sicher im Verkehr

18.09.2002


Bahn fahren, Bus fahren, Auto fahren - selten funktioniert das reibungslos. Verspätungen, Staus, Unfälle oder Baustellen machen den Weg von zu Hause in die Arbeit und zurück oft zur Tortur. Auf der Innotrans, 24. bis 27. September 2002 in Berlin, präsentieren drei Fraunhofer-Institute Entwicklungen für
Sicherheit und Information rund um das Thema Verkehr - damit die Mobilität nicht ins Stocken gerät.


Beispiel Dresden: Bürger und Besucher können sich jederzeit und überall per Internet, Handy oder PDA über Staus, Baustellen und Parkplätze, aber auch über aktuelle Fahrpläne informieren. Die Daten liefert ein Verkehrsmanagementsystem, das Forscher aus dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI erarbeitet haben, im Leitprojekt "intermobil", das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. Dafür sind in der Stadt 16 Live-Kameras installiert. "Sie zeichnen den Verkehrsfluss auf und analysieren ihn durch spezielle Bildverarbeitungsalgorithmen", erläutert Ulf Jung vom IVI. "Die Daten werden per Funk in die Verkehrsrechnerzentrale übertragen und bilden die Grundlage für das Straßenverkehrsmanagement-System. Weitere Informationen, zum Beispiel aus Parkhäusern, vom Wetterdienst oder von aktuellen Veranstaltungen ergänzen die Analyse. Zukünftig werden die Autofahrer durch Verkehrsleitsysteme entsprechend umgeleitet und Staumeldungen herausgegeben."

Die Livebilder werden gleichzeitig ins Online-Auskunftssystem der Region Dresden eingespeist. Jeder Internetnutzer sowie die Besitzer WAP-fähiger Handys oder PDAs können auf diese Plattform zugreifen. Das offene System enthält alle Informationen zur aktuellen Verkehrslage. Dazu kommen eine ständig durch Live-Daten ergänzte Fahrplanauskunft sowie Touristen-Informationen der Stadt, ein Stadtplan und eine Übersicht zu aktuellen Veranstaltungen. "Ein optimaler Service ist für Leute, die mobil unterwegs sind, besonders wichtig", resümiert Jung. Deshalb sind die mobilen Auskünfte für Fahrgäste inzwischen ein Schwerpunkt geworden: per SMS erhalten Interessierte die Abfahrtszeiten der Busse und Straßenbahnen direkt aufs Handy oder PDA. Hier fließen auch aktuell in den Bussen erhobene Online-Daten ein. Steht der Bus etwa im Stau, wird die Information umgehend weitergegeben. Auf der Messe zeigen die Dresdner Forscher die neue Nutzeroberfläche für Internet und Info-Säule in einer Test-Version. Ab Oktober ist sie öffentlich zugänglich.

Die Fraunhofer-Forscher sorgen aber nicht nur für einen reibungslosen innerstädtischen Verkehrsfluss, sondern auch für Sicherheit im Schienenverkehr. Dafür haben die Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe TEG und das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP verschiedene Ultraschall-Prüftechniken für Eisenbahnräder und Radreifen entwickelt. Mit dem automatischen Ultraschall-Prüfsystem RWI (Rail Wheel Inspection) kann ein Radsatz in der Produktion in nur 120 Sekunden auf kleinste Schäden untersucht werden. Bisherige Prüfungen dauern mehr als doppelt so lang, bei einem erheblich geringeren Prüfumfang. Für den Test werden Vollräder oder Radreifen in ein Wasserbecken getaucht. Fünf bis zwölf Impuls-Echo-Prüfköpfe senden und empfangen die Ultraschallwellen. Die Auswertung erfolgt automatisch. In einer CAD-Visualisierung kann der Nutzer die Ergebnisse aller geprüften Funktionen unmittelbar sehen und kontrollieren. Ein wesentlicher Vorteil: Die Prüfung lässt sich reibungslos in die Produktion eingliedern. Sie liefert schnelle und zuverlässige Ergebnisse.

Ein anderes Prüfverfahren der beiden Fraunhofer-Institute ermöglicht es, Radsätze im eingebauten Zustand zu untersuchen. Dafür werden Prüfköpfe V-förmig angeordnet. Einer sendet das Signal, der andere empfängt es. "Die Ultraschall-V-Durchschallung eignet sich besonders gut für die Untersuchung von runden Teilen, wie Zugräder", erklärt Jürgen Goetz von der TEG. "Damit können wir in die Räder hinein und auch hinter Bohrungen schauen. Bohrungen sind deshalb so interessant, weil dort Risse entstehen können." Geprüft wird das Volumen der Räder. Das Ultraschallprüfsystem ist speziell entwickelt worden, um Radsätze - Radkranz und Radscheibe - im Unterflurbetrieb, also eingebauten Zustand prüfen zu können. Möglich macht das ein fahrzeugspezifischer Sensorträger. Je nach Messergebnis gibt es drei Möglichkeiten: unbedenklich, überarbeiten oder austauschen. Dank der Unterflur-Prüfung sind die Züge schneller auf den Schienen zurück - auf geprüften Rädern.

Informieren Sie sich über diese und weitere aktuelle Forschungsergebnisse und Projekte in Halle 7.2a Stand 08.

Ansprechpartner:
Ulf Jung
Telefon 03 51/46 40-6 63 
jung@ivi.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Verkehrs-
und Infrastruktursysteme IVI
Zeunerstraße 38
01069 Dresden

Joachim Montnacher
Telefon 07 11/9 70-37 12 
jhm@teg.fraunhofer.de

Jürgen Goetz
Telefon 07 11/ 9 70-36 19 
jug@teg.fraunhofer.de

Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe TEG
Nobelstrasse 12
70569 Stuttgart

Beate Koch | idw

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