Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autonome Systeme stoßen auf ethische Hürden

21.08.2009
Auch rechtliche Fragen rund um den Einsatz vielfach offen

Autonome Systeme wie fahrerlose Autos, robotische Gefährten oder intelligente Häuser werden in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich Anwendungsrealität, so die britische Royal Academy of Engineering (RAEng).

Daher fordert sie in dem Bericht "Autonomous Systems: Social, Legal & Ethical Issues" eine umfassende Diskussion über soziale, rechtliche und ethische Fragen rund um den Einsatz solcher Systeme beispielsweise im Transport- und Betreuungsbereich. Denn wenngleich autonome Systeme viele Vorteile versprechen, ist so mancher wichtiger Punkt aus Sicht der Gelehrtengesellschaft bislang ungeklärt. So sei etwa fraglich, wer genau die Verantwortung trägt, wenn durch ein autonomes System Menschen zu Schaden kommen.

Robotische Fahrzeuge, die ganz ohne Fahrer auskommen wurden bereits im Rahmen der Grand Challenge der amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) erfolgreich erprobt. Bis vollautonome Autos die Straßen im Alltag erobern, wird es zwar noch dauern. Wie auch in anderen Anwendungsbereichen wird sich dann aber die Frage stellen, wer im Unfallsfall die Verantwortung trägt - etwa der Entwickler, der Hersteller, der Programmierer oder der Nutzer. Im Pflegebereich werden Roboter von Forschern beispielsweise als Gefährten autistischer Kinder als vielversprechend gesehen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090219002/). Intelligente Häuser, die auf medizinische oder andere Bedürfnisse der Einwohner eingehen können, könnten wiederum die Betreuung älterer Personen erleichtern. Hier warnt die RAEng etwa davor, dass das zu ungewollter Isolation führen könnte. Auch stelle sich die Frage, ob Pfleglinge die Technologien verstehen und ihrer Nutzung sinnvoll zustimmen könnten.

"Unsere rechtlichen Strukturen und unser ethisches Denken stecken noch im Zeitalter der Automation - sie müssen aufholen, ehe unsere Sicherheit und Lebensqualität von autonomen Systemen profitieren kann", meint Academy-Fellow Chris Elliott. Daher empfiehlt die Royal Academy of Engineering beispielsweise, frühzeitig ältere Personen zu konsultieren, um deren Erwartungen und Befürchtungen rund um neue Technologien zu verstehen, damit diese schon in der Entwicklungsphase berücksichtigt werden können.

"Der Report gibt einen guten und umfassenden Überblick vor allem zu den juristischen Problemen autonomer Systeme sowie zu einigen damit verbundenen ethischen", urteilt Mathias Gutmann, Professor für Technikphilosophie an der Universität Karlsruhe http://www.uni-karlsruhe.de , auf Nachfrage von pressetext. Der Fokus liege auf anwendungsnahen Systemen im Feld des Verkehrs und der medizinischen sowie der pflegerischen Techniken. Ziel sei die Erkundung der Möglichkeiten der Implementierung solcher Techniken und der "richtigen" Entgegnungen auf ethischem Gebiet, so der Experte.

"Es bleiben dabei aber grundsätzliche methodologische und anthropologische Fragen nach dem Verständnis von Autonomie, der Transformation des Autonomie- und Subjektbegriffes sowie der Veränderung der conditio humana ausgeblendet, sodaß die möglichen Folgen der Implementierung im wesentlichen als Problem der technischen Beherrschbarkeit thematisiert werden", meint Gutmann. Die Gefahren solcher Einschränkungen und Engführungen hätten die Debatten um Großtechniken der letzten vierzig Jahre deutlich gemacht.

Thomas Pichler | pressetext.deuschland
Weitere Informationen:
http://www.raeng.org.uk
http://www.darpa.mil/grandchallenge

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Fit2Load – umweltfreundliches Mobilitätskonzept für Filiallieferverkehr
15.02.2018 | Fachhochschule Bielefeld

nachricht Lösungen für die begrenzte Reichweite von Elektrobussen
02.02.2018 | Universität zu Lübeck

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics