Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

AIM Carsharing Barometer: Moderne Free-Floating-Angebote verhelfen zum Durchbruch

20.06.2013
Das bereits zum dritten Mal erstellte Carsharing-Barometer des Automotive Institute for Management (AIM) an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht liefert erstmalig umfassende Erkenntnisse zu den Einstellungen und zum Nutzungsverhalten und deutscher Carsharing-Kunden.

Die Ergebnisse einer Befragung von über 1.200 Carsharing-Nutzern zeigen einen weiterhin zunehmenden Trend zum Carsharing mit einer sehr hohen Nutzungsintensität bei den Carsharing-Kunden. Nahezu drei Viertel der Befragten besitzt dabei gar keinen PKW.


Free-Floating Angebote profitieren besonders vom aktuellen Carsharing Boom.

Hiervon wiederum hat jeder Vierte seinen PKW aufgrund des Umstiegs auf Carsharing abgegeben, insbesondere handelt es sich dabei um Kunden traditioneller, stationsbasierter Anbieter. Die Studienergebnisse des AIM bestätigen zudem, dass niedrige Preise und eine einfache Nutzung als wesentliche Nutzungsmotive gelten, der Lifestyle-Aspekt jedoch ebenfalls relevant ist. Darüber hinaus zeigt der Vergleich von Kunden stationsbasierter Anbieter mit Nutzern von Free-Floating-Angeboten deutscher Automobilhersteller (z.B. car2go, DriveNow, Quicar), dass beide Anbieter-Konzepte trotz unterschiedlicher Zielgruppen und unterschiedlichem Nutzungsverhalten vergleichbare Zufriedenheits- und Loyalitätswerte erzielen.

Die Ergebnisse des dritten Carsharing-Barometers des AIM zeigen deutlich, dass der Carsharing-Kundenstamm in 2012 und den ersten vier Monaten des Jahres 2013 überproportional gewachsen ist und für die Zukunft weiterhin ein sehr deutliches Wachstumspotenzial besteht – sowohl für stationsbasierte als auch für Free Floating-Anbieter. In einer umfangreichen repräsentativen Befragung von mehr als 1.200 aktiven Carsharing-Kunden wurden die Einstellungen und die Wahrnehmung in Bezug auf verschiedene Anbieter untersucht.

„Der Carsharing-Markt ist mehr denn je von einem überproportionalen Wachstum geprägt. Das bestätigen sowohl die Analyse des Anmeldeaufkommens im Rahmen der dritten Auflage des Carsharing-Barometers als auch eine vom AIM durchgeführte geografische Analyse der Verteilung von Carsharing-Anbietern in Deutschland,“ so Prof. Dr. Tobias Schäfers vom AIM, einer der Studienleiter. Ein weiteres Kennzeichen für einen rasant wachsenden Markt liefert das extrem hohe Anmeldeaufkommen, das bereits in den ersten vier Monaten des Jahres 2013 zu beobachten war. „Der Markt ist momentan sehr dynamisch; gerade angesichts des Expansionskurses vieler Anbieter ist bis zum Jahresende mit einem erheblichen Wachstum zu rechnen,“ ergänzt Prof. Dr. Schäfers. Dies Bild ist sowohl bei stationsbasierten als auch bei Free-Floating-Anbietern sehr stark ausgeprägt. Der Umstand rührt nicht zuletzt daher, dass das Carsharing-Angebot vor allem in Ballungszentren in den letzten Jahren deutlich ausgebaut wurde und auch das Image der Angebote sich massiv verändert hat, woran gerade unkonventionelle und hochwertige (Elektro-) Kleinwagen einen bedeutenden Anteil haben dürften. Während es im Jahr 2011 in den meisten deutschen Städten mit Carsharing-Angebot nur einen oder zwei Anbieter gab, können viele Carsharing-Kunden heute bereits aus zwei bis vier unterschiedlichen Angeboten wählen. Entsprechend zeigt ein weiteres Ergebnis des aktuellen Carsharing-Barometers, dass knapp 30 Prozent der befragten Carsharing-Kunden mehr als einen Anbieter nutzen, wobei insbesondere Flinkster, DriveNow und car2go beliebte zusätzliche Anbieter zum präferierten Erstanbieter sind.

Während der Carsharing-Markt bis vor wenigen Jahren durch eine eher geringe interne Konkurrenz gekennzeichnet war, ist nicht zuletzt aufgrund des Markteinstiegs der Automobilhersteller mit Ihren Free Floating-Angeboten der Wettbewerb deutlich gestiegen. Derartige, häufig mit größeren Fuhrparks ausgestattete Angebote sind stärker auf kürzere Nutzungszyklen ausgelegt und setzen eine größere Anzahl potenzieller Kunden voraus. Dies wird so auch deutlich vom Carsharing-Barometer 2013 bestätigt: Kunden von Free Floating-Anbietern nutzen Carsharing häufiger, dafür aber in deutlich kürzeren Nutzungszeitspannen als solche von stationsbasierten Anbietern. Während die Fahrzeuge bei Letzteren zu 70 Prozent zwischen zwei und vier Stunden gemietet werden, nutzen Kunden von Free Floating-Anbietern die gebuchten Fahrzeuge zu 90 Prozent nur bis zu einer Stunde.

Eine weitere gute Botschaft für die Anbieter: Casharing wird vorrangig von einer jungen Zielgruppe genutzt: Jeder zweite befragte Carsharing-Kunde ist zwischen 17 und 39 Jahren alt, wobei Free Floating-Anbieter ein nochmal deutlich jüngeres Klientel bedienen. Hier ist jeder zweite Kunde jünger als 30 Jahre. Zudem wird stationsbasiertes Carsharing als wertvoller und deutlich preiswerter wahrgenommen, jedoch nehmen Free Floating-Kunden ihr Angebot als sehr viel cooler wahr. Mittlerweile gilt Carsharing als echte Alternative für die individuelle Mobilität. Rund 23,5 Prozent der Nutzer - zumeist von stationsbasierten Anbietern - haben in der Vergangenheit bereits die Anzahl der im Haushalt vorhandenen Autos reduziert. „Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass der Weg der Auto-mobilhersteller, hochwertige und gleichzeitig hochflexible Carsharing-Angebote mit interessanten Fahrzeugen anzubieten, der richtige ist, und deutlich zur Loyalität beiträgt. Junge Kundengruppen werden früh an die Marken herangeführt, eine hohe Identifikation erreicht, und der Verzicht auf das eigene Auto steht weitaus weniger im Vordergrund als bei den traditionellen, stationsbasierten Anbietern. Carsharing 2.0 ist ein Erfolgskonzept, das noch ein großes Wachstumspotenzial hat,“ so Dr. Kristina Wittkowski, Mitautorin der Studie und Expertin für Access-Based Services an der EBS Business School.

Das ursprüngliche Nutzungsmotiv des Carsharing, eine geringe Umweltbelastung, ist erst an dritter Stelle für die Carsharing-Nutzung bei den befragten Kunden ausschlaggebend. Gegenüber allen abgefragten Motiven wurden mit deutlichem Vorsprung niedrige Preise, gefolgt von einfacher Nutzung als die wichtigsten Motive genannt. Beim Vergleich der Nutzungsmotive zwischen Nutzern stationsbasierter Anbieter und Free Floating-Kunden wird deutlich, dass Carsharer bei Free Floating-Anbietern eine abwechslungsreiche Auswahl an Fahrzeugen stärker vorziehen als Kunden stationsbasierter Anbieter. Dafür ist das Nutzungsmotiv der geringen Umweltbelastung für Nutzer von stationsbasierten Anbietern wichtiger als für die der Herstellerangebote.

Weiterhin wurde der Carsharing-Nutzer als solcher erstmals detailliert in Bezug auf die Kundentreue charakterisiert: zwei von drei Befragten bezeichnen sich demnach als treue Kunden. Außerdem würden sich 90 Prozent der Nutzer positiv über ihren Anbieter äußern, die Empfehlungsrate liegt sogar bei 94 Prozent. Auch wenn das persönliche Besitzempfinden bei der Nutzung eines Carsharing-Autos nicht besonders stark ausgeprägt ist, sprechen die Kunden zu einem Anteil von mehr als 90 Prozent mit Freunden und Bekannten über ihren Anbieter, die Hälfte der Befragten versucht darüber hinaus, ihren Anbieter bekannter zu machen.

Thorsten Wagner | idw
Weitere Informationen:
http://www.aim-ebs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden
08.05.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette
25.04.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie