Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Car Sharing zwischen Ökoprojekt und Dienstleistung

07.02.2001


... mehr zu:
»Sharing »Verkehrsbetrieb »WZB »Ökoprojekt
Wenn Car Sharing funktionieren soll, dann muss das Angebot attraktiver werden. Der Zugang zum "geteilten" Auto muss leichter werden, es müssen flexible Nutzungsmöglichkeiten und vernünftige Kooperationen
mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben geschaffen werden. Erst dann werden mehr Menschen das eigene Auto abschaffen. Ein Grund dafür, dass Car Sharing in Deutschland noch immer in den grünen Kinderschuhen steckt, liegt nach einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) vor allem an den eingefahrenen Gewohnheiten der Verkehrsteilnehmer. Aber auch auf Seiten der Anbieter gibt es enorme Hemmnisse.

Mit sieben Millionen potentiellen Kunden rechnen neuere Studien für Deutschland. Doch auch mehr als zehn Jahre nach der Gründung der ersten Unternehmen sind es gerade einmal 40.000 Menschen, die sich Autos teilen. Anders ist es in der Schweiz, wo die Zahl der Kunden schneller wächst: Hier konnte Car Sharing, das in der Hand eines einzigen Anbieters mit mittlerweile 38.500 Kunden liegt, in Zusammenarbeit mit der Schweizer Bundesbahn und vielen Verkehrsbetrieben als professionelle Dienstleistung etabliert werden.

Den deutschen Car Sharing-Organisationen gelingt der Schritt vom Ökoprojekt zum modernen Service-Anbieter nur ganz allmählich, denn das Angebot der mehr als 80 Unternehmen ist zersplittert und un-einheitlich. Zudem gibt es nur teilweise Kooperationen mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben. Kein Wunder, dass der Wechsel vom eigenen Auto zum Car Sharing schwerfällt: Laut WZB-Studie von Sas-sa Franke wird ein neues Verkehrsmittel nämlich nur dann akzeptiert, wenn es ohne hohen Planungs-Aufwand genutzt werden kann.

Das eigene Auto ist heute immer noch das bequemste Verkehrsmittel. Es ermöglicht Mobilität, ohne darüber nachdenken und ohne planen zu müssen. Das eingespielte Verhalten wirkt entlastend, denn Routine vermindert die alltägliche Komplexität der Welt. Erst wenn das eigene Auto alltags nicht mehr gewohnheitsmäßig genutzt wird, sondern die Mehrzahl der Wege mit Bus, Bahn oder Fahrrad zurück-gelegt und das Auto ergänzend nur noch für ganz bestimmte Fahrten gebraucht wird, ist ein Umstieg auf Car Sharing möglich.

Damit Car Sharing für eine breite Klientel attraktiv wird, muss es sich zu einer routinemäßig nutzbaren Dienstleistung entwickeln. Dazu muss der Zugang zum Car Sharing-Angebot erleichtert, flexible Nutzungsmöglichkeiten angeboten und die Dienstleistung in das gesamte Verkehrssystem weitgehend integriert werden. Dies setzt - nach dem Vorbild der Schweiz - insbesondere die enge Zusammenarbeit mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben voraus. Erst dann bietet die Idee des Autoteilens auch hierzulande eine Alternative zum privaten Pkw-Besitz.


Weitere Informationen:
Dr. Sassa Franke (WZB), Telefon: 030-25 49 12 05
E-Mail: Franke@medea.wz-berlin.de


"Die Macht der Gewohnheit", in: WZB-Mitteilungen, Heft 90, Dezember 2000, S. 19 - 22

Sassa Franke, Car Sharing zwischen Ökoprojekt und Dienstleistung, Berlin: edition sigma 2001, 222 S.

Burckhard Wiebe | idw

Weitere Berichte zu: Sharing Verkehrsbetrieb WZB Ökoprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Augmented Reality in der Logistik: Packen mit der Datenbrille
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik

nachricht Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie
19.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics