Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fahrerlose U-Bahn in Nürnberg gestartet

17.06.2008
Deutschlands erste fahrerlose U-Bahn ist jetzt in Betrieb gegangen. Die Linie U3 der Nürnberger U-Bahn ist die erste Metro weltweit, die in der Einführungsphase auf einer Teilstrecke gemeinsam mit Zügen verkehrt, die von einem Fahrer gelenkt werden.

Mit der neuen, von Siemens entwickelten Metro möchte der Nürnberger Nahverkehrsbetreiber VAG den Fahrkomfort der Fahrgäste und die Wirtschaftlichkeit des Netzes erhöhen. Wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future berichtet, folgt im kommenden Jahr die Linie U2 – auch fahrerlos.


Obwohl unter anderem in London oder Paris schon seit Jahren U-Bahnen ohne Fahrer durch die Tunnels gleiten, ist die fränkische Bahn besonders: Denn die U3 nutzt einen Teil des bestehenden Schienennetzes der bis 2009 noch konventionell betriebenen Linie U2. Ein solcher Mischbetrieb von Fahrzeugen mit und ohne Fahrer ist weltweit ein Novum.

Für die gesamte technische Ausstattung und somit den reibungslosen Verkehr der beiden Linien zeichnet Siemens verantwortlich. Das Technologieunternehmen hat im Nürnberger Tunnelnetz sein so genanntes ATC-System (Automatic Train Control) mit mehreren Rechnern installiert. Das System tauscht sich kontinuierlich über Lichtwellen und Funk mit Computern in den Fahrzeugen aus, ermittelt deren exakte Position als auch Geschwindigkeit und kann so den Verkehr unter der Erde selbstständig steuern. Für Notfälle steht die Leitstelle der VAG bereit. Hier überwachen die Mitarbeiter alle Vorgänge des automatischen Betriebs und können bei Störungen jederzeit eingreifen.

... mehr zu:
»U-Bahn »VAG

Den Bahnsteig überwachen derweil Videokameras und speziell entwickelte Kontrollsysteme. So sendet etwa ein so genanntes Hochfrequenztranspondersystem mit Sendern und Empfängerleisten unterhalb der Bahnsteigkante ein enges Gitter aus Prüfstrahlen über die Gleise. Fällt jemand ins Gleisbett, stoppt das System automatisch die Züge in diesem Bereich. Beim Anfahren der Bahn registrieren dagegen die Türen über einen Infrarotsender in ihren Türkanten jeden noch so geringen Druck – schon ein eingeklemmter Mantel verhindert hier die Weiterfahrt des Zuges.

Der Fahrgast merkt von alledem kaum etwas. Lediglich dort, wo sich üblicherweise die Fahrerkabine befindet, sieht er im neuen Zug von seinem Sitz direkt in den Tunnel. Weitere Veränderungen bemerkt er allenfalls unbewusst – etwa die kürzeren Taktfolgen von 100 statt bisher 200 Sekunden oder eine ruckelfreie, gleichmäßige Fahrt. (IN 2008.06.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: U-Bahn VAG

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Zurück im Depot: AERO-TRAM schließt Messungen ab
13.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie