Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Daten für den Verkehr der Zukunft

21.12.2007
Mobilitätspanel für weitere drei Jahre gesichert

Wie viele Kilometer sind die Bundesbürger pro Tag unterwegs, wie lange benötigen sie dafür und welche Verkehrsmittel benutzen sie? Diese Informationen bilden die Grundlage für verkehrsplanerische Entscheidungen, aber auch für Forschungsarbeiten zu Fragen, wie Menschen auf Veränderungen, zum Beispiel auf steigende Benzinpreise, reagieren. Politik, Planung und Wirtschaft brauchen hierfür nicht nur aktuelle und verlässliche Daten über das Verkehrsverhalten als Momentaufnahme, sondern auch Erhebungen, welche die Verkehrsentwicklung in den letzten Jahrzehnten erklären können.

Das Institut für Verkehrswesen unter der Leitung von Professor Dirk Zumkeller hat nun vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erneut den Zuschlag für weitere drei Jahre bekommen, die Daten für das sogenannte Deutsche Mobilitätspanel zu erheben. Bereits 1991 hatte das Institut eine Methode entwickelt, mit der Informationen zum Verkehrsverhalten in ihrer zeitlichen Entwicklung erhoben werden können. Diese Methode wurde vom Bundesverkehrsministerium aufgegriffen - und hat sich dann rasch zum sogenannten Deutschen Mobilitätspanel gemausert, das mittlerweile auf eine fünfzehnjährige Geschichte zurückblicken kann.

Die Methode beruht darauf, dass Personen über mehrere Jahre hinweg jeweils für eine Woche über ihr Mobilitätsverhalten berichten, also sämtliche Wege erfassen, die sie zurücklegen. "Auf diese Weise entstanden Zeitreihen und ein insgesamt in dieser Form weltweit einzigartiger Datenbestand als Grundlage für die Forschung", so Professor Dirk Zumkeller. Anhand der Daten, die mittlerweile 12.000 Personenwochen umfassen, können Aussagen gewonnen werden, wie sich Verkehrsgewohnheiten ändern oder auch über deren Trägheit. "Ziel ist es, möglichst treffsichere Prognosen machen zu können, wie sich die Mobilitätsnachfrage in der Zukunft entwickelt - auch und vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels", betont Zumkeller. So ist zum Beispiel ein neuer Trend, dass Singles im urbanen Umfeld dazu tendieren, kein eigenes Auto mehr zu haben. Die umfangreichen Daten sind überdies Grundlage für weiterführende Forschungsprojekte und erlauben Aussagen, zum Beispiel auch über die Klimarelevanz des Verkehrssektors.

Mittlerweile laufen erste Versuche, inwieweit sich die Erhebung für die Befragten mit dem Einsatz von GPS-Loggern erleichtern lassen.

Außerdem arbeitet das Institut für Verkehrswesen an einer vergleichbaren Methode, um neben der Nachfrageseite auch die Entwicklung der Angebotsseite empirisch erfassen zu können: es soll gleichzeitig die Performance des Verkehrssystems im Zeitverlauf dargestellt werden.

Erste internationale Kooperationen in Frankreich und in den USA gibt es bereits (http://www.mobilitaetspanel.de).

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Dirk Zumkeller
Telefon: 0721/608-2251
E-Mail: zumkeller@ifv.uni-karlsruhe.de

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.mobilitaetspanel.de

Weitere Berichte zu: Mobilitätspanel Verkehrsverhalten Verkehrswesen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten