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Den Bau von Offshore-Windparks wetterfest planen

09.08.2010
Wetter kann nicht nur Urlaubsreisenden einen Strich durch die Rechnung machen.

Auch beim Errichten von Windenergieanlagen (WEA) auf offener See ist ungünstige Witterung ein großer Unsicherheitsfaktor. In einem Forschungsprojekt der Bundesvereinigung Logistik e.V. wurde ein Simulationsmodell entwickelt, das diese und andere Störgrößen in der Lieferkette berücksichtigt. Das Projekt wurde im Rahmen des AiF-Programms Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Damit eine Investition in einen Offshore-Windpark auch wirtschaftlich ist, muss er eine bestimmte Größe erreichen. Für eine Anlage mit einer Leistung von beispielsweise 5 Megawatt müssen ca. 700 Tonnen an Bauelementen mit großen Abmessungen und sehr hohen Gewichten transportiert werden. Ungefähr 70 Tonnen Tumsegmente, 300 Tonnen schwere Gondel sowie 120 Tonnen Rotorblätter zur richtigen Zeit an den richtigen Ort per Schiff zu befördern, sind logistische Herausforderungen besonderer Art.

Forscher am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) sowie am Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) entwickelten ein EDV-Werkzeug, welches beim Aufbau von WEA mehr Planungssicherheit verschafft. Um dies zu gewährleisten, wurden auch Störfaktoren integriert, wie die schon erwähnte meteorologische Abhängigkeit bei Transport und Montage, Engpässe bei knappen und kostenintensiven Ressourcen sowie die Verfügbarkeit von Genehmigungen. In Experteninterviews haben die Wissenschaftler die nötigen Prozesse und Netzwerkstrukturen abgefragt, Produkt- und Montageparameter erfasst sowie Wetterdaten ausgewertet. Der Nutzer kann sämtliche für die Simulation benötigten Informationen durch eine intuitiv bedienbare grafische Oberfläche eingeben. Auf Basis dieser Daten wird eine Simulation gestartet. Eine Auswertung erfolgt in Form von im Projekt definierten Kennzahlen, wofür eigens eine Auswertungsoberfläche gestaltet und programmiert wurde.

Die bisher durchgeführten Forschungsarbeiten im Bereich Offshore-WEA betreffen fast ausschließlich die technischen Herausforderungen bei Konstruktion, Herstellung, Errichtung und Betrieb der Anlagen. Daher gehört dieses Forschungsprojekt zu den Pionierarbeiten auf dem Gebiet der Logistik in dieser noch jungen Branche. Die Anlagenhersteller und Zulieferer sind überwiegend mittelständische Unternehmen. Mit den Projektergebnissen erhalten diese ein modernes Planungs- und Steuerungsinstrument, das sie bei Wind und Wetter sicher ans Ziel navigiert.

Über die AiF:
Die AiF – Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. – fördert seit 1954 Forschung und Entwicklung zugunsten mittelständischer Unternehmen. Sie ist Träger der industriellen Gemeinschaftsforschung und betreut weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Als Dach eines Netzwerks mit 101 Forschungsvereinigungen bietet sie praxisnahe Innovationsberatung. Im Jahr 2009 flossen über die AiF rund 410 Millionen Euro öffentliche Mittel in mehr als 8.000 Forschungsprojekte.
Ansprechpartner Projekt
IFF, René Petri, E-Mail: rene.petri@iff.fraunhofer.de, Telefon: 0391 4090-124
ISL, Dr. Holger Schütt, E-Mail: schuett@isl.org, Telefon: 0471 309838-13
Pressearbeit
AiF, Anita Widera, E-Mail: presse@aif.de, Telefon: 0221 37680-10

Anita Widera | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

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