Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bessere Radwegnetze für die Hauptstadt

29.04.2008
Wissenschaftler der TU Berlin setzen neue Maßstäbe in der Verkehrsplanung.

Rad fahren ist im Trend. In Berlin verdoppelte sich der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Strecken von 2000 bis 2008 auf 12 Prozent. Und damit das so bleibt, beteiligen sich Wissenschaftler der TU Berlin an dem von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung getragenen und der Europäischen Union geförderten Projekt "SpiCycles".

Das Projekt will die Nutzung des Rads als Alltagsverkehrsmittel fördern und hat sich die Verbesserung der Verhältnisse für Radler zum Ziel gesetzt.

Damit liegt das Forschungsvorhaben voll im Trend: Angesichts steigender Energiekosten besinnen sich viele Menschen auf die eigene Muskelkraft. Sie radeln nicht mehr nur in ihrer Freizeit, sondern nutzen das Rad als Verkehrsmittel im Alltag. Eine verstärkte Fahrradnutzung reduziert aber nicht nur die Schadstoffbelastung in der Stadt, sondern ebenso den Lärm und es braucht weniger Fläche.

... mehr zu:
»Radweg »Stadtentwicklung

Neu ist die systematische Planung von Fahrradinfrastrukturen auf lokaler Ebene. Während Radverkehrsanlagen bislang nur Teil einer Straßenneuplanung waren, also abschnittsweise angelegt wurden, entwickelte das Projekt beispielhaft ein gesamtes Radwegenetz für den Bezirk Pankow. Ist diese Planung einmal umgesetzt, ergibt sich ein zusammenhängendes Wegesystem ohne überraschende Engstellen. "Die Übertragung auf andere Bezirke ist ausdrücklich erwünscht", sagt Dipl.-Ing. Sarah Stark, Mitarbeiterin im Projekt.

Die Anregung wurde bereits von den Bezirken Treptow-Köpenick und Steglitz-Zehlendorf aufgegriffen. "Dabei sollte auf eine Beteiligung der Bürger, wie in Pankow geschehen, geachtet werden", betont Projektleiter Dipl.-Ing. Hans-Joachim Becker. In Pankow wurden dazu Projektgespräche organisiert. Nachdem analysiert wurde, wohin die Radler fahren und woher sie kommen, und diese Quellen und Ziele miteinander verbunden wurden, entstand ein Wunschliniennetz. In Projektgesprächen mit den Bürgern "galt es zu prüfen, ob richtige Strecken erkannt wurden", erläutert Sarah Stark. Auf der Basis der Ergebnisse konnte dann das "Wunsch-Netz" auf die tatsächlichen Straßenzüge umgelegt werden.

Auch der so genannte ruhende Radverkehr war Thema des Projekts. Selbst wenn "der Kreuzberger Bügel bereits in Brüssel steht, wird er noch zu selten in Berlin verbaut", sagt Projektleiter Dipl.-Ing. Hans-Joachim Becker. Der nicht Felgen mordende einfache Metallbügel ist ab sofort Standard in Berlin. Entsprechend der neuen Ausführungsvorschrift zur Berliner Bauordnung sind die Anlehnbügel Pflicht. Wo und in welcher Anzahl sie aufzustellen sind, erklärt der im Projekt erarbeitete Leitfaden zum Fahrradparken.

Berlin ist eine von sechs Städten, die im "SpiCycles"-Projekt beteiligt sind. Auch die Stadtverwaltungen von Rom, Barcelona, Göteborg, Bukarest und Ploiesti (Bulgarien) verfolgen seit 2006 innerhalb in 36 Monaten verschiedene Ansätze, um den Radverkehr in der jeweiligen Stadt zu stärken. In Bukarest gab es zu Beginn von "SpiCycles" nur wenige Kilometer Radweg (zum Vergleich: In Berlin waren es 2004 bereits 620 Kilometer baulich angelegte Radwege). Während in Göteborg zum Beispiel eine große Fahrradabstellanlage am Bahnhof realisiert werden soll, hat man sich in Berlin mit der Verbesserung des Parkens und der Radnetze in den Bezirken auseinander gesetzt.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie unter: www.spicycles.de. Die in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Planungsbüro Spath+Nagel entwickelten Leitfäden zur Netzplanung und zum Fahrradparken können bei Hermann Blümel von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. VII B, unter Hermann.Bluemel@SenStadt.Berlin.de bestellt werden.

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de
http://www.spicycles.de
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen

Weitere Berichte zu: Radweg Stadtentwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Gemeinsam unterwegs: Straßeninfrastruktur für konventionelle und hochautomatisierte Fahrzeuge
07.08.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Effizient und intelligent: So können Drohnen die Zustellung von Gütern planen
12.07.2017 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten