Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Baustellen – sicher und staufrei

02.02.2011
Die mobile Gesellschaft und die Volkswirtschaft brauchen sichere Straßen und Fahrzeuge. Dazu gehören auch staufreie Baustellen, angemessene Reisegeschwindigkeiten und die Sicherheit in Zufahrten von Autobahnkreuzen.

Mit diesen Themen beschäftigt sich das Kolloquium „Neue Entwicklungen im Straßenentwurf, Sicherheit von Arbeitsstellen“ des Instituts für Straßen- und Eisenbahnwesens (ISE) des KIT unter der Leitung von Professor Ralf Roos am Mittwoch, 9. Februar, von 13.30 bis 17 Uhr auf dem KIT-Campus Süd.

Sehr lange Baustellen sind heute für viele Verkehrsteilnehmer ein vertrautes Bild: Über eine Distanz von 50 Kilometern erstrecken sich oft bis zu fünf Baustellenabschnitte mit je bis zu sechs Kilometern Länge, beispielsweise auf der A5 zwischen Karlsruhe und Offenburg. In diesen Baustellen beträgt die Fahrstreifenbreite häufig maximal 2,50 Meter auf der linken und maximal 3,25 Metern auf der rechten Seite. Im Auftrag des Hessischen Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesens hat eine Gruppe um Dr. Matthias Zimmermann vom ISE eine wissenschaftliche Begleituntersuchung der Überlangen Baustelle Mücke, die sich am Stück über rund zehn Kilometer erstreckte, erstellt.

Dort hatte man zur Verbesserung des Verkehrsablaufes und der Verkehrssicherheit besondere Maßnahmen ergriffen: temporäre Fahrbahnverbreiterungen auf 3,25 Meter auf beiden Fahrstreifen, Informationstafeln über die verbleibende Baustellenlänge und zumindest zeitweise fest installierte Geschwindigkeitsüberwachungen. Diese Veränderungen führten zu deutlich weniger Unfällen, weniger Staus und einem wesentlich angenehmeren Fahrgefühl, so die Erkenntnis der Wissenschaftler.

Auch der volkswirtschaftliche Gewinn durch die weniger störanfällige Durchfahrt sei immens, so Zimmermann. Ebenfalls gäbe es keine Anzeichen dafür, dass die Länge der Baustelle bei diesen großzügigeren Breiten einen Einfluss auf das Unfallgeschehen habe. So seien keinerlei Trends erkennbar, dass mit zunehmender Länge die Unfallhäufigkeit oder -schwere steige. Im Gegenteil: Durch die verbreiterten Fahrstreifen sei die Unfallhäufigkeit gesunken, obwohl die Verkehrsteilnehmer im Durchschnitt schneller fuhren als in Vergleichsbaustellen mit einem schmalen linken Fahrstreifen.

Insgesamt fließen die Ergebnisse aller Themen des Kolloquiums mittelfristig in das Regelwerk für die Gestaltung von Straßen ein, so Zimmermann. So berichtet Sven B. Riffel in einem weiteren Vortrag des Kolloquiums, das durch seine praxisrelevanten Themen interessante Erkenntnisse für jeden Verkehrsteilnehmer bietet, über die „Modellierung des Fahrverhaltens in Kurven“ berichtet. Aus den vom ISE hochgenau erfassten Fahrverläufen lässt sich zum Beispiel analysieren, welche Kurvengestaltungen einen negativen Einfluss auf die Fahrlinien von Fahrzeugen haben.

Veranstaltungsort: KIT-Campus Süd, Altes Bauingenieurgebäude, Otto-Ammann-Platz 1 (Gebäude 10.81), Hörsaal 93.

Programm
Einführung und Moderation
Professor Ralf Roos, Leiter des ISE
Fahrverhalten und Verkehrssicherheit in Rampen von Autobahnkreuzen
Dijana Cindric-Middendorf , ISE
Auswirkungen der Baustellengestaltung auf die Verkehrssicherheit in der überlangen Baustelle Mücke

Matthias Zimmermann, ISE

Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Arbeitsstellen längerer Dauer
Gerd Riegelhuth, Leitender Baudirektor beim Hessischen Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen, Wiesbaden
Reisegeschwindigkeiten auf Straßen der künftigen Entwurfsklasse EKL 2 nach RAL
Julia Beeh, ISE
Modellierung des Fahrverhaltens in Kurven
Sven B. Riffel, ISE
Ganzheitliche Entwurfsmethodik für Landstraßen
Professor Wolfgang Kühn
Westsächsische Hochschule Zwickau
Abschlussdiskussion
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Weiterer Kontakt:

Margarete Lehné
Presse, Kommunikation und
Marketing
Tel.: +49 721 608-48121
Fax: +49 721 608-43658
E-Mail: margarete.lehne@kit.edu

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Ostfalia forscht an Ultraleichtflugzeug mit Elektroantrieb
19.10.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften – Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel

nachricht Wie E-Autos effizient genutzt werden
16.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie