Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konzepte für den Verkehr der Zukunft - Wege aus dem Stau

01.08.2002


Forschungsinitiative INVENT stellt erste Ergebnisse vor

... mehr zu:
»BMBF »Luft- und Raumfahrt »Stau

Ferienzeit ist Stauzeit. Denn mit Beginn der schönsten Zeit des Jahres stehen viele Urlauber erst einmal in kilometerlangen Staus. Genervte Autofahrer, zahlreiche Unfälle und stehende Autos gibt es aber auch am Freitag, wenn es ins Wochenende geht oder jeden Morgen im Berufsverkehr. Neunzehn Arbeitstage steht der deutsche Durchschnitts-Pendler pro Jahr im Stau. Tendenz steigend. Intelligente Lösungen sind gefragt. Die Forschungsinitiative INVENT hat jetzt - ein Jahr nach ihrem Start - erste Ergebnisse für ein Verkehrskonzept der Zukunft vorgelegt. Vor wenigen Tagen präsentierten die Experten von INVENT in München Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) neue Ansätze zur Verkehrsleitung, damit der Verkehr auch in Zukunft rollt und nicht steht.

Einen wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Vermeidung von Staus wird die Ausrüstung moderner Fahrzeuge haben. Kommunikationstechnologien rund um das Fahrzeug spielen daher eine entscheidende Rolle. Wichtige Funktionen sollen hier Sensoren sowie die Datenerfassung und deren Aufbereitung im Fahrzeug bekommen. Um alles so passend wie möglich für den Fahrer zu gestalten, gibt es mit den ersten Neuentwicklungen bereits Tests im Fahrsimulator. Hier zeigt sich, wie die neuartige Technik des INVENT Projekts "Verkehrsleistungsassistenz" in Zukunft helfen kann.


Doch was für den Personenverkehr gilt, gilt auch für den Bereich Transport und Logistik. Denn rund vierzig Prozent des Verkehrs in Ballungsräumen wird zur Zeit durch Zuliefer- und Abholverkehr verursacht. Doch das muss nicht sein. In einem Projekt konnten die INVENT-Experten zeigen, dass der Zusteller in Zukunft eben nicht zweimal klingeln muss bis jemand zu Hause ist, sondern Leer- und Suchfahrten bald der Vergangenheit angehören können. So werden unnötige Kilometer vermieden. Außerdem bekommen die Lieferfahrzeuge noch eine besondere Aufgabe von INVENT: sie werden vom "Dauer"-Verkehrsteilnehmer zum "Dauer"-Beobachter. Das heißt, die Transporter erfassen auf ihren Wegen nebenbei Verkehrsdaten, die dann zentral gesammelt werden und so rechtzeitig vor Staus und anderen Hindernissen warnen.

Den richtigen Weg durch den Verkehrsdschungel, den suchen auch die Navigationssysteme. Im INVENT-Projekt "Netzausgleich Individualverkehr" fordern die Experten daher für die Zukunft vor allem eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Entwicklung von neuen Routingverfahren. Denn die individuelle Routenempfehlung in einem Auto kann für den Fahrer nur dann wichtig und hilfreich sein, wenn diese Systeme mit den öffentlichen Vorstellungen bei der Routenplanung und den aktuellen Verkehrsverhältnissen abgeglichen werden.

Dabei steigen die Ansprüche der Autofahrer an Routingverfahren immer weiter an. Je mehr Verkehr es auf der Straße gibt, desto intelligentere Lösungen brauchen die Autofahrer. Doch gute Verkehrsprognosen allein reichen da nicht aus. Auch andere Aspekte wie Sicherheit, Komfort, Zuverlässigkeit oder die Umwelt spielen zunehmend eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, welcher Weg zum Ziel führt. In München und Magdeburg haben die INVENT-Experten damit begonnen, neuartige Verfahren in speziellen Testfeldern zu erproben. Bei Tests im realen Verkehr wurden die gesammelten Informationen in den Fahrzeugen unmittelbar aufbereitet und den Fahrern gleich angezeigt. Schnelles Erfassen der Verkehrslage und geeignete Lösungsvorschläge für die Situation - so werden die Routingverfahren der Zukunft topaktuell die beste Route empfehlen können.

Zu diesem Ergebnis kamen auch Experten bei einem Gesamtstrategieforum in Berlin Mitte Juli. INVENT hatte hier Vertretern aus den Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) und Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW), kommunalen Spitzenverbänden (Deutscher Städte- und Gemeindebund, Landkreistag), Verbänden (ADAC, VDV, ZVEI), Forschungseinrichtungen und Verkehrsmanagementzentralen (Berlin, Frankfurt, Hannover, Köln, München) die Wege zur Entzerrung des Verkehrs in regionalen Netzen vorgestellt.

Alle Seiten vereinbarten, sich gegenseitig Verkehrsdaten, verfügbare Verkehrsnetze und Verkehrslenkungsstrategien für eine abgestimmte Zielführung zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig werden die privaten Telematikanbieter die öffentlichen Vorstellungen bei der Routenplanung berücksichtigen. In Zukunft wird INVENT vermehrt Verkehrslenkungsstrategien in Feldversuchen weiterentwickeln und testen - natürlich in Zusammenarbeit mit den lokal zuständigen Behörden.

Der Name INVENT steht für "Intelligenten Verkehr und nutzergerechte Technik". In der Forschungsinitiative kooperieren 23 Unternehmen aus der Automobil-, Zuliefer-, Elektronik- und IT-Industrie, Softwarehäuser sowie Forschungsinstitute. Mit dem Ziel, den Verkehr der Zukunft sicherer und flüssiger zu machen, werden die Partner bis Mitte 2005 gemeinsam neue Fahrerassistenzsysteme, Informationstechnologien und Lösungen für ein effizientes Verkehrsmanagement entwickeln. INVENT verfügt insgesamt über 76 Mio. Euro für die Entwicklung neuer Fahrerassistenzsysteme und Informationstechnologien bis Mitte 2005. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Kooperation, die sich auf Erfahrungen aus früheren Verbundprojekten wie PROMETHEUS und MOTIV stützt zu 45 Prozent. Mit der kontinuierlichen Forschung im Bereich Verkehr und Verkehrssicherheit soll die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie gestärkt werden.

Beteiligt sind Audi, BMW, Bosch, DaimlerChrysler, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Ericsson, die Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen (fka), Ford, Hella, Hermes Versand Service, IBM, das Institut für Automation und Kommunikation Magdeburg (ifak), MAN Nutzfahrzeuge AG, NavTech, Opel, PTV, die Siemens AG, Siemens Restraint Systems, Siemens VDO, Transver, der TÜV, die Universität Köln und Volkswagen. Zahlreiche Universitäts-Institute sowie kleinere und mittelständische Unternehmen arbeiten in den Projekten mit.

Weitere Informationen:

INVENT-Büro Walter Scholl
Hülenbergstr. 10
D - 73230 Kirchheim/Teck
Telefon: +49/7021/9781 81
Fax: +49/7021/9781 82
E-Mail: info@wes-office.de

Petra Griebel | ots
Weitere Informationen:
http://www.invent-online.de

Weitere Berichte zu: BMBF Luft- und Raumfahrt Stau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie
19.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht HyperloopTeam aus Oldenburg und Emden in die dritte Runde gestartet
27.03.2018 | Hochschule Emden/Leer

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics