Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grenzenlos Zug fahren

25.06.2008
Die Kooperation der TU Dresden mit dem italienischen Unternehmen Ansaldo STS ermöglicht entsprechende Sicherheitssysteme

Während für den Straßenverkehr grenzüberschreitende Fahrten längst selbstverständlich sind, stößt die Eisenbahn an den meisten Staatsgrenzen auf Hindernisse. Die Eisenbahntechnik der einzelnen Länder ist historisch gewachsen und nur teilweise kompatibel.

Insbesondere die Zugsicherungssysteme, mit denen die Beachtung von Signalen und Geschwindigkeiten überwacht wird, unterscheiden sich deutlich. Doch gerade für Gütertransporte und Hochgeschwindigkeitsverkehr sind durchgehende europaweite Verbindungen unerlässlich.

Die Zauberformel heißt ETCS (European Train Control System). Durch diese einheitliche Zugsicherungstechnik soll die Vielfalt der Sicherungssysteme abgelöst werden. Doch die vollständige Umsetzung bringt in den einzelnen Ländern eine Vielzahl von Herausforderungen mit sich.

... mehr zu:
»STS »Verkehrswissenschaft

Und genau daran werden die Professur für Verkehrssicherungstechnik der TUD unter Leitung von Professor Jochen Trinckauf und der weltweit operierende italienische Technologiekonzern Ansaldo STS künftig gemeinsam forschen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde am 25. Juni 2008 in Dresden in Anwesenheit des italienischen Botschafters, S.E. Antonio Puri Purini, sowie des Sächsischen Staatsministers für Wirtschaft und Arbeit, Thomas Jurk, unterzeichnet.

"Wir wollen, dass viel mehr Güter auf der Schiene befördert werden. Das schont nicht nur Umwelt und Ressourcen, sondern entlastet auch unsere verstopften Autobahnen", sagt Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk. "Besonders wettbewerbsfähig ist der Schienengüterverkehr bei größeren Transportentfernungen. Deshalb unterstützt der Freistaat alle Aktivitäten, die darauf abzielen, die Systemgrenzen im europäischen Eisenbahnverkehr durchlässiger zu gestalten. Ziel muss es sein, dass ein Güterzug den Weg von Leipzig nach Lissabon ebenso problemlos und kontinuierlich zurücklegen kann wie ein LKW."

Der Vertrag regelt die Zusammenarbeit, welche letztlich auch die Gründung eines gemeinsamen Kompetenzzentrums zum Ziel hat. Das geplante Kompetenzzentrum Ansaldo Competence Centre of Railway Interlocking and Signalling wird sich nach Worten des Rektors der TUD, Professor Hermann Kokenge, sowohl anwendungsorientierten als auch entwicklungsstrategischen Forschungsprojekten widmen und dabei im Geiste interdisziplinärer Zusammenarbeit instituts- und fakultätsübergreifende Partnerschaften initiieren, aufbauen und koordinieren.

Die Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List" genießt im industriellen Umfeld großes Vertrauen. So konnten in der Vergangenheit auch mit anderen Unternehmen der Bahnindustrie und mit deren Zulieferern vergleichbare Kooperationsverträge abgeschlossen werden. Professor Hermann Kokenge betonte in diesem Zusammenhang, dass sich die TU Dresden, die Stadt Dresden und das regionale Umland auf bestem Wege sehen, sich zu einem Zentrum für Bahnausrüstungen von internationalem Rang zu entwickeln: "Durch die Kooperationsvereinbarung mit Ansaldo STS wird hier ein neuer und deutlicher Akzent auf die Bahnsicherungstechnik gesetzt und damit das Leistungsspektrum um eine ganz wesentliche Facette erweitert."

Professor Jochen Trinckauf verweist auf die enge Verflechtung von Theorie und Praxis: "Es ist vollkommen klar, dass ein Wirtschaftsunternehmen wie Ansaldo STS ausschließlich mit realisierten Projekten betriebswirtschaftlich erfolgreich sein kann. Dennoch oder gerade deswegen ist stets ein gedanklicher, konzeptioneller und schließlich auch technischer Vorlauf notwendig. Diesen Vorlauf für die Deutschland-Aktivitäten von Ansaldo STS zu schaffen, darauf ist die Kooperation mit der TU Dresden angelegt."

Ansaldo STS kann bei dieser Zusammenarbeit auf das exzellente Wissen auf dem Gebiet der Verkehrssicherungstechnik an der TU Dresden zurückgreifen. Da sich die Kooperation neben der Forschung auch auf die Bereiche Studium und Weiterbildung konzentrieren wird, können auch die Studierenden der Fachrichtung Verkehrswissenschaften an der TU Dresden davon profitieren. Gemeinsame Diplom- und Promotionsthemen sind ebenfalls angedacht.

Dass Interdisziplinarität an der TU Dresden nicht nur auf dem Papier propagiert wird, belegt die Tatsache, dass diese Kooperation wesentlich vom Italienzentrum der TU Dresden unter Leitung der Romanistin Professor Maria Lieber angebahnt wurde.

Informationen für Journalisten:
Prof. Jochen Trinckauf, Tel. +49 351 463-36538
E-Mail: jochen.trinckauf@tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de

Weitere Berichte zu: STS Verkehrswissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften